Meine verrückteste Reise

Habt ihr ’nen Knall?

Hast du auch schon mal eine total verrückte Reiseidee gehabt und in die Tat umgesetzt? Passieren dir auf Reisen unerklärliche Dinge? Hast du das Gefühl, dass dich Magie umgibt oder dein Leben von einer höheren Instanz gelenkt wird? Dann bist du richtig bei der Blogparade von immer-auf-reisen, denn genau ums solche Reiseerlebnisse geht es.

Ich bin in meinen mehr als 50 Lebensjahren wirklich schon oft gereist und habe viel erlebt. Und ab und zu habe ich echt verrückte Sachen getan. Manchmal wurde ich ermuntigt, oft gewarnt und gelegentlich für crazy erklärt. Wer denkt, dass nur junge Leute seltsame Ideen haben, irrt. Dennoch plaudere ich heute aus meinem „Jugend“Nähkästchen, denn kaum eine Reise habe ich aus einem nichtigeren Grund unternommen.

Vorgeschichte

Ich war 1987-1990 in der Ausbildung zur Krankenschwester. Wir waren nur ein kleiner Kurs mit 12 Schülern/Schülerinnen und verstanden uns fast alle richtig gut. Wir wohnten im Schwesternwohnheim und unternahmen auch in der Freizeit viel zusammen.

Um den Krankenhausbetrieb nicht außer Takt zu bringen, hatten die Kurse geplante Urlaubszeiten. Und so kam es, dass wir einen Roadtrip nach Spanien planten. 14 Tage Sonne und Meer. Um nicht zu viel Geld auszugeben, wollten wir mit dem Auto fahren und auf Zeltplätzen übernachten.

Da ich eine der wenigen motorisierten Schülerinnen war, beschlossen wir, meinen Golf Diesel zu nehmen. Ich mit zwei Mitschülern. Und wir wollten uns mit ein paar anderen Schülern aus dem Oberkurs dort treffen.

Einen Tag vor der Abfahrt

Unsere Taschen waren gepackt, wir waren guter Laune und kochten in der Gemeinschaftsküche ein leckeres Abendessen. Spülmaschine gab es dort nicht, also erklärte ich mich bereit zu spülen, die Jungs trockneten ab. Und dann passierte es: Ein Glas zerbrach beim Rubbeln und ich schnitt mir in die rechte Hand. Es blutete stark. Wir sahen unsere Reise schwinden.

Rüber in die Klinik zum Nähen, war die Ansage. Nein, dass wollte ich nicht. Ich presste minutenlang die Wunde, um die Blutung zu stillen. W. ging dann auf Station und besorgte Klammerpflaster. Das „tackerte“ meine Wunde zusammen und wickelte eine Kompresse und Mull drumherum. So fuhren wir dann am Folgetag Richtung Frankreich und Spanien.

Mein erstes Auto – ich schaffte über 250.000 km damit, bis ich mich schweren Herzens trennte – damit nach Spanien und zurück

Anfangs ging ich mit erhobenem Arm zum Schwimmen, aber nach ein paar Tagen ging mir das auf den Keks und da ich der Ansicht bin, dass Salzwasser eine desinfizierende Wirkung hat, schwamm ich bald ganz normal. Alles verheilte ohne Probleme und man sieht nur noch eine ganz feine Narbe.

Wir waren etwa 10 Tage an der spanischen Nordküste. Wo genau, weiß ich nicht mehr. Der Zeltplatz war unter Kiefern und an einer hohen Düne. Die nächste Ortschaft war nicht weit entfernt. Hier versorgten wir uns mit Lebensmitteln. Einmal gönnten wir uns ein Abendessen in einem Fischrestaurant. So zarten Fisch habe ich nie wieder gegessen. Der zerging auf der Zunge. Die Bedienungen waren gut drauf und scherzten mit uns.

Ein toller Urlaub ging zu Ende und wir zehrten noch lange davon.

1990 – Dauerwelle war angesagt – Picknick auf dem Weg nach Spanien

Verlängertes Wochenende in Spanien

Im Frühjahr drauf hatte unsere Kurs wegen der Prüfungen des Oberkurses ein verlängertes Wochenende frei. Die zwei Jungs und ich beschlossen, dass wir unbedingt nochmal in dieses Fischrestaurant gehen müssen und packten unsere Siebensachen. Donnerstag Morgen ging es los. Tankstelle gesucht, Geld geholt und ab auf die Autobahn. Am Abend waren wir irgendwo in Frankreich. Es wurde dunkel und wir fanden keinen Zeltplatz.

Irgendwann waren wir müde. Wir suchten uns den nächsten etwas breiteren Feldweg, stellten den Motor ab, kurbelten (ja wirklich, das ging noch nicht elektrisch) die Fenster einen Spalt herunter und legten uns schlafen. Ich eingeklemmt unterm Lenkrad, einer auf dem Beifahrersitz und der Größte von uns auf der Rückbank.

Hup, hup!

Es hupte aufdringlich. Die Dämmerung setzte gerade ein, noch war es ziemlich dunkel, nur die Lichter eines Fahrzeugs blendeten. Erstmal recken. Was war hier eigentlich los? Noch keine 6 Uhr morgens. Da kann doch keiner den Feldweg nutzen wollen, oder? Ein Mann klopfte an die Scheiben und ein französischer Redeschwall hüllte uns ein. Irgendwie klang der Herr nicht sehr erfreut. Er wies mit seiner Hand geradeaus und dann sahen wir, dass wir die Einfahrt zu einem Steinbruch versperrten. Das war uns in der Nacht entgangen.

Wir entschuldigten uns und räumten den Weg. Einige Kilometer weiter – es war inzwischen hell geworden – parkten wir den Wagen am Rand einer Wiese, stiegen aus und machten ein einfaches Frühstück. Zähneputzen und „italienisch“ Duschen musste reichen und dann ging es weiter nach Spanien.

Ein Nickerchen im Auto – aus dem Alter bin ich heute raus

Wir suchten den Zeltplatz auf und fuhren in die Stadt. Keiner wusste mehr so 100%ig, wo das Restaurant gewesen war. Nach längerem Herumirren fanden wir es. Es war geschlossen. Ein Zettel machte uns darauf aufmerksam, dass sie zur Saison wieder öffnen würden. Ja, schei**** 1700 km umsonst gefahren!

Kopf in den Sand stecken ist nicht meine Mentalität. Wir machten das Beste aus der Situation, kauften ein und kochten auf den Spirituskochern Nudeln mit Soße. Geht ja immer. Wir übernachteten dort und machten uns am nächsten Tag wieder auf die Rückfahrt. Es wurde beschlossen, einen Abstecher nach Carcassonne zu machen und in der Nähe noch eine Nacht zu verbringen. Dort gingen wir als Ausgleich in ein französisches Restaurant. Leider schmeckte es uns dort nicht so richtig gut.

Sonntags waren wir zurück in Bad Schwalbach und hatten trotzdem einiges zu erzählen. Crazy, oder?

Immer schön aufpassen, wo man parkt!

Ich könnte euch noch einige, verrückte Geschichten erzählen. Wie ich an der Tankstelle nur noch 2,10 DM hatte und der Tankwart 2,11 DM wollte, wir uns aber einigten. Oder, oder, oder. Ein paar Anekdoten gibt es bereits auf dem Blog.

Empfohlene Literatur und/oder weiterführende Links zu Reisebloggerberichten

Hast du auch solche Ideen? Bist du verrückt genug für die Welt? Dann erzähl mir deine Geschichte.

9 Gedanken zu „Meine verrückteste Reise

  1. Liebe Liane,

    lach, deine Geschichte, erinnert mich ein wenig an unsere Fahrt letztens nach Tübingen, einzig für einen Corona-Test… Oder wie ich nach Warschau fuhr, nur für einen Panini… wobei ihr mit euren 1700 Kilometern in ein Fischrestaurant natürlich den Vogel abgeschossen habt 😉 Sowas passiert schon mal, ich denke, jeder hat schon mal solche verrückten Sachen erlebt. Dafür bieten solche Erlebnisse im Nachhinein die besten Anekdoten…

    Liebe Grüße und schöne Ostern!
    Kasia

  2. Also mit einem Spanien-Kurztrip kann ich nicht dienen ! War einmal mit Kumpels ein Wochenende am Bodensee und um Geld zu sparen im Schlafsack an der Promenade geschlafen. Morgens weckte mich eine nasse Schnauze und ja es wir die eines Schäferhundes vom Deutschen Zoll !!!
    Nach ein paar Befragungen durfte der Hund sogar ins Auto zu schnüffeln !!!
    Nichts gefunden und die ließen uns dann in Ruhe ! Dies werde ich auch nie vergessen !!!

    1. Liebe Manni,

      das ist doch auch eine witzige Geschichte. Es muss ja nicht im Ausland sein, aber in der Jugend macht man manchmal so Sachen.

      Frohe Ostern
      Liane

    2. ja das stimmt und deshalb habe ich sie auch nicht vergessen
      Heute wäre das glaub nicht mehr möglich ! Ich würde so wie es war kein Auge zumachen wollen ! Die Zeiten haben sich geändert, fragt sich nur zum Positiven ??
      Dir auch noch frohe Ostern !!! Manni

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