Ulm und Neu-Ulm – sehenswert?!

Ein langes Wochenende in der Doppel-Stadt

Ulm ist eine kleine, gemütliche und ich finde unterschätzte Großstadt. Ulm liegt in Baden-Württemberg, Neu-Ulm am gegenüberliegenden Donauufer ist bereits Bayern zugehörig.

Wer kennt nicht den Zungenbrecher „In Ulm, um Ulm und um Ulm herum“? Und für noch ein paar Dinge mehr ist Ulm in aller Munde: Der Ulmer Spatz, der Schneider von Ulm und das Ulmer Münster. Daher berichte ich heute nicht nur von meinem verlängertem Wochenende in Ulm, sondern auch von den Geschichten und Legenden der Donaustadt.

Ulmer Sehenswürdigkeiten

Wer Ulm erkunden möchte, tut dies am besten zu Fuß oder mit dem Rad. Alle Sehenswürdigkeiten liegen so nah beieinander, dass man das Auto getrost in einer der Tiefgaragen abstellen kann. Apropos Tiefgarage: Wer sonntags parkt und montags vor 9 Uhr abreist, zahlt dafür nur € 4,20! Unter der Woche muss man allerdings mit Gebühren von etwa 18 Euro für 24 Stunden rechnen.

Was mich in Ulm sehr begeistert hat, ist die moderne Architektur, die sich perfekt in die historischen Bauwerke einreiht. Da haben sich die Architekten wirklich Mühe gegeben, Neu und Alt in Einklang zu bringen.

Ulmer Altstadt

Verwinkelte Gässchen und romantische Ecken – dadurch zeichnet sich die Ulmer Altstadt aus. Dabei überquert man immer wieder die Blau – das kleine Flüßchen, das auf der Schwäbischen Alb entspringt. Quelle ist der Blautopf bei Blaubeuren, in Ulm teilt sich das Flüßchen in die „kleine Blau“ und die „große Blau“, bevor diese Arme nach rund 22 km in die Donau fließen.

In den alten Fachwerkhäuschen der Altstadt findet man viele, individuelle Läden, Cafés und Galerien. Man sollte sich einfach treiben lassen und mutig durch die engen Gassen laufen.

Ulmer Münster

Das Ulmer Münster ist das Wahrzeichen der Stadt. Mit über 161m Höhe steht man vor dem höchsten Kirchturm der Welt. Noch. Denn wenn eines Tages die Sagrada Familia in Barcelona fertiggestellt sein sollte, wird dessen Kirchturm etwa 9 m höher sein als der des Ulmer Münsters.

Der Kirchturm ist normalerweise begehbar. Dafür muss man 768 Stufen erklimmen und darf dafür einen sagenhaften Blick über die Schwäbische Alb erhaschen. Leider wird er zur Zeit (2021) saniert, sodass ich dies nicht erleben durfte. Dafür habe ich mir die Buntglasfenster sehr genau angeschaut. Diese wurden im Krieg stark beschädigt, aber nach und nach werden die provisorischen Fenster wieder durch sakrale, bunte Motive ersetzt.

Ulmer Rathaus mit astronomischer Uhr

Aus dem 14. Jahrhundert stammt das Ulmer Rathaus. Einst wurden hier Waren wie Salz und Stoffe gehandelt. Die Fresken und die sehenswerte, astronomische Uhr bekam das Gebäude im 16. Jahrhundert.

Auf dem südöstlichen Platz vor dem Rathaus befindet sich ein Brunnen. Fischkasten wird er genannt. Man setzte früher an Markttagen die Fische darin aus, konnte sich dann den Frischfisch aussuchen, der zum Mittagmahl auf den Tellern landete.

Schwörhaus und Schwörmontag

Das dreigeschossige Schwörhaus wurde 1618 im Renaissancestil erbaut und löste das bis dahin dort befindliche Schwörhäusle ab. Alljährlich wird am Schwörmontag – dem vorletztem Montag im Juli – vom Bürgermeister und der Bürgerschaft ein historischer Eid geschworen. Seit 1345 verbirgt sich das Oberhaupt der Stadt, sich für alle Bürger seiner Stadt gleichermaßen einzusetzen. Danach wird gefeiert und ganz Ulm ist auf den Beinen und auf der Donau. Ein wahnsinniges Spektakel.

Gleich neben dem Schwörhaus auf dem Weinhof befindet sich die Neue Synagoge Ulms, die erst 2012 eröffnet wurde.

Kunsthalle Weishaupt

Auf dem Hans-und-Sophie-Scholl-Platz beim Ulmer Rathaus steht der moderne Glasbau – die Kunsthalle Weishaupt. Sie hat eine Verbingung zum städtischen Museum. Die Familie Weishaupt (bekannt durch Feuerungsgeräte/Heizungen) ist Spender und Mäzen des Gebäudes und der darin enthaltenen Privatsammlung. Die ausgestellte Sammlung moderner Kunst vom Schweizer Beat Zoderer (Ende 2021) begeisterte mich und meine Freundin. In den lichtdurchfluteten Räumen kommen die Exponate gut zur Geltung.

Donauufer-Promenade

Der Metzgerturm

Auf beiden Seiten der Donau kann man flanieren. Auf der Ulmer Seite spaziert man an oder auf der alten Stadtmauer entlang. Dabei kommt man am Metzgerturm mit seinen farbigen Dachziegeln vorbei. Der Turm hat eine Neigung von 3,3° (der Schiefe Turm in Pisa hat 3,97°).

Korpulente Metzger sollen der Sage nach wegen minderwertiger Waren dort eingesperrt gewesen sein. Als der aufgebrachte Bürgermeister in die Kammer eintrat, sollen sich die Metzger in einer Ecke zusammengedrängt haben und der Turm sei dabei abgesackt.

In Wahrheit wurde der Turm auf sumpfigen Untergrund erbaut und dieser gab im Laufe der Zeit nach, was zur Neigung führte.

Der Rosengarten

Es geht weiter an der Donau entlang zur Herdbrücke. Betritt man sie, erkennt man die eingelassene Markierung, wo sich die beiden Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern treffen. Läuft man auf der Ulmer Seite weiter, entdeckt man den Rosengarten. Der Duft ist betörend. Im weiteren Verlauf kommt man zur Adlerbastei, von wo aus der Schneider von Ulm seinen Flugversuch (s.u.) unternahm.

Bootsfahrt auf der Donau

Das gesamte innerstädtische Donauufer ist Autofrei. Das macht einen Spaziergang so attraktiv. Läuft man noch weiter, kommt man zur Friedrichsau. Dort befindet sich die Anlegestelle des Ulmer Spatz, eines Motorbootes der Lebenshilfe Donau-Iller. Damit kann man bis zum Metzgerturm und zurück fahren. Die Fahrt dauert etwa 60 min und kostet € 10,- pro Person (Stand 2021). Ulm vom Wasser aus ist ein tolles Erlebnis.

Fischer- und Gerberviertel

Das einstige Handwerkerquartier ist heute die Perle Ulms. Historische Fachwerkhäuser, idyllische Gaststätten und das Flüßchen Blau kennzeichnen das Altstadtviertel mit den verwinkelten Gassen. Im Mittelalter siedelten sich die Fischer an der Blau an. Diese hatte direkten Zugang zur Donau und so fuhren die Fischer morgens zum Fischfang und kehrten am Abend mit reicher Beute heim. Später hatte der Fischfang nicht mehr diese Bedeutung und so wurden hier Schiffe (Zillen und Schachteln) gebaut.

Doch nicht nur die Fischer fanden hier einen idealen Standort. Die Gerber brauchten ebenso das fließende Wasser zum Gerben der Tierhäute. Allerdings war der Geruch sicher nicht sehr angenehm. Das Leder und die Felle wurden über die Galerien/Balkone zum Trocknen gehängt.

Im Fischer- und Gerberviertel findet man heute viele traditionelle Restaurants, wie z.B. das Zunfthaus der Schiffsleute. Meine Tipps dazu findet ihr weiter unten. Und zwei außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten gibt es hier ebenfalls. Auch dazu mehr weiter unten.

Ulmer Legenden, Märchen, Mythen

Der Ulmer Spatz

Die Geschichte des Ulmer Spatz‘ kennt jeder in Ulm. Und so soll es gewesen sein:

Die Ulmer Bürgerschaft beschloss den Bau des Münsters. Es sollte mit seiner Höhe andere Sakralbauten in den Schatten stellen und ein Ausdruck von Schönheit und Baukunst werden. Für das Dach brauchte man besonders lange Hölzer und so wurden Gehilfen ausgesandt, entsprechende Baumstämme zu besorgen. Gesagt, getan. Die Gehilfen stapelten die Hölzer quer auf einem Wagen. Als sie nun das Stadttor passieren wollten, passte der Wagen mit seiner Beladung nicht durch dieses. Man versuchte den Wagen mal nach rechts zu schieben und mal nach links. Selbst der sonst als allwissend geltende Bürgermeister war mit seinem Latein am Ende. Man sah nur einen Ausweg: Das Tor musste abgerissen werden.

Gerade als man damit anfangen wollte, sah man einen Spatz mit einem Halm im Schnabel über die Menge fliegen. Er flatterte an den Torbogen heran. Dort war ein schmaler Spalt im Mauerwerk, der Platz für ein Nest bot. Das findige Vögelchen drehte den Getreidehalm längs und passte den Halm ein. Nun ging den Bürgern ein Licht auf. Gemeinsam schaffte man alle Stämme vom Wagen , um sie anschließend längst darauf zu lagern und siehe da, ohne Probleme konnte der Wagen das Tor passieren. Zum Dank errichtete man dem Vogel ein Denkmal auf dem Dach des Münsters. Wer genau hinschaut, wird den Vogel sehen.

In der ganzen Stadt verteilt findet man heute Spatzenfiguren. Zum Beispiel den Pagenspatz am Hotel Ulmer Spatz oder den Musikspatz vor der Musikschule.

Der Schneider von Ulm

Albrecht Ludwig Berblinger war ein ortsansässiger Schneider. Geboren 1770 als siebtes Kind wurde er im Alter von 13 Jahren zum Waisen. Der Vater des Waisenhauses schickte ihn dann in die Schneiderlehre. Berblinger selbst hatte eigentlich mehr Interesse an Mechanik. Dennoch war er gut in seinem Lehrberuf und wurde bereits mit 21 Jahren Meister.

Mit der Zeit begeisterte er sich mehr und mehr für den Gleitflug. Er unternahm erste kurze Flüge am Michelsberg. Das sprach sich herum. Als 1811 der neue Landesvater König Friedrich I. seinen Besuch ankündigte, wollte man deisem etwas spektakuläres bieten. Berblinger wurde gebeten, seinen Flugapparat vorzuführen. Man war sich sicher, dass nichts schief gehen konnte.

Berblinger berechnete Flugbahn und -höhe und entschied sich für die Adlerbastei als Absprungort. Doch wahrscheinlich merkte er, dass das Wetter nicht mitspielte. Am Sprungtag entschuldigte er sich beim König, mit der Begründung, ein Flügel sei gebrochen. Der König entlohnte ihn dennoch und reiste ab. Der Bruder des Königs hatte weniger Verständnis und soll wohl auf einen Absprung bestanden haben. So unternahm Berblinger am Folgetag einen Flugversuch, der in den Fluten der Donau endete.

„Der Schneider von Ulm hat’s Fliega probiert – No hot’n der Deifel en d‘ Donau nei g’führt“ – so verspottete man den Flugpionier. Er musste die Stadt verlassen und verarmte.

Erst Ende des 20. Jahrhunderts erfuhr Berblinger Genugtuung. Man erkannte, dass sein Flugapparat funktionierte, wenn die entsprechende Thermik vorhanden war.

Zum Gedenken an einen der berühmtesten Söhne der Stadt, wurde 2020 der Berblinger Turm am Donauufer eröffnet.

Ulmer Schachteln und Zillen

Auf der Donau wurden schon immer Waren und Personen transportiert. Da die Donau in Ulm noch recht seicht ist, brauchte man Schiffe mit wenig Tiefgang. Dafür konstruierte man die Wiener Zillen. Sie waren zwischen 5 und 30 m lang, flach gebaut mit geraden Seitenwänden und liefen nach vorne und hinten spitz zu.

Wiener bzw. Ulmer Zillen

Kleinere Zillen wurden mit Stechrudern gelenkt oder getreidelt. Es gab sogar schon einen wöchentlichen Schifffahrplan für Passagiere. Von Ulm aus konnte man nach Regensburg, Passau, Linz, Wien, Budapest und Belgrad schippern.

Ulmer Schachtel

Die Ulmer Schachteln sind vom Grundprinzip ebenfalls Zillen, haben aber einen festen Aufbau. Darin konnte man die Passagiere und Waren vor Regen, Wind und Wetter schützen. Das schwarz-weisse Streifenmuster (Ulmer Stadtfarben) ist das Merkmal der Ulmer Schachteln. Schachteln war ein Spottname aus dem Württembergischen. Dort war man grazilere Schiffe gewöhnt.

Die Ulmer Schachteln waren oft Einweg-Boote. Man nutzte sie flussabwärts und dann wurden sie verkauft. Da sie keinen Motor hatten, wäre ein Rücktransport aufwändig und zu teuer gewesen.

Cafes und Restaurants in Ulm

Zur Forelle

Seit 1626 kann man in der Forelle im Fischerviertel speisen. Sehr lecker sind die Fischgerichte, aber auch die schwäbischen Spezialitäten sind nicht zu verachten.

Allein die Räumlichkeiten sind schon einen Besuch wert.

Zur Forelle, Fischergasse 25, Ulm

täglich 12-15 Uhr und ab 17 Uhr geöffnet. Tisch reservieren!

Gaststätte im Zunfthaus der Schiffleute

Im Zunfthaus der Schiffleute kann man authentische, schwäbische Küche erwarten. Dabei wird viel Wert auf regionale und saisonale Produkte gelegt.

Zunfthaus der Schiffleute, Fischergasse 31, Ulm

täglich von 11.30 . 23 Uhr geöffnet. Tisch reservieren!

Cafe Kammerzelt

Es duftet nach frisch geröstetem Kaffee. Kein Wunder, denn Herr Kammerzelt röstet seine Bohnen selbst. Der schönste Platz ist die Sofaecke im Wintergarten.

Neben Kaffeespezialitäten kann man sich hier Focaccia, hausgemachte Kuchen oder ein Weißwurstfrühstück schmecken lassen.

Cafe Kammerzelt, Kohlgasse 4, Ulm

täglich 9 – 18 Uhr (Sonntag erst ab 10 Uhr) geöffnet

Casa Caffe

Es kommt mir im ersten Moment nach dem Betreten des Casa Caffe so vor, als wäre ich in einem Dekokaufhaus gelandet. Überall stehen kleine Dekoartikel und Lämpchen zum Verkauf. Doch es ist ein Café mit Stubenatmosphäre. Und ein gutes noch dazu.

Die Karte ist abwechslungsreich. Hier wird mit Leidenschaft Kaffee, Tee und Kakao zubereitet.

Casa Caffe, Walfischgasse 18, Ulm

Mo-Sa 9.30 – 19 Uhr, So & Feiertage 14 – 18 Uhr

Fräulein Berger

Man fühlt sich in die 50er Jahre zurück versetzt. In der Ulmer Fußgängerzone befindet sich Fräulein Berger, ein Cafe mit Wohnzimmerstmosphäre. Und ein Paradies für Veganer.

Die Kürbissuppe kann ich sehr empfehlen.

Fräulein Berger, Herrenkellergasse 14, Ulm

Mi-So 9 – 18 Uhr (Sonntag erst ab 10 Uhr) geöffnet

Franziskaner und Lochmühle

Beide Restaurants befinden sich im gleichen Gebäude. Die Lochmühle direkt an der Blau, im ersten Stock das Franziskaner.

Im Franziskaner gibt es bodenständiges, gutes Wirtshausessen, z.B. Burger. In der Lochmühle speist man schwäbisch.

Franziskaner/Lochmühle, Neue Strasse 56, Ulm

Die Bar

Für „Nachtschwärmer“ empfehle ich Die Bar aufzusuchen. Das Ambiente ist im Industriestyle gehalten. Die Getränkekarte ist sehr umfangreich. Man bekommt alle bekannten Longdrinks, Cocktails und Alkoholika. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Die Bar, Karpfengasse 5, Ulm

Do – Sa 18 – 2.30 Uhr (Do nur bis 1.30)

Übernachten in Ulm

Ibis Ulm City

Zentral gelegen und günstig übernachten? Ja, im Ibis Ulm City ist das möglich. Vom Bahnhof erreicht man das Ibis in ca 5-10 min. Wer mit dem Auto anreist, kann in der hauseigenen Tiefgarage (kostenfrei) parken. Die Einfahrt ist etwas versteckt hinter dem Haus.

Die Fenster sind schallisoliert. Obwohl das Haus an einer Hauptkreuzung steht (wir hatten das Eckzimmer zur vielbefahrenen Kreuzung), hört man kaum etwas davon. Die Zimmer sind funktional. Ein Doppelbett, ein kleines Duschbad/Toilette und immerhin ein Regalsystem zur Ablage der Kleidung ist vorhanden.

Das Frühstücksbuffet ist ausreichend. Verschiedene Brötchen, Croissants, Waffelbackstation, Wurst, Käse, Müsli….und natürlich Kaffee/Tee. Das, was man für den Preis erwartet.

Ibis Ulm City Hotel, Neutorstraße 12, 89073 Ulm

Hotel Schiefes Haus

Möchtest du einmal in einem Hotel übernachten, das im Guinness Buch der Rekorde steht? Dann buche dir eine Übernachtung im Schiefen Haus Ulm. Wie man auf dem Bild erkennen kann, hat sich das Haus in die Blau abgesenkt. Im Hotel sind die Zimmer und die Speiseräume schief belassen worden. Doch keine Angst: Aus dem Bett fällt niemand. Die Betten sind angepasst und gleichen die Schieflage aus.

Mein Zimmer lag im ersten Stock. Ich konnte aus dem Fenster auf die Blau schauen. Mir hat das russtikale Ambiente sehr gut gefallen. Das Zimmer hatte einen abgetrennten Bereich mit Sofa und Fernseher. Das Wannen-/Duschbad war relativ groß und trotzdem schnuckelig.

Dem gesamten Hotelteam merkt man die Begeisterung an, dass sie in dieser Location arbeiten dürfen. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmte für mich. Ich hatte die Ulmer Nacht (von Sonntag auf Montag) gebucht, die besonders günstig ist.

Hotel Schiefes Haus Ulm, Schwörhausgasse 6, 89073 Ulm

Hotel Schmales Haus

In der Fischergasse, neben dem Zunfthaus der Schiffleute, steht das Hotel Schmales Haus. Wie es der Name schon sagt, ist das Häuschen sehr schmal. Nur 4,63 m breit, aber 16 m lang ist das Haus und so sind die Zimmer eine architektonische Besonderheit. Freigelegte Fachwerkbalken machen den gemütlichen Charakter aus.

Im Nebengebäude kann man Apartments mieten. Diese sind etwas großzügiger. Im Innenhof kann man sich einen Kaffee munden lassen und dabei das geschäftige Treiben des Fischerviertels beobachten.

Hotel Schmales Haus Ulm, Fischergasse 27, 89073 Ulm

Ulmer Berühmtheiten

Albert Einstein

Ulm ist stolz auf den berühmten Wissenschaftler, der am 14. März 1879 in der Bahnhofstraße das Licht der Welt erblickte. In Wahrheit wohnte Einstein nur die ersten 15 Monate seines Lebens in der Stadt, fühlte sich aber dennoch bis zu seinem Tod mit dieser verbunden.

Auf dem Zeughausgelände setzte die Stadt Ulm ihrem berühmtesten Einwohner 1984 ein skurriles Denkmal in Form eines Brunnens. Einstein und die rausgestreckte Zunge – das Bild kennt wohl jeder.

Geschwister Hans und Sophie Scholl

Hans und Sophie Scholl sind die bekanntesten Widerstandskämpfer des Dritten Reichs. Sie sind Begründer der „weißen Rose“. Mit ihren Eltern lebten sie eine zeitlang in Ulm, bevor die Geschwister zum Studium nach München übersiedelten. Dort wurden sie verhaftet, als sie Flugblätter im Lichthof der Universität verteilten. Am 22. Februar 1943 wurden Sophie und Hans zum Tode verurteilt und nur wenige Stunden später wurde das Urteil sofort vollstreckt.

Herbert von Karajan

Der österreichische Dirigent wirkte von 1929 bis 1934 am Ulmer Stadttheater als Erster Kapellmeister.

Hildegard Knef

1925 in Ulm geboren, machte Hildegard Knef als Schauspielerin und Sängerin von sich reden. Sie gilt als eine er letzten Diven Deutschlands.

Mike Krüger

Kaum jemand weiß, dass der Comedian Mike Krüger in Ulm geboren wurde. Viel eher wird er mit Quickborn in Verbindung gebracht, wo er lange Zeit lebte. Bekannt wurde er nicht nur durch seine prägnante Nase, sondern auch mit Liedern wie „Der Nippel“ und „Mein Gott, Walther“. Gemeinsam mit Thomas Gottschalk drehte er die Supernasenfilme.

Neu-Ulm

Ulm glänzt mit seiner Altstadt und den historischen Gebäuden. Ganz anders dagegen das byerische Pendant Neu-Ulm. Schlichte Betonbauten und kühle Glasfassaden dominieren das Stadtbild, welches man von der Ulmer Stadtmauer aus sehen kann. Wie überall gibt es aber auch dort hübsche Ecken.

Donauufer

Beide Seiten der Donau sind gut zu Fuß zu erlaufen. Ein Spaziergang unter schatttenspendenden Bäumen macht Spaß. Die Wege sind prima, teils unterteilt für Radfahrer und Fußgänger, damit man sich nicht ins Gehege kommt. Brücken verbinden die beiden Städte.

Vom Neu-Ulmer-Ufer hat man den allerbesten Blick auf Ulm.

Stadtpark Glacis

Im Glacis kann man die Überreste der Bundesfestung betrachten. Oder einfach nur Spazierengehen. Egal was man vorhat: Der Park ist die grüne Lunge der Stadt und ist unbedingt einen Besuch wert. Für Kinder gibt es Spielplätze (Abenteuer- und Wasserspielplätze), die Erwachsene gönnen sich wohl eher ein „kühles Blondes“. Hier kommt jeder auf seine Kosten.

In den Sommermonaten Mai bis August finden auf der Bühne Konzerte und Theateraufführungen statt.

Der Park ist von Ulm aus in ca 30 min zu Fuß erreichbar. Er liegt an der Ringstraße. Natürlich kann man auch mit öffentlichen Verkehrsmittel dorthin gelangen.

Memminger Tor

Das Memminger Tor ist eines von zwei Toren der Bundesfestung auf der bayerischen Seite unweit des Donauufers und das Einzige erhaltene. Das Augsburger Tor wurde 1958 abgerissen.

Eine Besonderheit ist die Schlupfpforte an der Westseite des originalen Tores. Dazu gehört noch eine Zugbrücke.

Ausflugziel im Ulmer Umland

Blautopf

Etwa 20 km von der Ulmer Innenstadt entfernt und in ca 30 min mit dem Auto erreichbar, liegt der idyllische Blautopf in der Nähe des Klosters Blaubeuren. Der Name ist Programm und irgendwie unwirklich. Ein intensives, blautürkisfarbenes Gewässer läßt mich staundend innehalten. In der glatten Oberfläche spiegeln sich die herbstbunten Bäume. Ein magischer Ort. Kein Wunder, dass sich einige Mythen und Märchen um den kleinen See ranken.

Der See kann in ca 20 min umrundet werden. Wer gerne wandert, findet Hinweisschilder zu den Wanderwegen – von leicht bis anspruchsvoll, von Kurzstrecke bis Mehrtageswanderwegen.

Anreise nach Ulm/Neu-Ulm

Von vielen Städten Deutschlands kann man mit der Bahn oder dem Bus nach Ulm reisen. Der Hauptbahnhof liegt zentral und in weniger als 5 min ist man mitten in der Altstadt. Da die Umgebung flach ist, lohnt es sich ggf. das Fahrrad mitzunehmen.

Die Anreise mit dem Auto erfolgt über die Bundesautobahn A 8 oder A 7.

Flugreisende landen in Stuttgart, München, Memmingen oder Nürnberg.

Empfohlene Literatur und/oder weiterführende Links zu Reisebloggerberichten

  • Peters Travel fragt, ob sich ein Besuch Ulms lohnt
  • Auf Stefi’s Welt erfahrt ihr viel über Neu-Ulm von einer Einheimischen
  • Oder du schaust mal auf inUlm-Blog vorbei und holst dir Insiderinformationen

Warst du auch schon in Ulm oder Neu-Ulm? Wie hat es dir dort gefallen? Hast du noch Tipps für Ulm? Dann hinterlasse mir doch gerne einen Kommentar. Ich freue mich.

4 Kommentare zu „Ulm und Neu-Ulm – sehenswert?!“

  1. Also ich muss hier ein ganz großes Lob aussprechen. Toller und informativer Beitrag über Ulm. Vieles kenne ich natürlich da Ulm von mir gerade mal 50 km entfernt ist. 2 Jahre habe ich auch in Ulm vor vielen Jahren gearbeitet. Also Ulm ist mir nicht unbekannt.
    Trotzdem kannte ich einige Infos nicht ! Also nochmals absolut sehenswert dein Beitrag !!

  2. Liebe Liane ,
    was für ein toller Beitrag. Ich habe bei mir ja auch schon Beiträge über Ulm geschrieben, aber ich habe wirklich viel Neues entdeckt. Da ich nicht weit weg wohne, werde ich mir das eine und andere in jedem Fall genauer anschauen.
    Wenn du am Tag des offenen Denkmals mal in Ulm bist, solltest du das unbedingt ausnutzten, denn da bin ich schon in den tollsten Häusern gewesen und im Münster auf dem verstaubten Dachboden. Zudem konnte ich außen auf dem Dach des Münsters rumlaufen und habe so viel Infos bekommen.
    Kennst du den Festungsweg? Den bin ich dieses Jahr schon gelaufen und kann ihn wirklich empfehlen. Du siehst die Städte aus ganz neuen Blickwinkeln.
    Ulm / Neu-Ulm sind einfach geniale Städte und immer eine Reise wert.
    Liebe Grüße Sonja

    1. Hallo Sonja,
      Den Festungsweg bin ich nur ein kleines Stück gelaufen. Man schafft halt nicht alles an einem Wochenende. Aber wenn ich mal wieder in Ulm bin, steht der auf der Agenda. Genauso wie der Botanische Garten, den ich auch nicht mehr geschafft habe.
      Hast du noch Tipps zu Neu-Ulm? Darüber findet man fast nichts.

      Liebe Grüße
      Liane

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