Die Baumgeister der Steckeschlääferklamm (+ 2 Burgen)

Die Steckeschlääferklamm bei Waldalgesheim

Glaubst du an Geister, Elfen oder andere mystische Wesen? In Island ist das ganz normal. Da werden sogar Straßen umgeleitet, weil sie durch ein Elfengebiet gehen. Die meisten Deutschen sind wohl eher Realisten. Mystische oder fantastische Bücher sind ok, aber der Glaube an Fabelwesen ist abwegig. Dabei gibt es sie – die Baumgeister. Dafür muss man sich nach Rheinhessen in die Nähe von Bingen, genauer nach Waldalgesheim begeben. Dort im Wald wachen sie über die Steckeschlääferklamm.

Eingang zu Steckeschlääferklamm

Die Klamm ist nur ca 1 km lang und in beide Richtungen begehbar. Wanderfreunde können die Strecke erweitern und kombinieren. Ich habe mich für die Runde Steckeschlääferklamm->Morgenbachhütte->Schweizerhaus->Burg Rheinstein->Burg Reichensteinblick->Morgenbachtal->Steckeschlääferklamm entschieden und darüber berichte ich jetzt.

Hinweise und Grundinformationen

Mit Kindern wird man voraussichtlich nur das Teilstück der Steckeschlääferklamm laufen. Das Tragen von festem Schuhwerk ist unabdingbar! Da man ständig nach den Baumgeistern Ausschau hält, dauert der kurze Weg sicher länger als man denkt. Plant am besten ca. 1 Stunde ein.

Der Weg ist nicht barrierfrei. Manche Streckenabschnitte sind sehr steil und/oder schmal. Man sollte eine gute Grundkondition mitbringen.

Gesamtstrecke ca. 12 km, Teilstrecke Steckeschläferklamm ca 1 km, Laufdauer für die ganze Runde ca. 3-4 Stunden

Ähnliche Tourenvorschläge findet man bei komoot.

Anfahrt

Von Mainz/Wiesbaden aus fährt man über die A60 und A61 bis zur Ausfahrt Stromberg. Dann rechts abbiegen und Richtung Waldalgesheim-Waldstraße orientieren. Über eine relativ enge Straße geht es in den Wald.

Es gibt keine genaue Adresse zur Steckeschlääferklamm, deren Beginn an der K29 liegt. Aber auf google.maps findet man den Wanderparkplatz Steckeschlääferklamm.

Geschichte und Namensgebung der Steckeschlääferklamm

1971 wurde unter Federführung des Verbandsbürgermeisters a.D. Josef Kollay, gemeinsam mit den “Weiler Wanderfreunden Steckeschlääfer” die Klamm mit 15 Holzstegen über den Hasselbach für alle zugänglich gemacht. In Absprache mit dem zuständigen Forstamt durfte Franz Kellermeier aus Weiler die Bäume mit 46 Schnitzereien verzieren. Mit der Zeit verwitterten diese jedoch bzw. sie wuchsen ein.

Heute kümmert sich der Schnitzkreis der Heimatfreunde e.V. Weiler um den Erhalt der Baumgeister. Dabei wird immer darauf geachtet, den Bäumen möglichst wenig Verletztungen zuzufügen. Es gibt nun etwa 65 Geister, Kobolde, Gnome und mystische Figuren zu entdecken.

Und woher kommt der Name Steckeschlääferklamm bzw. was bedeutet er? Das ist ein mundartlicher Begriff der sich zusammensetzt aus Stecke = Stöcke und schlääfe = schleifen, ebens jenes Geräusch, was die Wanderstöcke machen, wenn man sie schleifen lässt. Nordic Walker kennen das gut.

Etappe 1: Die Steckeschlääferklamm bergabwärts

Los geht es – wie gesagt – am Wanderparkplatz Steckeschlääferklamm. Direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite sieht man das erste Hinweisschild (s. oberstes Foto). Man kann sich entscheiden, ob man durch die Klamm mit den Brücken gehen möchte oder den Höhenweg. Wobei die meisten Schnitzereien in der Klamm zu finden sind.

Der Weg geht leicht bergab und quert dabei immer wieder den plätschernden Hasselbach. Ab jetzt heißt es Augen aufhalten. Viele Schnitzereien sind wirklich klein und unscheinbar. Da muss man gut hinsehen. Aber das macht richtig Spaß. Nicht nur Kindern. Ich habe etliche Erwachsene getroffen, die mit kindlicher Begeisterungsfähigkeit um die Bäume geschlichen sind und sich über jeden gefundenen Baumgeist erfreut haben.

Am Ende der Steckeschlääferklamm trifft man direkt auf den Morgenbach. Auch hier verstecken sich noch ein paar Fabelwesen.

Etappe 2: Soonwaldsteig bis Morgenbach-Schutzhütte

Ab jetzt habe ich mich an den Wegweisern Soonwaldsteig, RheinBurgenWeg und Hildegard von Bingen Panoramaweg orientiert. Das bedeutet, ich bin vom Ausgang der Steckeschlääferklamm nach rechts gegangen, immer entlang des Morgenbachs.

Der Weg ist hier relativ breit und geschottert. Er wird auch von Radfahrern genutzt. Dabei verändert sich die Landschaft immer wieder. Mal geht es durch den dichten Wald, dann wieder an offener Lichtung vorbei. Blumen blühen und Waldduft umgibt mich. Bis auf ein paar zwitschernde Vogel und das blubbernde Wasser ist es still.

Nach ca 1,8 km sieht man auf der rechten Seite die rot gestrichene Schutzhütte.

Etappe 3: Von der Schutzhütte zum Schweizerhaus

An der Schutzhütte biegt man nach rechts ab. Der Weg geht nur steil bergauf und führt vom Morgenbach weg. Dennoch folgt man weiter den Hinweisschildern des Hildegard von Bingen Panoramawegs. Ich kam ganz schön ins Schnaufen, gebe ich zu. Zum Glück stand auf der Höhe eine Bank, auf der ich mich erstmal ein paar Minuten ausgeruht habe.

Ich folgte dem Hinweisschild Schweizerhaus. Dabei musst ich einmal über umgestürzte Bäume klettern, die den Steig blockierten. Kurz danach hatte ich das Schweizerhaus erreicht. Zur Gastronomie dort kann ich nichts sagen. Vormittags mitten in der Woche war es geschlossen.

Wald Gaststätte Schweizerhaus

1,3 km sagte mein Schrittzähler von der Morgenbachhütte bis zur Gaststätte.

Etappe 4: Über den Eselspfad zur Burg Rheinstein

Nun komme ich zu einer kurzen Etappe, den sogenannten Eselspfad. Er führt bergab vom Schweizerhaus. Dieser Weg ist sehr schmal. Rechts geht es den Abhang steil hinunter und rechts hinauf. Hier braucht man auf jeden Fall Trittsicherheit. Bei Regen rate ich ab, diesen Pfad zu laufen.

Idyllisch ist er schon, der Weg und nach ca 500 m blitzt der Rhein hinter den Ästen der Bäume hervor. Dann öffnet sich der Eselspfad und man sieht die Überreste eines Wachturms. Vom Turm aus sieht man nicht nur das romantisches Rheintal, sondern auch die Burg Rheinstein.

Wachturm bei Burg Rheinstein

Ab hier ist der Eselspfad durch ein Geländer zum Rhein hin abgesichert. Vom Wachturm bis zur Burg Rheinstein sind es nur 200 m. Ich selbst bin dort nicht eingekehrt, weil sie noch geschlossen war, aber eigentlich lohnt es sich, die Burg zu besichtigen.

Burg Rheinstein

Burg Rheinstein gehört seit 2002 zum UNESCO Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. Im Laufe der Zeit war sie unter vielen Namen bekannt, z.B. Burg Voitsberg, Vaitzburg, Vogtsburg oder Burg Bonifatiusberg. Besitzer waren einige Mainzer Erzbischöfe. Seit 1975 ist sie im Privatbesitz der Familie Hecher, die dort die Gastronomie und den Besuchershop betreibt. Die Besichtigung der Burg Rheinstein kostet ein Eintrittgeld von € 7,- Erw./ € 3,50 Kinder (5-14 J.) oder Familien (2 Erw + eigene Kinder bis 14 J.) € 20,-. Es gibt auch Kombitickets mit der Schifffahrtsgesellschaft Bingen-Rüdesheimer ab Rüdesheim.

Etappe 5: Burg Rheinstein bis zum Burg Reichensteinblick

Der Rhein

Von der Burg Rheinstein wanderte ich dann wieder bergauf. Das war zwar nur ein kurzes, steiles Stück, aber angestrengt hat es mich dennoch. An der nächsten Kreuzung lief ich dann nach rechts. Einfach dem Wegweiser Burg Rheinsteinblick folgen. Mich überholte ein Mountainbiker, dem ich ziemlich Respekt zolle, denn der Weg, der danach noch kam, war nichts für schwache Nerven.

Von Burg Rheinstein bis zum Blick auf die Burg Reichenstein sind es 1,4 km.

Burg Reichenstein

Ebenso wie Burg Rheinstein ist Burg Reichenstein in Privatbesitz und auch sie gehört natürlich mit zum UNESCO Weltkulturerbe. Vom Aussichtspunkt Burg Reichenstein bis zur Burg selbst sind es etwa 20 min Fußweg (~1 km). Um die Burg Reichenstein ranken sich einige Legenden. Da gibt es die Geschichte über den Mann ohne Kopf, die geheimnisvolle Grabplatte oder den falschen Brautwerber, welche man auf der Homepage der Burg nachlesen kann.

Etappe 6: Burg Reichensteinblick zurück zur Morgenbachhütte

Langsam und stetig geht der Weg bergan. Hier kann man auch mit mehreren Personen nebeneinander laufen. Auf der rechten Seite windet sich der Morgenbach. An manchen Stellen sieht man Kaskaden und Mini-Wasserfälle. Nach 1,8 km ist man wieder an der Schutzhütte.

Etappe 7: Morgenbachhütte, Steckeschlääferklamm bergauf

Die letzten 2 km bis zum Parkplatz sind nochmal spannend, weil ich versuche, die restlichen Baumgeister in der Steckeschlääferklamm zu finden. Dabei laufe ich kreuz und quer und auch den oberen Weg.

Ich entdecke noch 2 geschnitze Eulen – die musste ich als ReiseEule natürlich ablichten. Es gibt sogar ein Selfie von mir mit Eule, aber das erspare ich euch. Selfies sind einfach nicht mein Ding.

Funfact: Kennt ihr Sid? Das Faultier aus dem Film Ice Age? Das habe ich ebenfalls in der Steckeschlääferklamm entdeckt. Seht selbst.

Sid? Sieht ihm doch ein bisschen ähnlich, oder nicht?

Wie hat euch meine Wandertour gefallen? Seid ihr auch schon in der Steckeschlääferklamm gewesen oder plant ihr einen Ausflug dorthin? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

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