[Kanaldeckel-Geschichten] Mörfelden-Walldorf

Eine Doppel-Gemeinde

Walldorf und Mörfelden sind zwei Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet. Von hier aus ist man innerhalb weniger Minuten am Flughafen. Frankfurt wollte in den 1970er Jahren die Städte eingemeinden, aber diese entschieden sich dagegen und schlossen sich zur Doppelgemeinde Mörfelden-Walldorf zusammen. Seit dem 1.1.1977 gibt es nun diese Stadt, die Waldfelden genannt wurde, aber bereits ein Jahr später in Mörfelden-Walldorf umgenannt wurde.

Das Stadtwappen ist eine Kombination aus den beiden Stadtwappen von Walldorf und Mörfelden.

Mörfelder Stadtwappen

Das Mörfelder Stadtwappen besteht aus einem Eichenzweig mit drei Eicheln und einem Hufeisen. Der Eichenzweig verweist auf die Zugehörigkeit zum Dreieicher Reichsforst. Erst im 16. Jahrhundert kam das Hufeisen hinzu, welches symbolträchtig für das Fuhrgewerbe steht, dass jahrhunderte lang betrieben wurde.

Die Mörfelder pendelten bereits um 1850 in die nahe gelegenen Großstädte Darmstadt und Frankfurt und viele Menschen verdienten ihren Lohn im Baugewerbe. Daher nannte man die Stadt auch das Maurerdorf.

Walldorfer Stadtwappen

Auf dem Walldorfer Stadtwappen ist ebenfalls ein Eichenzweig mit drei Eicheln zu sehen, die Bedeutung ist die gleiche wie in Mörfelden. Darüber hinaus sieht man einen gekreuzten Dreschflegel.

Walldorf wurde von Waldenser Familien gegründet. Hierbei handelt es sich um vertriebene, protestantische, französische Flüchtlinge, die hier eine neue Heimat mit Ackerland fanden. Lange wurde französisch gesprochen, auch in der Kirche. Erst 1815 setzte sich die deutsche Sprache durch.

Die Walldorfer haben ein schweres Erbe der Nazizeit zu tragen. Das KZ-Außenlager Walldorf nahm zwischen August und November 1944 1700 ungarische jüdische Frauen und Mädchen auf und ließ sie am Flughafen Start- und Landebahnen ausbauen und reparieren. Ein Gedenkstein und historischer Lehrpfad erinnert seit dem Jahr 2000 an die dunkle Geschichte, die übrigens bis 1972 in Vergessenheit geraten war und erst dann durch 3 Jugendliche wiederentdeckt worden war.

Mörfelden-Walldorf heute

Mörfelden-Walldorf hat über 34.000 Einwohner und ist von Wald umgeben. Radfahren und wandern ist für jedermann machbar, da es hier sehr flach ist.

Teile des Frankfurter Flughafens liegen auf der Gemarkung von Mörfelden-Walldorf. Viele Menschen leben hier von Fraport als einen der größten Arbeitgeber im Rhein-Main-Gebiet. Den Fluglärm nimmt man dafür in Kauf. Inwieweit sich die aktuelle Lage durch Corona auswirkt, ist noch nicht abzusehen.

Für weiterführende Informationen rund um die Doppelgemeinde empfehle ich einen Besuch der örtlichen Homepage.

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