Kartoffelpuffer – Herzhaft oder süß

Leckere Hausmannskost

Kartoffelpuffer, Grumbeerplätzchen, Reibekuchen, Reiberdatschi… es gibt viele Namen für dieses Kartoffelgericht. Normalerweise essen wir diese fast nur auf dem Weihnachtsmarkt, denn zugegebenermaßen war mir das Reiben bisher zu viel Arbeit. Selbst Mama hat nur sehr selten Kartoffelpuffer selbst gemacht, aus genau demselben Grund.

Dabei ist die Herstellung – abgesehen vom Reiben – extrem einfach, weil man nur wenige Zutaten braucht. Kartoffeln, Zwiebel und Ei – das war es fast schon. Die perfekten Reibekuchen sind außen knusprig und goldbraun und innen weich. Wie man das hinbekommt, verrate ich euch im Schritt-für-Schritt Rezept.

Egal, wie man sie nennt, sie sind immer lecker: Kartoffelpuffer, Reibekuchen, Kardofflkiachla, Tätschli

Der Klassiker

Apfelmus zum Reibekuchen ist wohl der absolute Klassiker. Leider kommt das meist aus irgendeinem Tetrapack. Meine Mama machte das früher immer selbst. Allerdings mag ich kein Obst, in keiner Form. Schon gar keine Äpfel. Aber das soll euch nicht vom Genuß abhalten. Wie ihr Kartoffelpuffer mit selbstgmachtem Apfelmus herstelltt, erfahrt ihr bei Barbara.

Welche Kartoffel soll ich für Kartoffelpuffer nehmen?

Diese Frage spaltet die Nation. Wenn man sich durch den Google-Dschungel gekämpft hat, ist man genauso schlau wie vorher. Die einen behaupten, sie werden nur mit mehlig kochenden Kartoffeln perfekt, die anderen das Gegenteil: Nur mit festkochenden Kartoffeln kann man die Reibekuchen in Form halten.

Ganz ehrlich: es scheint mit allen Kartoffeln zu funktionieren. Wer von Hand reibt, wird mit mehlingen Kartoffeln sicher glücklicher, weil sie weicher sind und sich so im rohen Zustand leichter reiben lassen. Ich selbst habe mich für den Mittelweg entschieden und beim Hofladen meines Vertrauens 1,2 kg vorwiegend festkochende Kartoffeln der Sorte Constatina entschieden und kann nicht klagen.

Kartoffelpuffer Rezept

Ergibt ca 10 mittelgroße Kartoffelpuffer mit Ø 10 cm

Zutaten

  • 1,2 kg Kartoffeln
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 2 Eier
  • 2 Eßl. Haferflocken (oder Mehl)
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Öl oder Palmin zum Braten

Zubereitung

#1 Die Kartoffeln schälen und von dunklen Stellen befreien. Anschließend gut waschen. Die Zwiebel schälen.

#2 Ich habe meine KitchenAid-Maschine mit der Kronenreibe (Kartoffeln), grobe Raspeltrommel (Zwiebeln) und dem Gemüseschneider verwendet. Vorteil: Ich raspele die Kartoffeln direkt in die Schüssel, die ich anschließend zum Vermengen mit den anderen Zutaten nutzen kann.

Ob man die Kartoffelpuffer lieber fein oder grob mag, ist eine eigene Philosophie. Macht es so, wie ihr es mögt. Wer nicht in Besitz einer Küchenmaschine ist, raspelt nun Kartoffeln und Zwiebel per Hand.

#3 Nun ein meiner Ansicht nach wichtiger Schritt für perfekte Reibekuchen, der häufig ausgelassen wird: Den geriebenen „Brei“ auf ein sauberes Küchenhandtuch, welches in einem Sieb ruht, geben und abtropfen lassen. Nicht die komplette Flüssigkeit, aber das meiste, denn sonst schwimmen euch die Kartoffelpuffer nachher weg und werden leider gar nicht knusprig.

Funfakt: Wusstet ihr, dass dieser Kartoffelsaft super gegen Sodbrennen hilft? Geschmacklich ist er zwar keine Offenbarung, aber es hilft. Das weiß ich aus (leidvoller) Erfahrung in der Schwangerschaft. Das war das einzige Mittel, mit dem ich nachts wieder ein paar Stunden Schlaf fand, ohne das Gefühl zu haben, ein feuerspeiender Drache zu sein.

#4 Den Kartoffelteig nun wieder in die Schüssel geben, die Eier und die Haferflocken bzw. das Mehl zugeben. Würzen mit Salz (ca 1 TL), Pfeffer (ca 1 TL) und Muskat (ca 1/2 TL). Alles gut vermengen.

#5 Öl oder Palmin in der Pfanne erhitzen. Sobald es richtig heiß ist, die Temperatur etwas reduzieren. Mein Induktionsherd wird sensationell schnell heiß und hat 9 Stufen. Ich stelle erst auf 9 und reduziere dann auf 7, später wieder auf 8 hochstufen. Wie das bei euch geht, hängt halt vom Herd ab.

Ist die Temperatur zu heiß, verbrennen die Datschi, ist sie zu niedrig, werden sie außen nicht knusprig. Es braucht schon relativ heiße Temperaturen.

So bekommt ihr perfekte Kartoffelpuffer

Nehmt nicht zu wenig Fett, sonst brennen die Puffer an und verbrennen schnell. Aber auch nicht zu viel, sonst spritzt es beim Wenden und ihr könnt euch verbrennen. Mein Tipp: Die komplette Pfanne soll eine dünne Schicht Öl haben. Sobald „freie“ Ölstellen da sind, gebe ich während des Backprozesses immer wieder etwas Öl nach.

#6 Mit einem großen Löffel oder einer Schöpfkelle eine Portion Kartoffelteig ins heiße Fett geben und platt machen. Der Puffer ist ca 1 cm hoch. Sobald die Ränder braun werden, wendet ihr die Plätzchen. Ich verwende 2 Pfannenwender – einer oben, einer unten – , damit das Öl beim umdrehen nicht spritzt. Die zweite Seite ebenfalls goldbraun backen. Pro Puffer dauert das beidseitige Backen ca.4 min.

#7 Den Kartoffelpuffer kurz auf ein Stück Küchenrolle legen, damit das meiste Fett aufgesaugt wird. Danach gebe ich den Datschi in den warmen Backofen bei ca 100°C, bis ich alle Kartoffelpuffer fertig gebacken habe.

Jetzt stellt sich die Frage, wie serviere ich die Reibekuchen. Süß oder Herzhaft?

Herzhafte Variante

Zum Reibedatschi passt sehr gut eine Kräuter- oder Knoblauchsoße, sowie Lachs. Oder ihr probiert mal die argentinische Version mit Peperoni, Oliven und Tomaten.

Zutaten für eine Kräuter- bzw. Knoblauchsoße

  • 200g Creme Fraiche oder Schmand
  • frische oder eingefrorene Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Dill, Borretsch…)
  • Salz, Pfeffer
  • (eine Knoblauchzehe)

Zubereitung

Creme fraiche bzw. Schmand mit allen anderen Zutaten verrühren. Ich nehme im Winter gerne die Gartenkräuter von Frosta aus dem Tiefkühlregal. Davon nehme ich 2 TL. Salz und Pfeffer jeweils ca 1/2 TL.

Den Knoblauch kann man durch die Presse geben oder in kleine Stücke hacken. Natürlich kann man bei der Knoblauchsoße die Kräuter auch weglassen, aber es schmeckt auch super, wenn man alles mischt.

Zutaten für die argentinische, leicht scharfe Soße

  • 120 g grüne, milde Peperoni
  • 100 g grüne, entsteinte Oliven
  • 2 Strauchtomaten
  • türkische Chiliflocken
  • Pfeffer, Salz, Paprika edelsüß
  • Tomatenmark

Zubereitung der Soße Argentina

Die Stiele der Peperonie abschneiden. Die Peperoni in kleine Ringe schneiden. Die Oliven ebenfalls in Ringe schneiden. Die Strauchtomaten waschen und würfeln. Alles zusammen in einen Kochtopf geben und erwärmen. Zum Würzen jeweils ca 1/2 TL Salz, Pfeffer, Paprika und Chiliflocken zugeben. In die warme Soße noch 1 EL Tomatenmark zum Binden geben.

Die Soße kann warm oder später abgekühlt serviert werden.

Nordhessische Variante (süß)

Ich vermute, die nordhessische Variante gab es nur im Haus der ReiseEule. Da ich – wie ich oben schon schrieb – kein Obst mag, gab es bei uns die Kartoffelpuffer immer mit Zimtzucker. Yummy! Falls ihr das noch nicht probiert habt, solltet ihr das unbedingt nachholen.

Dazu mischt man einfach 2 Eßlöffel Zucker mit 1/2 Teelöffel gemahlenem Zimt. Gut verrühren, bis der Zucker gleichmäßig gebräunt ist. Und dann über die noch warmen Kartoffelpuffer streuen.

Guten Appetit!

Das Rezept unterliegt meinem geistigen Eigentum und darf ohne meine Zustimmung nicht verbreitet oder kommerziell genutzt werden. Ein Teilen des Beitrags und ein persönliches Bookmarking zwecks nachkochen/-backen ist aber erlaubt.

Empfohlene Literatur und/oder weiterführende Links zu Reisebloggerberichten

Bei Kasia könnt ihr eine Variation der Kartoffelpuffer nachkochen und ihr erfahrt noch mehr über die tolle Knolle.

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10 Gedanken zu „Kartoffelpuffer – Herzhaft oder süß

  1. Ich liebe Kartoffelpuffer!!! Und da ich einen Thermomix habe, ist für mich das Reiben gar kein Problem. Ich esse sie gerne mit Lachs und Meerrettischsoße oder mit Apfelbrei (Thermomix).
    Ich freue mich zu lesen, dass ich nicht die einzige bin, die kein Obst mag 😉 Wobei ich Früchte aller Art akzeptiere, wenn sie zubereitet wurden, z.B. als Mus, Obstsalat oder im Kuchen. Naja, Beeren gehen auch ganz gut. Aber einfach so in einen Apfel beißen … ne.
    LG
    Sabiene

    1. Das mit dem Duft dachte ich auch, aber komischerweise war das diesmal nicht so. Vielleicht liegt es daran, dass ich sie in Palmin ausgebacken habe und nicht in Öl…
      Fettig ist wahr, aber wenn man sie kurz auf Krepp legt, zieht das einiges an Fett raus.
      Und ab und zu darf man ja auch mal sowas essen, sofern das nicht die Hauptnahrungsquelle wird.

      Liebe Grüße
      Liane

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