Ein Wochenende in Bamberg

Bamberg an einem Wochenende

Bamberg gehört seit 1993 zum UNESCO-Welterbe. Die Altstadt mit den Fachwerkhäusern und dem sehenswerten, alten Rathaus hat uns und unseren Freunden gut gefallen. Wir waren von Freitag bis Sonntag in der fränkischen Stadt an der Regnitz und davon berichte ich heute. Gerne teile ich meine Tipps zum öffentlichen Nahverkehr, den Sehenswürdigkeiten, den kulinarischen Köstlichkeiten, aber auch, wo wir einen Reinfall erlebt haben.

Zentrum Welterbe Bamberg

Anfahrt

Wir hatten uns zur Anreise mit dem Auto entschieden. Dank Corona mochten wir nicht mit der Bahn fahren. Vom Rhein-Main-Gebiet führt die A3 nach Bamberg. Wenn diese voll ist, kann man auch noch über die A70 ausweichen. Wegen einer Vollsperrung war das unsere Route und wir haben inkl. eines Frühstückszwischenstops 3 Stunden gebraucht.

Wer mit der Bahn reisen will, kommt von Frankfurt aus über Würzburg (Umstieg von ICE auf RE) innerhalb von ca 2,5 Std. nach Bamberg.

Unterkunft

Wir hatten 2 Doppelzimmer im B&B Bamberg gebucht. Bei Ankunft mussten wir unseren vollständigen Impfschutz gegen Covid-19 bzw. den Genesenennachweis oder zertifizierten Antigentest vorweisen. Im Hotel bestand die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske in allen öffentlichen Bereichen.

Das B&B Bamberg liegt ca 2,5 km außerhalb des Altstadtbereichs an der Ecke Starkenfeldstraße/Hartmannstraße. Die Zimmer sind funktional. Nicht besonders groß, aber sauber. Ein Manko sind die bodentiefen Fenster, denn man fühlt sich irgendwie beobachtet. Leider gibt es nur eine Verdunkelungsgardine. Hier wäre entweder eine dünne Gardine oder das Anbringen von Milchglasfolie im unteren Bereich der Fenster von Vorteil.

Die Klimaanlage hat einwandfrei funktioniert. Leider gibt es für uns Frauen keinen Schminkspiegel im Zimmer/Bad.

Direkt neben den Betten sind Steckdosen und ein Nachttisch. So kann man prima das Handy laden.

Der Frühstücksraum ist nicht für die Pandemielage konzipiert. Alles ist klein und eng und die Abstände werden nicht eingehalten. Eigentlich sind auch zu wenige Tische für die Stoßzeit vorhanden. Am Buffet darf man sich bedienen, nachdem man Einmalhandschuhe angezogen hat. Bis zum Platz muss natürlich wieder die FFP“-Maske getragen werden.

Neben der Rezeption findet man einen Getränkeautomaten. Solange die Rezeption besetzt ist (unter der Woche bis 23 Uhr, Sa/So bis 22 Uhr), können Erwachsene auch frisch gezapftes Bier erhalten.

Das Hotel ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. In Laufnähe befinden sich mehrere Bushaltestellen, die regelmäßig angefahren werden.

Bamberg

Bamberg liegt im Bezirk Oberfranken, in Bayern. Sage niemals einem Bamberger er sei Bayer! Die Bamberger sind Franken und sehr stolz darauf. Bamberg ist das deutsche Rom, es wurde ebenfalls auf 7 Hügeln gebaut. In der oberfränkischen Stadt vereinigen sich die Flüsse Regnitz und Main. Obwohl der Main der kleinere Zufluß ist, verliert die Regnitz ihren Namen und der Main fließt weiter bis zur Mainspitze, wo er letztlich in den Rhein mündet.

Um die 77.000 Einwohner zählt Bamberg. Dennoch ist die Altstadt klein und kompakt und man kann die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erlaufen. Bamberg wurde in den Weltkriegen fast komplett verschont, daher gehört der Stadtkern zu den am besten erhaltenen Altstädten Deutschlands.

Blick auf das Alte Rathaus

Sehenswürdigkeiten

Altes Rathaus

Das Alte Rathaus ist das wohl bekannteste Fotomotiv der Stadt. Mitten in der Regnitz steht der Bau mit dem auskragenden Fachwerkanbau. Die Brücken verbinden Berg- und Inselstadt miteinander. Besonders bemerkenswert ist die Bemalung des Haupttraktes.

Wer ganz genau hinschaut, wird zwei aus den Fassadenmalereien herausragende Objekte entdecken. Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht.

Im Tordurchgang befindet sich der Eingang zur Porzellansammlung Ludwig.

Der Bamberger Dom

Der romanische Bau des Bamberg Doms (Bamberger Dom St. Peter und St. Georg) gehört zu den Domen, die einen besonderen Bezug zum Kaisertum des Heiligen Römischen Reichs haben und sich daher Kaiserdom nennen darf. Im Jahr 1012 wurde der erste Dom auf dem Domberg geweiht. Das berühmte, steinerne Bild des Bamberger Reiters befindet sich in der Kathedrale.

Der Bamberger Dom und die Neue Residenz

Wir haben den Dom nur von außen betrachtet. Er ist wirklich imposant mit seinen 4 Türmen. Leider ist es bei solchen Gebäuden fast unmöglich sie uneingerüstet abzulichten, denn es gibt immer Reperaturbedarf.

Hain und Buger Spitze

Wer der trubeligen Altstadt für eine Zeit entfliehen möchte, läuft am besten am linken Regnitzarm entlang. Man kommt hier zum Hain, einem Naherholungsgebiet. Da wir am wohl sonnigsten Freitag des Jahres 2021 in Bamberg waren, war der Spaziergang unter den schattigen Bäumen sehr angenehm. Wir kamen dabei an der Hainbadestelle (kostenpflichtig) und dem Bootshaus vorbei. Wir entdeckten ein Denkmal für E.T.A. Hoffmann und hübsche Tempel.

Berganza-Denkmal

Der Dichter E.T.A. Hoffmann lebte eine Weile in Bamberg. Ihm und dem sprechenden Hund Berganza ist die Stele im Hain gewidmet.

Auf dem Weg an der anderen Seite des linken Regnitzarms findet man mehrere, individuell gestaltete Kanaldeckel mit E.T.A. Hoffmann Motiven. Leider haben wir den Weg nicht mehr geschafft.

Das Stadtwäldchen hat sehr romantische Ecken und wird von den Bambergern gerne zum Chillen und Entspannen genutzt. Man kann die Gegend zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Wer bis zur Buger Spitze läuft oder fährt, kann sich dort auch ein Boot leihen oder in der Regnitz schwimmen.

Buger Spitze mit der Skulptur des Heiligen Christopherus

Klein Venedig

Nur ein paar Schritte vom Alten Rathaus entfernt, befindet sich eine Siedlung mit Fachwerkhäusern direkt an der Regnitz. Die Häuser stammen noch aus dem Mittelalter. Die Terrassen ragen über das Wasser. Einmal im Jahr findet auf dem Gewässer das Fischerstechen statt. Das muss ein grandioser Anblick vor der historischen Kulisse sein.

Klein-Venedig

Das richtige Venedig-Feeling kommt auf, wenn man sich mit einer Gondel entlang des Gebäudeensembles schippern lässt. Alternativ kann man ein Ausflugsboot besteigen.

Gondeln wie in Venedig

Kunst in Bamberg

Abgesehen von der Bemalung des Alten Rathauses ist Bamberg nicht gerade als Kunstmetropole bekannt. Doch ein Blick auf die kleinen Kunstwerke, die sich in der Stadt verteilen, lohnt sich. Natürlich kann nicht jeder jedem Kunstwerk etwas abgewinnen, aber eine Stadt ohne Skulpturen und Kunstwerke ist nur halb so sehenswert.

Schönleinsplatz

Am und um den Schönleinsplatz findet man mehrere Skulpturen und Kunstwerke. Da ist zuerst einmal die Büste des Namensgebers Johann Lukas Schönlein. Schönlein wurde 1793 in Bamberg geboren, studierte Medizin und wurde 1840 Leibarzt König Friedrich Wilhelm IV. Nachdem der König auf den Thron verzichtet hatte, kehrte Schönlein in seine Heimatstadt Bamberg zurück, wo er im Januar 1864 verstarb.

Johann Lukas Schönlein

Brandmal

Bamberg hat auch eine dunkle Vergangenheit was die Hexenverfolgung angeht. Zwischen 1612 und 1631 wurden mehr als 1000 Frauen, Kinder und Männer verfolgt, gequält, gefoltert und ermordet. Daran erinnert das Brandmal auf dem Schönleinsplatz. Abends ist die Skulptur illuminiert und die „Brandherde“ glühen.

Meeting

Ist das Kunst oder kann das weg? Ich glaube, die Figurengruppe Meeting des chinesischen Künstlers Wang Shugang ist eines der am meisten polarisierenden Kunstwerke Bambergs. 8 rot lackierte, lebensgroße Männer hocken im Kreis am Schönleinsplatz, keine Regung läßt sich aus den Gesichtszügen ableiten. Soll man, darf man sich in den Kreis integrieren? Ja, die Männer sollen zum Nachdenken und Einfügen anregen.

Meeting

Etwas despektierlich bezeichnen die Bamberger das Kunstobjekt als „Scheißerle“. Dabei steht die 8 in China für Glück und Wohlstand und wer weiß, vielleicht geht das auf denjenigen über, der sich darauf einläßt. Ich habe mir das Karma jedenfalls nicht nehmen lassen.

Schilder

Kleinkunst nenne ich die Schilder. Während in Großstädten Lichtreklame überwiegt, findet man in der Altstadt Bambergs noch hübsche Werbebotschaften aus Metall. Mein Tipp: Öfter mal nach oben schauen.

Bamberg kulinarisch

Bier oder Frankenwein?

Obwohl die Region Franken für ihre Bocksbeutelweine berühmt ist, gilt Bamberg als Bierhauptstadt. Unzählige Brauereien haben hier ihren Sitz und für jeden Geschmack findet man den richtigen Hopfensaft. Wer in Bamberg nicht wenigstens einmal das Rauchbier probiert hat, war nicht wirklich in der Frankenmetropole. Dabei sagen die Bamberger selbst, dass das erste Rauchbier nicht schmeckt, das zweite Ok ist und ab dem dritten mag mans.

Schlenkerla

Im Wirtshaus Zum Schlenkerla ist immer was los. Bei schönes Wetter holt man sich sein Seidla (500 ml Bierkrug) im Wirtsraum und stellst sich dann – wie bei englischen Pubs – mit dem Glas vors Haus und lässt den lieben Gott einen guten Mann sein.

Das Rauchbier wird bis heute traditionell im Eichenholzfass gereift. Es ist ein untergäriges Märzenbier.

Hofbräu

So, nu mal Butter bei die Fische. Das Hofbräu ist am besten Platz Bambergs angesiedelt. Der Biergarten ist immer voll. Aber ganz ehrlich: Das war der größte Reinfall, den wir kulinarisch in Bamberg erlebt haben. Das Bier war gut, aber das war es dann auch schon. Die Speisekarte offenbart fränkische Köstlichkeiten, wie Schäuferla und Co. Ich bestellte Krustenbraten mit Wirsing und Kloß. Das arme Schwein hatte bestimmt ein sehr, sehr langes, aufregendes Leben hinter sich, bevor es im Kochtopf landete. Zwar hatte der Braten eine dicke Fettkriste, die normalerweise ein Garant für saftiges Fleisch ist, aber man kann es dennoch zäh bekommen. Die Kruste war steinig. Ich war froh, dass ich ein kräftiges Gebiss habe. Das Fleisch trocken und zäh. Der Wirsing war mit Kartoffelbrei verrührt und ich vermute, man hatte vergessen zu würzen. Den Kloß habe ich erst gar nicht probiert. Auch mein Mann und unsere Freunde hatten nicht mehr Glück mit ihren Speisen.

Brauerei Gaststätte und Biergarten Greifenklau

Für den zweiten Abend wollten wir nicht wieder einen Reinfall erleben und verließen uns auf die Empfehlung für den gemütlichen Biergarten Greifenklau. Leider war kurzfristig keine Reservierung mehr möglich, aber am Telefon sagte man uns, dass nur 1/3 der Tische reserviert würden, der Rest würde vergeben nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, sitzt zuerst“. Daraufhin beschloss wir, nicht zu spät dorthin zu gehen.

Wir waren gegen 17.30 Uhr da und bekamen auch sofort einen Tisch (später sahen wir eine Warteschlange bis zur Straße). Bier kann man in Bamberg überall trinken und nichts falsch machen. Auch das Radler war ausgewogen. Die Bedienung war super nett und gut drauf. Wie man auf dem Foto sieht, hatte ich mir ein Egerlingsschnitzel mit Pommes und Beilagensalat bestellt und das war echt lecker und sein Geld wert. Die Portion war mehr als ausreichend. Mein Mann hatte am Schäuferla nichts auszusetzen.

Typische Biergartenportion

Das Greifenklau liegt etwas oberhalb der Altstadt am Laurenziplatz. Parkplätze sind vorhanden, allerdings nicht allzu viele. Wir waren mit dem Bus dort. Der hält direkt gegenüber des Biergartens und fährt regelmäßig.

Café Restaurant Michaelsberg

Sonntag Morgen hatten wir Lust auf einen Kaffee. Nachdem in der Stadt viele Cafes entweder geschlossen hatten oder überfüllt waren, entschieden wir uns, unser Busticket (Info dazu unten) zu nutzen und auf den Michelsberg zu fahren. Die Kirche bzw. das Kloster war leider komplett eingerüstet, aber wenn man drum herum läuft, hat man ganz Bamberg unter sich. Wir kehrten spontan im Café Michaelsberg ein und bekamen einen Tisch unter den Bäumen, sodass wir gut im Schatten sitzen konnten.

Blick über Bamberg vom Cafe Michaelsberg

Die Bedienung war freundlich und unsere Bestellung kam zügig. Der Herd war an diesem Tag ausgefallen, sodass es einige Speisen nicht gab, aber es mangelte nicht an Alternativen und eine kleine Aufmerksamkeit auf Kosten des Hausen wegen der Unannehmlichkeiten gab auch noch.

Vom Michaelsberg liefen wir zurück zur Stadt. Es gab viele Stufen zu überwinden, aber bergab war das für uns kein Problem.

Busticket am Wochenende

Busfahrten sind oft teuer und dann sind die Busse oft überfüllt, weil die Taktung zu groß ist. In Bamberg waren wir mal echt überrascht und begeistert. Kauft man nämlich samstags ein TagesTicketSolo oder -Plus, ist das auch noch sonntags gültig.

Wer sich nur innerhalb Bambergs fortbewegt, braucht ein Ticket der Stufe D. Tickets erhält man beim Busfahrer, an Ticketautomaten (die wir leider nirgends gesehen haben) oder an Verkaufsstellen.

Ein Einzelticket kostet für Erwachsene € 2,-. Ein Viererticket kostet € 6,80 – dabei kann man z.B. als Einzelperson 4x fahren oder zu zweit je 2x oder mit 4 Personen je einmal fahren. Das Ticket ist nicht personengebunden.

Nun aber zum Wochenendhighlight: Das TagesticketSolo für eine Einzelperson kostet für € 4,50, das TagesticketPlus kostet für 2 Erwachsenen (+ bis zu 4 Kindern unter 18 Jahren oder einer Radoption) gerade mal € 7,20. Wie gesagt, kauft man es an einem Samstag ist es auch noch am Sonntag gültig.

Ein Rechenbeispiel: 2 Erwachsene fahren samstags einmal in die Stadt und zurück, würden sie mit Einzeltickets € 8,- bezahlen, mit dem TagesticketPlus sparen sie bereits jetzt € -,80. Das Viererticket wäre jetzt zwar noch € -,40 günstiger, aber will man am Sonntag nochmal in die Stadt, auf den Michaelsberg oder so, dann würde man ja nochmal € 6,80 zahlen müssen und das TagesticketPlus ist immer noch gültig und kostet nichts mehr.

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In Bamberg gibt es natürlich noch viel mehr zu entdecken. Museen, Naherholdungsziele, weitere Kneipen und Cafés und und und. Da wir super Sommerwetter hatten, haben wir fast nichts Indoor unternommen. Ich hoffe, ich konnte euch trotzdem inspirieren. Geht auf eigene Erkundungsreise und berichtet mir gerne davon. Ich lese gerne nette Kommentare und weitere Anregungen.

Empfohlene Literatur und/oder weiterführende Links zu Reisebloggerberichten

Richtig viele und gute Informationen von einer Bambergerin erhaltet ihr auf wandernd.de

Tipps für Familien in Bamberg hat Spaness für dich.

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2 Kommentare zu „Ein Wochenende in Bamberg“

  1. Bamberg scheint ja ein sehr schönes Städtchen zu sein ! Danke für diesen informativen Beitrag.
    Klar das Foto mit dem Alten Rathaus gehört natürlich dazu, auch wenn man es schon hundertfach gesehen hat. Es ist überall zu finden !
    Das mit dem Bier wusste ich auch nicht !

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