Rezension: Fettnäpfchenführer Köln

Fettnäpfchenführer Köln aus dem Conbook Verlag

Autorenteam: Monika Sandmann und Dirk Udelhoven

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Inhalt lt. Verlagshomepage:

Die 24-jährige Modebloggerin Ulla aus Itzehoe zieht der Liebe wegen nach Köln. Erst einmal nur ein Jahr zur Probe, versteht sich, um zu sehen, ob sie dort heimisch werden kann. Doch bevor sie die Stadt am Rhein und ihre selbstbewusste Bevölkerung kennen- und lieben lernt, tritt sie in so manches tiefe Fettnäpfchen!

Wo bin ich hier nur gelandet, denkt sich Ulla, als sie einen Halven Hahn bestellt, aber alles andere als gebratenes Federvieh serviert bekommt. Was hab ich nur falsch gemacht, fragt sie sich, nachdem sie nach einem wunderbaren gemeinsamen Nachmittag kein Sterbenswörtchen mehr von ihrer neuen Bekanntschaft hört. Und meinen die das wirklich ernst, will Ulla wissen, als Securities sie scheinbar ohne Grund am Betreten eines öffentlichen Platzes hindern. Zum Glück passt ihr Freund Stefan gut auf sie auf und klärt sie immer wieder über die wichtigsten Grundsätze auf: Köln ist die schönste Stadt der Welt. Kölsch ist das leckerste Bier, der 1. FC Köln der beste Fußballverein und der Dom das bedeutendste Bauwerk unseres Planeten. Ob es Ulla wohl gelingt, das zu verinnerlichen?

Neuerscheinung November 2020

Überleben zwischen Himmel und Ääd

Die schleswig-holsteinische Modebloggerin Ulla zieht an den Rhein, nach Köln. Ganz klar, dass in der Stadt des terminierten Frohsinns einige Fettnäpfchen auf das verliebte Landei warten. Kölsch ist nicht nur ein süffiges Gebräu, sondern auch die Sprache der Kölner und die ist für Außenstehende nicht immer leicht verständlich. Auch Ulla muss da einiges lernen. Denn wer meint, man könne aus dem Kontext ableiten, dass ein Halver Hahn ein halbes Brathähnchen ist, wird schnell eines besseren belehrt.

Reiseführer mal anders

In 38 kurzen Kapiteln wird der Leser durch Köln geführt. Der Leser erfährt, wie die Kölner ticken, was ihnen heilig ist und wo sie plötzlich gar keinen Spaß mehr verstehen. Man lernt die Stadtteile, die auf Kölsch Veedel genannt werden, kennen. Schnell erklärt sich, dass ein echter Kölner/eine echte Kölnerin niemals auf der Schäl Sick – der falschen/schlechten Rheinseite – wohnen wird.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie man mit dem Fettnäpfchenführer Köln in der Hand durch die Stadt geleitet wird, auf den Spuren nach den benannten Plätzen, Straßen und Sehenswürdigkeiten.

Themenauswahl

Beleuchtet werden kulinarische Eigenheiten – man erfährt zum Beispiel, warum das Kölsch(Bier) nur im 0,2 l Glas serviert wird. Aber auch wie man den ständigen Nachschub durch den Kellner, hier Köbes genannt, unterbrechen kann.

Unter die Lupe genommen wird natürlich die Fünfte Jahreszeit, die in Köln Karneval und nicht etwa Fastnacht oder Fasching heißt. Die Zahl 11 spielt eine elementare Rolle, ebenso wie die Figuren des Kölner Dreigestirns. Das Kölner Grundgesetz KGG wird durch die Autoren gerne und häufig zitiert – für meinen Geschmack etwas zu häufig.

Thematisiert wird auch die Rivalität der beiden, sich gegenüberliegenden Großstädte Köln und Düsseldorf. Historisches Hintergrundwissen zum Hauptthema des Kapitels erfährt der Leser durch die grau unterlegten Infoboxen.

Für alle, die in Köln unterwegs sind, findet man die Do’s und Don’ts in Kurzform auf dem mitgeliefteren Lesezeichen.

Aufteilung des Buchs

Das Buch liest sich leicht. Die Kapitel sind weder zu kurz noch zu lang. Es ist klar strukturiert, so wie man sich das wünscht. Am Anfang ist ein Inhaltsverzeichnis, dann die durchnummerierten Kapitel, letztlich ein Anhang mit Do’s & Don’ts und das Glossar.

Ulla hangelt sich durch Alltagssituationen und durch ihr „Probejahr“ in Köln, dass am Schluss noch eine überraschende Wendung nimmt. Sie lernt die Mentalität kennen und beginnt die Offenheit der Städter wertzuschätzen. Die Familie von Stefan und die neu gewonnen Freunde machen es ihr leicht sich zu integrieren.

Qualität des Buchs

Das Buch hat einen festen Einband, das Papier ist hochwertig und nicht zu dünn. Die Schriftart lässt sich gut lesen, die Schriftgröße ist optimal. Das Buch hinterlässt einen vortrefflichen Eindruck.

Über die Autoren

Der aufmerksame Leser erfährt, welchen Bezug Frau Sandmann und Herr Udelhoven zu Köln haben. Trotz regelmäßigen Fernwehs zieht es das Paar stets in die Rheinmetropole zurück. Das Buch basiert auf fundierten, persönlichen Kenntnissen der Stadt und der Menschen.

Persönlicher Eindruck/Kritik

Ich habe das Büchlein sehr gerne und innerhalb weniger Tage durchgelesen. Es hat mich nach Köln mitgenommen und da ich bereits mehrfach in der Stadt war, konnte ich mir viele Stationen gut vorstellen. Wer noch nicht in Köln war, kriegt sicher Lust auf eine Städtereise.

Die Kapitel rund um den Karneval haben mich an mein Wahlheimat Mainz (wo ich wohne) erinnert, denn auch hier ticken gerade zur Fastnacht die Uhren anders. Zwischen Mainz und Köln und der Mentalität der Bewohner gibt es etliche Paralellen. Ein entsprechendes Pendant „Fettnäpfchenführer Mainz“ würde ich mir sofort zulegen.

Ein paar Kleinigkeiten möchte ich noch anmerken:

  • Der rote Faden – Ullas „Beruf“ als Influencerin im Modebereich – zieht sich leider nicht ganz so durch, wie ich es mir erhofft habe. Nur am Rande wird auf diese Tätigkeit eingegangen. Die Fettnäpfchen sind überwiegend im privaten Bereich angesiedelt.
  • Bei einigen Kapiteln hätte ich mir etwas mehr „Storytelling“ gewünscht. Die Autoren schweifen leicht in den informativen Bereich ab und lassen die Geschichte in der Luft hängen.
  • Insgesamt frage ich mich manchmal, warum Stefan seine Liebste so ins Messer laufen lässt und ihr nicht beratend zur Seite steht. Kein Wunder, dass sie in alle Fettnäpfchen mit Anlauf und beiden Füßen gleichzeitig springt.
  • Die kölschen Sätze werden netterweise immer direkt auf Hochdeutsch übersetzt. Im Anhang findet sich dann nochmals eine Auflistung aller mundartlichen Begriffe. Allerdings könnte man von mir aus gerne die Übersetzungen bei Wiederholungen weglassen.

Fazit

Bewertung: 4 von 5.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen für dieses Buch. Wer auf der Suche nach einer kurzweiligen Urlaubslektüre ist und sich nicht mit einem trockenen Reiseführer auseinander setzen möchte, ist mit dem Fettnäpfchenführer Köln: Überleben zwischen Himmel und Äad von CONBOOK gut beraten.

Allzu hohe Erwartungen oder eine durchgängig fließende Geschichte darf man nicht erwarten. Der Preis für das Buch ist angemessen. Trotz Kritik meinerseits gebe ich eine Leseempfehlung.

Informationen zum Buch

November 2020 (1. Auflage)

Gebunden, Flexcover, 256 Seiten

ISBN: 978-3-95889-371-9

€ 12,95 [D], € 13,40 [A], SFr. 18,90* [CH]

Das Buch ist im CONBOOK-Verlag erschienen. Ihr könnt es über den örtlichen Buchhandel bestellen oder bei Amazon* |Werbelink erwerben.

Transparenzhinweis

Das Buch Fettnäpfchenführer Köln von Monika Sandmann und Dirk Udelhoven wurde mir vom Verlag CONBOOK kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dennoch lasse ich meine Meinung davon nicht beeinflussen und gebe meine ganz persönliche Einschätzung hier ab.

Ich danke dem CONBOOK Verlag für das mir entgegen gebrachte Vertrauen und die Zusammenarbeit.

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Fettnäpfchen in der Mainzer Fastnacht? Dazu habe ich einen Artikel verfasst. Viel Spaß.

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5 Gedanken zu „Rezension: Fettnäpfchenführer Köln

  1. Das ist ja mal eine süße Herangehensweise. 😉
    Ich mag es, wenn Themen anders angefasst werden.
    Das macht auf alle Fälle neugierig.
    Vielen Dank für die Tipp.
    Viele Grüße
    Tanja

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