Buchrezension: Bonusland von Götz Nitsche

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Bonusland Neuseeland

Untertitel: Ein Mann, ein Rad, eine Sehnsucht

Die klassische Vorstellung von Neuseeland – Schafweiden

Inhalt lt. Verlagshomepage:

Nach dem Studium steht Götz eine erfolgversprechende Karriere als Ingenieur bevor, doch irgendetwas zieht ihn in die andere Richtung. Anstatt sich einen Job zu suchen, schultert er seinen Rucksack und folgt dem Sommer um die Welt. […] Er reist durch die Regenwälder des Nordens, über die rollenden Hügel des Westens, bis zu den Kratern der Vulkane im Zentrum der Nordinsel. Er quält sich durch die raue Westküste der Südinsel, erforscht die feinen Sandstrände der Nationalparks und überschreitet die Südalpen in einem Mammutmarsch. Er trinkt aus Flüssen, wäscht sich in Seen und schläft unter Brücken.

Schließlich lernt er Menschen kennen, die ihm den Spiegel vorhalten, die ihm zeigen, was ein erfülltes Leben wirklich ausmacht. Er muss feststellen, dass er mit seiner Jagd nach dem Abenteuer die Sorgen über die Zukunft in der Heimat nicht übertönen kann. Und schließlich begreift er, worum es auf seiner Reise wirklich geht.

Als Götz mich fragte, ob ich Lust hätte sein Buch zu rezensieren, sagte ich begeistert zu. Ich hatte über Facebook bereits vorher Kontakt mit ihm, da er wie ich Grönland bereist hat. Und in Neuseeland war ich ebenfalls bereits zweimal. Da haben wir Paralellen. Bei seiner Reise hat er mich also nochmal nach Neuseeland mitgenommen und viele, schöne Erinnerungen geweckt.

Rezension

Götz Nitsche hat eine Freundin. Die Beziehung geht in die Brüche. Er will sich nicht binden. Verbindlichkeiten ängstigen ihn. Sein Studium ist beendet und nun müsste eigentlich der Ernst des Lebens beginnen. Doch er fühlt sich eingeengt. Das soll nun sein Leben für die nächsten Jahre sein? Die tägliche Gleichförmigkeit, Karriere, Beziehung, Kinder, Hausbau…?

Götz beschließt, erstmal durch die Welt zu reisen und sich darüber klar zu werden, wie der „Rest seines Lebens“ aussehen soll. Ein Jahr Auszeit visiert er an. Ganz klar, es muss eine Rucksack-Tour sein.

„Die Rucksackreise ist der coole Bruder der Pauschalreise.“

Mit einer gewissen „Überheblichkeit“ und „Besserwisserei“ bucht er ein Ticket nach Mittelamerika. Die Brust stolz geschwellt, will er Abenteuer erleben und jeglichen Konflikten aus dem Weg gehen. Doch auch in Mittelamerika tauchen Hürden auf, die es zu meistern gilt und nachdem einiges schief läuft, beschließt er, nach Neuseeland zu gehen. Als Jugendlicher war er dort bei einer Gastfamilie und hatte die Schulbank gedrückt.

Neuseeland also, doch nicht mehr als Rucksacktourist, sondern mit dem Fahrrad soll die Tour über Nord- und Südinsel führen. Rucksack ist was für Einsteiger. Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Kommt gar nicht in Frage. Hilfe annehmen? Nö, wozu.

„Ich wollte allein reisen. Aber insgeheim schlackerten meine Knie vor Angst.“

Man merkt Götz am Anfang des Buches immer wieder die Zerrissenheit an. Nach außen will er den Eindruck des coolen, selbstsicheren Typen verkörpern, aber im Inneren kämpft er mit sich selbst. Er will sich über die Zeit danach keine Gedanken machen, kann das aber nicht abschalten. Er will cool sein, trifft aber immer wieder auf andere Menschen, die ihm viel cooler vorkommen und denen er irgendwie nacheifern will.

Und dann ist da noch die Sache mit der Bucket List. Was muss man in Neuseeland gesehen haben? Welche Abenteuer muss man mitgenommen haben, um sagen zu können, dass man dort war und das man richtig was erlebt hat?

„Was macht es denn für einen Unterschied, wenn ich selbst in die Höhle absteigen kann? Weil ich dann sagen kann, dass ich dort war? Weil ich dann selbst ein Foto in die endlosen Sphären des Internets laden kann? Bin ich deswegen ein glücklicherer Mensch?“

Immer wieder kommen Momente, bei denen ich den Eindruck hatte, er hätte sie gerne intensiv genossen, aber sein Kopf funkte dazwischen. Götz Nitsche wirkt bis weit über die Hälfte des Buches hinaus gehetzt und getrieben. Auf der Suche nach sich selbst. Auf der Suche nach dem Glück.

Zufriedenheit findet er an einem Strand und einer geheimen Bucht. Hier hat man das erste Mal das Gefühl, dass er loslässt und den Kopf ausschaltet. Immer wieder trifft er auf Menschen, die ihm den Spiegel vorhalten und ihn erden. Doch lange halten diese Augenblicke nicht an. Er kommt nicht aus seinen, sich selbst auferlegten Prinzipien raus.

Und doch merkt man gegen Ende des Buches, wie er sich verändert. Ganz langsam, aber unaufhaltsam. Er merkt, dass eine Beziehung nicht einengend sein muss, sondern durchaus bereichern kann. Er trifft Menschen, die ihm das zeigen. Die ihm zeigen, dass er selbst für sein Glück und seine Zufriedenheit zuständig ist. Das er jeden Tag seines Lebens selbst und neu ordnen kann.

Am Ende des Buches wirken die Worte von Götz Nitsche viel ruhiger und gelassener. Weiser. Neuseeland hat ihn „zum Mann“ gemacht. Was nicht bedeutet, dass er nun spießig geworden ist, sondern dass er Perspektiven und neuen Träume hat.

Fehler sind keine Fehler, sondern Wegweiser in eine neue Richtung. In der Nachbetrachtung müssen sie sein. Die kleinen (und größeren) Steine auf dem Weg, waren dazu da, um erwachsen zu werden. Und das meine ich positiv. Erwachsen, aber nicht langweilig.

„Denn es sind nicht die flüchtigen Momente des Glücks, die ein glückliches Leben ausmachen, sondern eine andauernde Grundzufriedenheit.“

Dieses Zitat vom Ende des Buches kann ich bestätigen. Neuseeland verändert. Neuseeland macht glücklich, wenn man sich auf seine Menschen einlässt. Letztlich ist es egal wie man reist, man muss sich nur öffnen, für die magischen Orte und den Puls der Erde eindringen lassen. Könnte man das nicht auch woanders auf der Welt? Sicher kann man das. Sein Bonusland, wie Götz es beschreibt, muss jeder für sich finden und definieren. Aber am Ende der Welt ist das vielleicht leichter…

Anmerkung

Anfangs kam ich schlecht zurecht mit den eingefügten Rückblenden. Mit der Zeit habe ich mich reingelesen. Ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn die Rückblenden z.B. in kursiver Schrift verfasst worden wären.

Informationen zum Buch

März 2019 (1. Auflage)

Premium-Paperback mit Einbandklappen, 352 Seiten

ISBN: 978-3-95889-197-5

€ 14,95 [D], € 15,40 [A], SFr. 21,90* [CH]

Das Buch gibt es natürlich bei Amazon*.

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Danksagung

Lieber Götz, ich danke dir, dass du mich auf die Reise nach Neuseeland mitgenommen hast. Ich konnte mich in viele Situationen einfühlen. Da ich bereits selbst zweimal in Neuseeland war, kannte ich die meisten Orte. Die innere Zerrissenheit konnte ich nachfühlen. Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute und das du die Partnerin findest, die du dir erhoffst. Damit ihr gemeinsam Erlebnisse teilen könnt, wie das „alte Eherpaar“ in deinem Buch. Sei zufrieden und glücklich und bewege die Erlebnisse stets in deinem Herzen, wenn dich der Alltag mal wieder einholen sollte.

Meine Neuseelandberichte findet ihr, wenn ihr diesen Neuseeland-Link anklickt.

Transparenzhinweis

Ich bedanke mich bei Götz Nitsche und dem Verlag ConBook, die mir das Buch kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Dennoch lasse ich meine Meinung davon nicht beeinflussen und gebe meine ganz persönliche Einschätzung hier ab.

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