Botanischer Garten der JGU Mainz

Öffentlich zugänglicher Lehrgarten

Stand Juni 2020

Der Botanische Garten gehört zur Johannes-Gutenberg Universität in Mainz und ist auf dem Campusgelände beheimatet. Das heißt aber nicht, dass dieser nur den Studierenden zur Verfügung steht. Jedermann ist herzlich willkommen, sich den Lehrgarten anzuschauen.

Der Garten ist größer als ich dachte. Viele Wege durchziehen das Gelände. Sie sind nach bedeutenden Botanikern, Gärtnern und Naturforschenden benannt.

Gründung

In der Nachkriegszeit wurde der Botanische Garten zwischen 1946 und 1955 angelegt. Gegründet wurde er von Prof. Dr. Wilhelm Troll, der entsprechen auch der erste Direktor wurde. Max Top, der erste Technischen Leiter des Gartens, unterstützte Prof. Troll dabei.

Von Anfang an waren die Gartenanlagen auch dem breiten Publikum geöffnet. Nur die Gewächshäuser wurden erst Anfang der 90er Jahre für alle geöffnet. Zur Zeit sind sie wegen der Coronaverordnung allerdings wieder verschlossen.

Prof. Trolls Hauptaugenmerk galt „dem Ordnenden und Verbindenden in der Formenvielfalt der Pflanzen“ (Zitat aus 60 Jahre Botanischer Garten Mainz). Der Botanische Garten und seine Bibliothek wurden zu den wichtigsten Grundlagen seines Lehrstuhls.

Bilder aus dem Botanischen Garten

Der Botanische Garten ist in verschiedene Bereiche gegliedert. Am Eingang befindet sich das Alpinum, dann gibt es die Bereiche Natur- und Kulturlandschaften. Eine Besonderheit ist die Nachbildung des Mainzer Sandes in der Gartenmitte. Die dort wachsenden Pflanzen sind einmalig in Deutschland und stehen größtenteils unter Naturschutz.

Kunst im Garten

Mehrere Skulpturen sind im Botanischen Garten verteilt. Wer aufmerksam die Wege abläuft, wird die teils hinter Büschen verborgenen Kunstwerke finden.

Susanne sitzend

Susanne sitzend, geschaffen von Anne-Marie Kuprat

Ein mystische Platz vor geordneten Pflanzenbeeten – setz dich zu Susanne und schaue den Libellen und Bienen zu, die hier ihre Arbeit verrichten. Susanne sitzt bereits seit Mai 2014 bei jedem Wetter auf der Steinbank.

Bärin mit Jungen

Bärin mit Jungen, geschaffen von Anne-Marie Kuprat

Extra zum Amüsement von Kindern steht diese Bärin mit ihren zwei Kindern im Bereich des nordamerikanischen Arboretum. Die Skulptur wurde aus Bronze gegossen.

Elisabeth II

Elisabeth II, geschaffen von Reinhold Petermann

Ob mit Elisabeth II die amtierende, britische Königin gemeint ist? Ich weiß es nicht, vermute aber mal Nein. Ich glaube kaum, dass die Queen für einen Akt zur Verfügung stand.

Die Skulptur der Elisabeth steht malerisch eingerahmt von Birkenzweigen an einem Seerosenteich. Ob sie wohl baden mag? Wer weiß das schon. Gefertigt wurde das Werk bereits 1969, aber erst seit Oktober 2010 steht es, gespendet von Prof. Dr. Elisabeth Gateff im Botanischen Garten.

Denkmal für Guillaume Fichet

Denkmal für Guillaume Fichet, geschaffen von Lionel Auvergne

Direkt nach dem Eingang zum Botanischen Garten, nachdem man am Alpinum vorbei ist, trifft man auf dieses monumentale Werk, welches nach Entwürfen von Octave Simon entstand. 2010 wurden zwei gleiche Skulpturen gegossen, davon steht diese in Mainz, die andere in der Cité Universitaire in Paris.

Guillaume Fichet war Direktor der Pariser Universität Sorbonne. Er führte 1470 in Frankreich die Buchdruckkunst à la Johannes Gutenberg ein. Die Druckerpresse auf der rechten Seite des Fichet-Denkmals weist darauf hin. Das Buch in der anderen Hand ist eine Allegorie für das geistige Werk des Franzosen.

3 Tore

3 Tore, geschaffen von Sabine Classen

Erst seit Februar 2020 steht dieses Werk aus gebranntem Schamotte im Botanischen Garten Mainz. Die Künstlerin nennt es auch „begehbares Kunstwerk“. Die Texte sind aus verschiedenen Kulturen. Rechte Winkel sucht man hier vergebens.

Der Aufbau glich einem Puzzlespiel. Aus 31 Einzelteilen wurde es zusammengesetzt. Die feierliche Einweihung musste wegen des Lockdowns auf Eis gelegt werden.

Tanzpartie

Tanzpartie, geschaffen von Prof. Eberhard Linke

Ein Tänzchen auf der Obstwiese, ist das denn erlaubt? Diesem Bronzepaar auf jeden Fall. Die Originalskulptur ist aus Terrakotta und war 2013 ein Hauptexponat der Ausstellung „Faszination Mensch!“, die in den Räumen meines Freundes Rolf in der Galerie Mainzer Kunst stattfand. Dort wurde sie von Prof. Gateff entdeckt, die anbot, das Tanzpaar in Bronze gießen zu lassen und dem Botanischen Garten zu schenken.

Es gibt noch weitere Kunstwerke, aber ein bisschen sollt ihr selbst entdecken, wenn ihr den Garten besucht. Haltet die Augen offen.


Hat euch der Einblick gefallen? Seid ihr auch Fans von Botanischen Gärten oder Parks? Blumen und Blüten gehen bei mir immer. Ich liebe außerdem Gartenschauen – Bundes- oder Landesgartenschauen. Die schönste Gartenschau die ich je besuchte, fand 2008 in Bingen statt. Übersichtlich, strukturiert und liebevoll gestaltet entlang des Rheinufers. Keine andere Gartenschau konnte mich je so überzeugen wie diese.

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4 Gedanken zu „Botanischer Garten der JGU Mainz

  1. Eine Freundin von mir hat in Mainz studiert. Immer wenn ich sie besucht habe, waren wir im Botanischen Garten spazieren. Der ist wirklich sehr schön und ungeheuer groß. Kann ich jedem, der in Mainz zu Gast ist, nur empfehlen!

  2. Hallo,

    ich bin ein großer Fan von botanischen Gärten und Parks. Den in Mainz habe ich noch nicht gesehen. Ich würd mich dann mal zu Susanne setzen und dem Treiben zuschauen.

    Liebe Grüße
    Renate

    1. Liebe Renate,

      bei Susanne ist es sehr lauschig. Kann ich dir empfehlen.
      Obwohl ich so oft in Mainz unterwegs bin, habe ich es auch jetzt erst geschafft, mir den Botanischen Garten mal anzuschauen und ich war und bin begeistert.

      Liebe Grüße
      Liane

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