Rundroute mit dem Rad entlang des Mains – Regionalpark Rhein-Main

Regionalpark Rhein-Main

Seit einigen Jahren entsteht rund um die Metropolregion Frankfurt ein attraktives Naherholungsangebot – der Regionalpark Rhein-Main. Bekannte und fast vergessene Landschaften wurden durch ein gut ausgebautes und ausgeschildertes Rad- und Wanderwegenetz miteinander verbunden. In den Weilbacher Kiesgruben steht das Haupthaus. Hier kann man sich umfassend über alle bereits durchgeführten und noch geplanten Maßnahmen erkundigen. Hier erhält man auch kostenfrei Kartenmaterial.

Kartenmaterial

Ich plane gerne mit Hilfe dieser Karten meine Strecken und nehme sie mit. Klar gibt es heute auch alles als App, aber ich bin halt Ü 50 und manchmal ein bisschen „Oldscool“. Immerhin kann ich noch Karten lesen 😉

Die Rundroute, die ich euch heute vorstelle, kann man mit Hilfe der Karte genau so nachfahren oder -laufen. Die Strecke ist gut bis sehr gut gepflegt und beschildert. Alle Radweg, die zum Regionalpark gehören, sind grün ausgeschildert. Die große Regionalpark Rundroute erkennt man zudem an einem roten, durch 2 weiße Streifen durchbrochenen Pfeil.

Startpunkt Schneckenbrücke

Ganz genau genommen habe ich die Tür natürlich an meiner Haustür gestartet. Um euch die Möglichkeit des Nachradelns zu ermöglichen, wähle ich als Startpunkt die Schneckenbrücke in Mainz-Kostheim. Diese wurde 2002 neu gebaut, nachdem die alte Fußgängerbrücke marode und baufällig geworden war. Außerdem wurde dieser Bereich umgestaltet. Seit 2018 zieren die Betonzugänge zwei wundervolle Graffitis der Künstler Oscar Toro aus Venezuela und Angel Alvarez aus Mexiko.

Von hier aus fuhr ich die Hauptstraße Richtung Ortsmitte. Dann durch die schmalen Gassen runter zum Main. Vorbei an der katholischen St. Kilian-Kirche, dem Mainuferweg folgend. Erster Stopp: der Aussichtsturm am Mainhafen.

Regionalpark Raunheim + Streetart (7)
Aussichtsturm am Mainhafen

Ein bisschen mutig und schwindelfrei sollte man schon sein, wenn man den 20 Meter hohen Turm erklimmt. Dafür wird man mit einer tollen Aussicht bis zur Mainschleuse Gustavsburg, der Mainzer Skyline und dem sich anschließenden Industriekomplex belohnt.

Der inzwischen geteerte und verbreiterte Radweg führt am Papierwerk vorbei. Nach einem kleinen Anstieg öffnet sich die weite Landschaft. Dieses Gebiet ist wichtig bei Hochwasser. Es wurden große Flutbecken angelegt, die den Ort vor Überschwemmungen schützen soll. Im Rest des Jahres werden die Wiesen gerne von Hundebesitzern für die vierbeinigen Freunde als Spielparadies genutzt.

Bildimpressionen vom Wegesrand

Regionalpark Raunheim + Streetart (8)
Regionalpark Raunheim + Streetart (17)

Dieses Jahr wuchern die Disteln besonders gut. Sie sehen sehr schön aus, engen aber den Weg stellenweise ein. Dafür bieten sie Bienen, Schmetterlingen und anderen Kleintieren Nahrungsgrundlage. Seit Jahren habe ich nicht mehr so viele Schmetterlinge herum flattern sehen. Wunderbar.

Regionalpark Raunheim + Streetart (11)
Regionalpark Raunheim + Streetart (13)
Regionalpark Raunheim + Streetart (16)

Die Mainschleuse

Weicht man kurz vom ausgebauten Radweg ab, kommt man zur Mainschleuse/Staustufe Kostheim in Gustavsburg. Diese gehört zu den am meisten befahrenen Binnenschleusen Deutschlands und ist die erste von 34 Schleusen am Main.

Für Fußgänger und Radfahrer stellt sie zudem eine wichtige Verbindung da, um auf die andere Uferseite zu kommen. Kinder schauen gerne dem Schleusungsvorgang von oben zu.

Doch zurück auf die Hauptstrecke, die Richtung Hochheim führt. Durch einen Tunnel kommt man unter der Bahnlinie durch.

Regionalpark Raunheim + Streetart (22)

Als nächstes kommt man zur Autobahnbrücke der A 671 durch. Zur Zeit wird die Brücke saniert, daher wird der Radweg um die Stützpfeiler umgeleitet. Das ganze ist beschildert und befahrbar gemacht worden. Also kein Problem.

Regionalpark Raunheim + Streetart (23)

Die Strecke führte mich parallel des Mains an der Hochheimer Südstadt weiter durch die Weinberge bis zum Ortsteil Flörsheim Keramag/Falkenberg. Zwischendurch findet man romantische Sitzgelegenheiten am Ufer. In Flörheim gab es nochmal Streetart beim Abwasserverband und neben dem Abenteuerspielplatz.

Regionalpark Nähe Flörsheim

Regionalpark Raunheim + Streetart (24)

Am Mainufer befinden sich riesige Kraftstofftanks der Shell AG. Bereits seit über 50 Jahren wird hier Treibstoff gelagert. In 28 Tanks lagern 350.000 Kubikmeter Ethanol, E 5 und E 10. Vor 30 Jahren gab es einmal einen Unglücksfall, als bei Reinigungsarbeiten ein Tank explodierte und Scheiben in Flörsheim, Raunheim und Rüsselsheim zu Bruch gingen.

Regionalpark Raunheim + Streetart (29)
Das Tanklager in Flörsheim

Meine Tour führte mich als nächstes zur Bundesstraße 519. Ich unterquerte die Brücke und nahm den Weg auf und über die Brücke. Auch unter dieser Brücke gibt es jede Menge Streetart.

Der Brückenradweg ist durch Leitplanken vom Schwerlast- und Autoverkehr getrennt und schön breit. Mitten auf der Brücke hat man einen tollen Mainblick.

Beginn des Rückwegs

Regionalpark Raunheim + Streetart (58)

Kaum hatte ich die Brücke überquert, ging der Weg nach rechts weg. Hier kommt man an einer modernen Skateranlage und an einer Bauwagensiedlung vorbei, um letztlich dem Radweg unter der Brücke Richtung Raunheim zu folgen.

Regionalpark Raunheim + Streetart (61)
Regionalpark Raunheim + Streetart (63)
Regionalpark Raunheim + Streetart (64)

Ich radelte dann zum Raunheimer Hafen und war überrascht, dass dort großartige Streetart an den Wänden zu finden ist. Doch auch der Hafen ist hübsch angelegt. Einfach mal anhalten und schauen.

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Raunheimer Hafen
Regionalpark Raunheim + Streetart (93)
Streetart Galerie

Waldsee und Waldschwimmbad

Jetzt geht der Radweg leider kurz durch den Ort. Die S-Bahn-Strecke unterquere ich, bevor es in den Wald geht. Der Raunheimer Waldsee ist bei hochsommerlichen Temperaturen ein beliebter Ort für Schwimmer und Nichtschwimmer. Leider ist es dort of sehr überfüllt. Die Parkplätze sind nicht kostenfrei. Wildparker werden verwarnt und/oder abgeschleppt.

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Kiesabbau am Raunheimer Waldsee

An der Ostseite des Badesees wird Kies abgebaut. An der Westseite findet man feinen Sandstrand, was den See so beliebt macht.

Regionalpark Raunheim + Streetart (135)
Im Hintergrund ist der Badebereich sichtbar

Langsam führte mich der Weg wieder Richtung Heimat. Die Waldwege kenne ich von meinen Wanderungen und Joggingtouren. Wer Zeit hat, kann noch einen Abstecher zu den Aussichtpunkten „Affenfelsen“ und „Nordwest-Landebahn“ des Frankfurter Flughafens machen und den Flugzeugen ganz nahe kommen.

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Greifbar nahe Flugzeuge

Diesmal habe ich den Abstecher allerdings nicht gemacht, sondern bin die Stockstraße runter gefahren, dann nach rechts in den Waldweg abgebogen, vorbei am Rüsselsheimer Waldschwimmbad.

Zum Kunstpfad im Mainvorland

Vor dem Friedhof biegt man rechts ein, fährt durch die Felder und kommt dann am Sainer vorbei. Einfach der Beschilderung folgen.

Dann führt der Radweg über die große Kreuzung Mainzer-/Bonner Straße. Gleich danach fährt man durch den Hainbuchentunnel, um letztlich wieder ans Mainufer zu kommen.

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Hainbuchentunnel

Entweder kann man oberhalb des Mains an der Festung und dem Vernapark entlang fahren oder so wie ich es machte, direkt am Ufer den Kunstpfad und das Leinreiterdenkmal mitnehmen.

Zum Kunstpfad gehören 4 Werke lokaler Künstler. Eingeweiht wurde das erste Werk des in Rüsselsheim ansässigen Künstlers Mario Hergueta mit dem Namen Heimat im Mai 2017. Die Buchstaben aus Metall sind ineinander verschlungen und bilden das Wort Heimat.

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„Heimat“ Kunstwerk

Martin Feldbauer aus Frankfurt gestaltete das zweite Kunstwerk Shortcut/Abkürzung, das an die Schleife einer Minigolfanlage erinnert.

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„Shortcut/Abkürzung“

Auf dem dritten Kunstwerk kann man Platz nehmen. Auf der einen Seite ist das aus Beton hergestellte Objekt eine Sitzbank, auf der anderen Seite ist die Inschrift Where am I? As if in a dream… Did we arrive? zu lesen. Gestaltet wurde es von Özlem Günyol und Mustafa Kunt.

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„Where am I? As if in a dream… Did we arrive?“

Das letzte der vier Kunstobjekte ist der Dauerparker von Matthias Braun, der auf dem Parkplatz Mainvorland/Landungsplatz steht. Ohne Ärger zu gekommen, kann man sich hier auf der Motorhaube räkeln. Die Skulptur stellt einen B-Manta von Opel dar und ist in Sichtweite des Opelwerks.

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„Dauerparker“ Kunstobjekt

Nicht wirklich zum Kunstpfad gehörend, aber dazu passend ist die Skulptur des Leinreiters. Früher mussten die Schiffe Mainaufwärts mit bis zu 6 Pferden gezogen werden. Die Pferde nutzen den Leinpfad zum Treideln, den es so heute nicht mehr gibt. Pappeln am Ufer erinnern aber noch heute daran. Der Leinreiter ist Rüsselsheims Wahrzeichen und ziert das Deckblatt meines Kalenders* 🛒. (Affiliate Hinweis am Textende)

Das Rüsselsheimer Mainufer

Früher musste man einen Bogen durch die Stadt machen, heute ist die Lücke durch den Opelsteg geschlossen worden. Der Weg geht nun nach Bischofsheim, von wo man einen schönen Blick nach Hochheim hat.

Regionalpark Raunheim + Streetart (145)
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Hochheim am Main

Zurück zum Ausgangspunkt

Endspurt. Einfach immer den Main im Auge behalten, dann kommt man wieder an der Schleuse in Gustavsburg vorbei, radelt dann unterhalb des Maindamms – dieser ist nur noch für Fußgänger freigegeben – bis zur Mainbrücke. Jetzt drüber radeln, dann ein kurzes Stück der Hauptstraße folgen oder wenn man sich auskennt durch die engen Gassen Kostheims fahren und dann ist man wieder am Ausgangspunkt Schneckenbrücke.

Regionalpark Raunheim + Streetart (157)

Die Strecke ist etwa 35 km lang. Es gibt nur wenige, sanfte Anstiege und ist daher auch für Anfänger, Kinder oder wenig Radler gedacht. Die meiste Zeit hat man gute bis sehr gute Fahrradstrecken. Es geht nur selten über Hauptstraßen oder durch die Stadt. Allgemein ist alles prima beschildert.

Da ich viele Fotopausen gemacht habe, brauchte ich ca 4 Stunden für die Strecke. Unterwegs gibt es auch Möglichkeiten zur Einkehr. Ich rate dazu, genug zu trinken mitzunehmen. An heißen Sommertagen ist die Strecke nur bedingt zu empfehlen, da sie wenig Schatten bietet.

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Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst und ich stelle grundsätzlich nur Artikel, Touren oder Unterkünfte vor, die ich selbst für gut befinde.
Vielen Dank für deine Unterstützung sagt DieReiseEule

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© Text + Fotos DieReiseEule 7/2019

Regionalpark Rhein-Main Bild mit Link zu Pinterest
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9 Gedanken zu „Rundroute mit dem Rad entlang des Mains – Regionalpark Rhein-Main

  1. Toller Bericht. Hier sind zu viele Hügel oder zu viele Menschen, dass man direkt von der Tür weg radeln kann. Aber jetzt mit großem Auto könnte man ja theoretisch die Bikes einpacken und dann die Strecke radeln 😚 Witzigerweise waren wir heute früh in unmittelbarer Nähe, um das Elfenmädchen vom Flughafen abzuholen.
    Also für mich darfst du gerne noch mehr solcher Beiträge schreiben😁👍
    Liebe Grüße

    1. Warum hast du mir das nicht gesagt? Da hätten wir am Flughafen doch einen Kaffe zusammen trinken können.

    1. Blogbeiträge über die nähere Umgebung so tief recherchieren. Zum Beispiel wie die Künstler heissen die das Grafitti gemacht haben. Wo findest Du solche Informationen?

    2. Teils findet man was im Internet, aber diese Künstler waren auch beim Meeting of Styles vor Ort ansprechbar. Sie haben hier noch mehr Graffitis gestaltet.
      Mit Zeit und Geduld kann man teilweise auch die Tags die sie hinterlassen recherchieren. Aber nur, wenn es legale Streetart ist. Die illegalen Tags findet man natürlich nicht.

Hau in die Tasten! Ich freue mich sehr über einen konstruktiven Text von dir.

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