Halifax ist die Provinzhauptstadt der kanadischen Region Nova Scotia (Neuschottland). Nach neuesten Erkenntnissen leben um die 500.000 Einwohner in Halifax. Falls du bisher noch nie etwas von Halifax oder Nova Scotia gehört hast, bist du nicht allein. Während Großstädte wie Vancouver, Montreal oder Toronto und Regionen wie Ontario oder Quebec bekannt sind, wird Nova Scotia vollkommen unterschätzt. Die Halbinsel liegt an der Ostküste Kanadas. Sie besticht mit viel Natur, Wanderwegen, entspannten und weltoffenen Kanadiern und Whalewatching Hotspots.

Willkommen bei Liane und Herr R.
Liane ist die Gründerin und Wortjongleurin des Reiseblogs DieReiseEule. Herr R. ist nicht nur mit mir verheiratet, sondern auch mein Co-Fotograf für ungewöhnliche Blickwinkel und Beta-Leser.
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Halifax ist eine charmante, überschaubare, kleine Großstadt am Atlantik. Alle Sehenswürdigkeiten kannst du innerhalb eines Tages erkunden, sie liegen fußläufig beieinander. 24-48 Stunden sind vollkommen ausreichend, um die Stadt zu erkunden.
Halifax ist bedeutend mit der Seefahrt und Militärgeschichte verwurzelt. Auf dem örtlichen Friedhof sind viele Opfer der Titanickatastrophe von 1912 begraben. Bekanntheit erlangte Halifax auch durch die verheerende Explosion der SS Mont-Blanc, einem Munitionsschiff, von 1917.
Wenn du dich für eine Reise nach Nova Scotia interessierst, wirst du demnächst noch mehr Reiseberichte auf meinem Blog finden. Bis dahin informierst du dich am besten auf der offiziellen Nova Scotia Tourism Seite über Land und Leute.
Allgemeine Informationen
Anreise per Flugzeug
Von Deutschland aus gibt es u.a. eine Direktverbindung von Frankfurt/M. mit Discover Airlines nach Halifax. Die Reisezeit beträgt etwa 7 Stunden. Lufthansa oder Air Canada fliegen dich mit Zwischenstop in Toronto, Vancouver oder Montreal nach Halifax.
Beste Reisezeit für Halifax
Temperaturen von 20-25°C erwarten dich von Juni bis September. Somit ist das die beste Reisezeit. Beachte allerdings, dass in Kanada im August Sommerferien sind und viele Kanadier in Nova Scotia Urlaub machen. Dann solltest du deine Unterkünfte unbedingt vorbuchen.
Ab Mitte/Ende September kann es kalt und nebelig werden. Halifax ist als »Nebelstadt« bekannt und berüchtigt.
Waterfront Boardwalk
Der Waterfront Boardwalk in Halifax ist 4 km lang und damit eine der längsten Holzpromenaden der Welt. Das Hafenviertel ist das angesagteste und beliebteste Ziel in der Stadt. Man trifft auf Einheimische und Touristen aus aller Welt, egal ob Tag oder Nacht.
Wo früher Lagerhäuser der Piraten, Bordelle und diverse Etablissements den Alltag bestimmten, sind heute eine Vielzahl von Restaurants, Cafes, Boutiquen und Souvenirläden angesiedelt. An der Waterfront befindet sich das Fährterminal. Die Fähren bringen dich ans gegenüberliegende Ufer nach Dartmouth (näheres s.unten). Die Schiffe nach George Island fahren ebenfalls an der Waterfront ab.





Zitadelle/ Citadel National Historic Side
Auf einer Anhöhe mitten in der Stadt steht die sternförmig angelegte Zitadelle von 1749, das absolute Must See der Stadt. Am Haupttor kannst du zur vollen Stunde dem Wachwechsel beiwohnen. Dabei sind die Darsteller in historische Kostüme gekleidet.
Täglich um 12 Uhr mittags wird die Kanone »Noon Gun« vom Wall gezündet, ein Highlight besonders für Kinder. Der Knall ist in der ganzen Stadt zu hören. Denk also an Ohrenstöpsel, wenn du die Zündung aus der Nähe ansehen willst.
Im Army Museum erfährst du wichtige Details über die Militärgeschichte und kannst dir anschauen, wie die Soldaten untergebracht waren.
Läufst du entlang der Balustrade, hast du von jedem Punkt aus einen fantastischen Blick über Halifax und das Hafenviertel.



Funfact: Die Zitadelle wurde noch nie angegriffen.
Die Citadel National Historic Side ist in der Hauptsaison täglich von 9 – 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene kostet CAD 22 (ca 15 Euro), Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre haben freien Eintritt. Inhaber des Parks Canada Discovery Pass haben freien Eintritt.
Zeitweilig gibt es Sonderaktionen, dann ist der Eintritt frei. Wir hatten im Sommer 2026 Glück und durften die Zitadelle gratis erkunden.
Old Town Clock
Verlässt du die Zitadelle Richtung Waterfront kommst du unweigerlich an einem der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt vorbei: Die Old Town Clock. Dieser wunderschöne Uhrturm steht am Zitadellenhügel und sollte einst die Pünktlichkeit der Soldaten verbessern. Am 20. Oktober 1803 wurde sie in Betrieb genommen und schlägt noch heute pünktlich. Nur während der Halifax Explosion blieb sie einmal stehen.
Uhrwerk und die drei Glocken des Turms wurden in London angefertigt und nach Kanada verschifft.

Halifax Public Gardens
Einer meiner Lieblingsorte in Halifax waren die Public Gardens gegenüber des legendären Lord Nelson Hotels. Der Eintritt ist frei, der Park öffnet täglich um 8 Uhr und schließt eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang.
Der Garten steht unter Denkmalsschutz, denn er ist einer der ältesten, viktorianischen Gartenanlagen in Nordamerika. Du betrittst den Garten über das prächtige, verzierte Haupttor und wirst in vergangene Zeiten versetzt. Die Public Gardens zeichnen sich durch geometrische Blumenbeete, kleine (Enten)Teiche, romantisch-geschwungene Steinbrücken und prachtvolle Rosen aus.



Streetart in Halifax
Ich liebe gute Streetart in Form von großflächigen Murals. In Halifax wirst du auf jeden Fall fündig, wenn es dir genauso geht. An der Marriott Halifax Harbourfront ist eine Künstlerwand mit bunten Graffitis im Rahmen des »Urabn Arts Community Projects« entstanden. Die Bilder werden regelmäßig ausgetauscht. Und auch rund um die Argyle Street wirst du viel Streetart finden.
Eine Übersichtskarte mit Mural findest du auf downtownhalifax.ca





Titanic Friedhof (Fairview Lawn Cemetery)
Insgesamt 150 Gräber von Opfern des Untergangs der Titanic sind in Halifax zu finden. Die meisten Toten (121) wurden auf dem Fairview Lawn Cemetery bestattet. Ihre Gräber sind in Form eines Schiffsrumpfs angeordnet.
Die meisten Gräber sind sehr schlicht gehalten. Ein einfacher Quader mit Inschrift des Namens, des Todesdatums und der Bergungsnummer.
Die Kosten für die meisten Grabsteine übernahm die White Star Line, die Reederei der Titanic.
Den Friedhof erreicht man entweder mit einer geführten Bustour oder mit dem Auto. Aber beachte, es gibt nur wenig Parkmöglichkeiten im Friedhof.


Fähren nach Dartmouth
Den malerischsten Blick auf Halifax hat man vom Ostufer des Halifax Harbour in Dartmouth. Dafür nimmst du die Fähre nach Alderney oder nach Woodside. Die Fähren gehören zum öffentlichen Nahverkehr. Sie fahren tagsüber alle 15 min, abends alle 30 min. Die Einzelfahrt kostet 3 CAD, das Tagesticket 7,50 CAD. Tickets kann man direkt am Schalter kaufen (nur passende Barzahlung! , keine Kartenzahlung) oder du lädst dir die HFXGoApp.
Ein etwa 3,2 km langer Panoramaweg verbindet die beiden Terminals in Alderney und Woodside, sodass du eine Fähre für die Hinfahrt und die andere für die Rückfahrt nutzen kannst.
Fahre nach Sonnenuntergang nochmal mit der Fähre. Die Lichter der Stadt am Abend sind einen Kurztrip zum Ostufer wert.




George Island
Mitten im Hafenbecken zwischen Dartmouth und Halifax liegt die kleine Insel George Island. Die Überfahrt dauert nur 10 min und startet am Cable Wharf, an der Waterfront. Alternativ kannst du dir auch eine Kajak ausleihen und zur Insel paddeln. Plane ca 2 Stunden für die Insel ein. Sehenswert sind neben dem Fort Charlotte auch die geheimen Tunnelgänge, die im Rahmen einer Führung besichtigt werden können. Der markante Leuchtturm ist ein beliebtes Fotomotiv.

Weitere Sehenswürdigkeiten und Museen
Bei Nebel und Regen kannst du dir einige, spannende Museen entlang der Waterfront anschauen. Natürlich geht das auch bei Sonnenschein, aber wir haben darauf verzichtet. Dennoch möchte ich dir einige weitere Highlights vorstellen.
Seaport Farmers Market
Am Wochenende öffnet der Seaport Farmers Market seine Pforten. In den hohen Hallen kannst du regionale Produkte probieren und Souvenirs kaufen. Der Farmers Market wird gerne von Touristen besucht, ist aber auch Anlaufstelle für Einheimische, die sich mit frischem Obst und Gemüse, Wurst und Käse eindecken.
In Sichtweite des Seaport Farmers Market siehst du bereits die nächste Attraktion: Das Immigrationsmuseum.
Pier 21 Museum of Immigration
Das Canadian National Museum of Immigration ist den mutigen Einwanderen, die zumeist aus Europa kamen, gewidmet. Von 1928 bis 1971 kamen alle Immigranten am Pier 21 an, wurden registiert und verteilten sich dann im Land. Das Pier war die erste Anlaufstation und wird gerne mit Ellis Island, der legendären Insel bei New York verglichen.
Neben dem Museum legen die riesigen Pötte der Kreufahrer an.
Nur wenige Meter vom Museum entfernt findest du zwei interessante Bronzeskulpturen: Armando Barbons Statue »The Emigrant« (der Auswanderer) und Marlene Hilton Moores »The Volunteers«, die mit ihrem Denkmal die Frauen ehrt, die im zweiten Weltkrieg unermüdlich alles am Laufen hielten und die Soldaten unterstützten.


Maritime Museum of the Atlantic »Titanic Museum«
Für alle Titanic Fans gehört der Besuch des Maritimen Museums des Atlantiks – oft einfach Titanicmuseum genannt – zum Pflichtprogramm. Dem Untergang der Titanic ist eine große Abteilung gewidmet, denn Überlebende und Tote wurden von Kanadiern in Nova Scotia an Land gebracht. Neben Zeitzeugenberichten werden im Museum Gegenstände aus der Titanic gezeigt.
Ein weiterer Ausstellungsraum widmet sich der Explosion im Hafen von Halifax von 1917, bei der tausende Einwohner starben und große Teile der Stadt in Schutt und Asche gelegt wurden.
Bluenose II
Mit Glück segelt die Bluenose II, der Nachbau eines historischen Segelschiffs, welches auf den kanadischen 10 ct Münzen abgebildet ist, an Halifax vorbei. Normalerweise liegt das Schiff in Lunenburg am Pier (kann besichtigt werden), aber gelegentlich ist sie auch an anderen Orten und bei Windjammerparaden anzutreffen. Den genauen Zeitplan kann man auf der offiziellen Bluenose Homepage einsehen. Das Holzschiff ist ein herrliches Fotomotiv.

Genussmomente in Halifax
Die Restaurantszene in Halifax ist groß. Abends treffen sich Einheimische und Touristen in den Bars rund um die Argyle Street. Der Mittagslunch wird gerne entlang der Waterfront eingenommen. In einigen Blogberichten wirst du als Restauranttipp das Waterfront Warehouse finden. Wir haben dort ebenfalls zu Mittag gegessen, aber ehrlich gesagt waren wir nur mäßig begeistert. Es ist eben typisch touristisch. Das Essen war ok, aber nicht mehr. Nichts besonderes. Daher empfehle ich euch zwei andere Locations.
Frühstück bei Cora
Downtown in der Dresden Row befindet sich Cora. Das Frühstück wird frisch zubereitet. Es gibt u.a. frische Pancakes, French Toast oder Eggs Benedict. Preis-Leistung ist vollkommen in Ordnung. Werktags öffnet Cora bereits um 6 Uhr seine Pforten, sonntags um 7 Uhr. Geschlossen wird um 15 Uhr.
Lunch im The Brown Hound Public House
Viele besuchen die Alexander Keith Brauerei. Geht man durch den Hinterausgang, gelangt man zum The Brown Hound Ironstone. Die haben richtig leckere und saftige Burger auf der Karte, aber auch Klassiker wie Fish&Chips. Dazu kannst du dir ein kühles Bier von Alexander Keith servieren lassen. Das Restaurant öffnet täglich ab 11 Uhr.
Abendessen in der Agricola Street Brasserie
In Windsor trafen wir ein kanadisches Paar, dass uns die Agricola Street Brasserie empfahl. Diesem Tipp kamen wir nach und waren begeistert. Wir saßen auf der gemütlichen Dachterrasse. Zur Vorspeise hatten wir leckere Snacks und als Hauptgericht Burger. Alles hat hervorragend geschmeckt.




Meine Highlights in Halifax sind beendet, aber die Berichte zu unserer Rundreise entlang der Lighthouse Route, Yarmouth, der Bay of Fundy bis Windsor und zurück nach Halifax folgen demnächst. Ich hoffe, ich konnte dein Interesse wecken. Hinterlasse mir gerne einen Kommentar.
Möchtest du einen kanadischen Nationalpark besuchen? Reiseblogger haben mir Tipps zu nordamerikanischen Nationalparks gegeben.


