Magdeburg liegt an der Elbe und ist die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Sie ist die größte Stadt in Sachsen-Anhalt und eine der ältesten Städte der Region. Über 244.000 Einwohner zählt Magdeburg (Stand 2025).
Da ich noch nie in Magdeburg war, beschloss ich mich mit meiner Münchner Freundin dort zu treffen, um die Stadt zu erkunden. Wir hatten wenig Erwartungen. Umso positiver waren wir überrascht, dass Magdeburg doch einiges zu bieten hat. Magdeburg ist eine Liebe auf den zweiten Blick.

Magdeburger Dom
Der Magdeburger Dom (Dom St. Mauritius und St. Katharina zu Magdeburg) ist das Wahrzeichen der Stadt. Es handelt sich nicht – wie man vermuten könnte – um eine katholische, sondern um eine evangelische Kirche. Weithin ist der Dom sichtbar und ein guter Orientierungspunkt. Doch nicht nur von außen ist das Bauwerk beeindruckend, sondern auch im Inneren. Sehenswert sind insbesondere der Hochaltar aus böhmischem Marmor, das aus Porphyr in Ägypten gefertigte Taufbecken und die Grabgedenkplatte für Kaiser Otto I. Den Nordturm des Turms kann man besteigen und von dort hat man eine grandiose Aussicht über Magdeburg und das Umland.

Hundertwasserhaus Grüne Zitadelle
Die Grüne Zitadelle Magdeburg ist das letzte Architekturprojekt des renommierten Künstlers Friedensreich Hundertwasser. Unweit des Doms findet man dieses Gebäude, in dem sich neben vielen Wohnungen und einem kleinen Hotel mit 41 Zimmer jede Menge Cafés, Geschäfte und Restaurants befinden. Zwei Innenhöfe sind frei zugänglich und wirklich sehenswert. Wer an einer Führung teilnimmt, kann sogar den Turm besteigen. Leider reichte uns die Zeit nicht dafür.
Typisch für Hundertwasser sind die bunten Farben und ungeraden Wände. Mosaike zieren die Fassaden und Bepflanzungen sorgen für ein angenehmes Klima.


Elbauenpark mit Jahrtausendturm
Den Elbauenpark gibt es seit der Bundesgartenschau 1999 in seiner jetzigen Form. Wo früher Kasernen standen, ist nun ein Familien- und Freizeitpark entstanden. Der Park ist eine große, grüne Oase mitten in der Stadt. Der Jahrtausendturm ist vom Eingang nur wenige Meter entfernt. Hierbei handelt es sich um das höchste, hölzerne Gebäude Deutschlands. Mutige können die Zipline von der Turmspitze zurück in den Garten nutzen.
Zwischen all dem Grün findest du jede Menge Kunst und Skulpturen. Für das leibliche Wohl sorgen Restaurantbetriebe. Der Eintritt in den Park kostet für Erwachsene mind. € 5, wer den Jahrtausendturm und die Ausstellung besuchen möchte, zahlt € 9,-. Der ElbauenZip und der Kletterpark sind zusätzlich zu bezahlen. Der Park ist so groß und vielfältig, dass man sich minimum einen halben Tag, besser einen ganzen Tag dafür einplanen sollte.


Elbeufer
Ein 4 km langer Panoramaweg zieht sich am Elbeufer entlang. Auf dem Grünstreifen sind etliche Skulpturen zu bewundern und natürlich kann man, wenn man sich gen Stadt dreht, auch immer wieder die Sehenswürdigkeiten wie den Dom oder die Grüne Zitadelle sehen. Einen wirklich genialen Blick hat man vom »Elbbalkon« aus, einer Fußgängerbrücke, die oberhalb der Elbe endet. Am Petriförder starten die Schiffe der Weissen Flotte, mit denen du entspannt auf der Elbe schippern kannst. Zu unserem Besuch herrschte leider Niedrigwasser, sodass die Schifffahrt eingestellt war. Wenn du weiter stromaufwärts läufst, kommst du erst an einer seltsamen Skulptur vorbei, die eine Fahne darstellen soll (von den Magdeburgern aber gerne Spirelli genannt wird, weil sie an die Nudelsorte erinnert) und letztlich zur Lukasklause.


Altes Rathaus und Magdeburger Reiter
Das Alte Rathaus steht am Alten Markt. Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört und ab 1950 originalgetreu wieder aufgebaut. Erwähnenswert ist das Glockenspiel von 1974, welches an Markttagen erklingt.
Links vor dem Rathausportal steht eine Rolandstatue. Auf dem Alten Markt steht der Magdeburger Reiter, das erste, freistehende Reiterdenkmal Deutschlands. Es ist nicht sicher, aber man vermutet, dass es Otto I. darstellt. Das Original steht im Museum, bei dem Standbild handelt es sich um eine vergoldete Bronzekopie.

Otto von Guericke
Otto von Guericke war von 1646 bis 1676 Bürgermeister Magdeburgs und gilt heute als einer der berühmtesten Persönlichkeiten der Stadt. Er ist neben Otto I. der zweite Otto, dem Magdeburg den Zusatz »Ottostadt« verdankt. Seine Berühmtheit verdankt Otto von Guericke jedoch weniger dem Bürgermeisteramt als vielmehr seiner Passion als Naturforscher und Entdecker. Er wies als Erster das Vakuum nach, indem er zwei Halbkugeln aufeinander setzte, die Luft entzog und es zwei starken Pferden nicht gelang, diese Kugeln auseinanderzuziehen. Das Experiment ist auch als Magdeburger Halbkugeln bekannt.
Diesem Sohn der Stadt ist das Denkmal seitlich des Alten Rathauses gewidmet.

Kunst im öffentlichen Raum
Magdeburg hat gefühlt auf jeder freien Fläche und an jeder Ecke Kunstobjekte. Brunnen, Skulpturen, Plastiken und dazu noch spannende Architektur. Ich war sehr begeistert und zeige dir hier eine kleine Auswahl. Am besten fährst du selbst nach Magdeburg und gehts auf Entdeckungstour.






Restaurants, Cafés und eine Bar
Magdeburg hat für jedes Schleckermäulchen das passende Angebot. Von bodenständiger Hausmannskost, über hippe Cafés bis zu Rooftop Bars. Ich kann dir natürlich nur empfehlen, wo ich selbst war.
The Bird
Und meine erste Empfehlung ist ein Drink zum Sonnenuntergang auf der Dachterrasse von The Bird. Im 8. Stock hast du einen fantastischen Ausblick zum Dom.

Café Piano
Das Café Piano findest du in der Leiterstraße, direkt am Faunbrunnen. Dort kannst du außergewöhnliche, aber sehr leckere Kuchen und Torten bestellen.

Hyaku Mizu
Feinste asiatische Gerichte bekommst du zu einem fairen Preis in der Grünen Zitadelle, bei Hyaku Mizu. Allerdings ist es ratsam einen Tisch zu reservieren, denn das Restaurant ist bei Einheimischen genauso begehrt, wie bei Touristen.

Schweizer Milchkuranstalt Fürstenwall
Zum Glück hatte ich an einer Stadtführung teilgenommen, sonst wäre ich wohl nicht am Fürstenwall vorbeigekommen. Und da hätte ich einiges verpasst. Unter anderem den Besuch im Biergarten der Schweizer Milchkuranstalt. Es handelt sich um ein Selbstbedienungsrestaurant. Neben Bier, Wein und alkoholfreien Getränken bekommst du typische, kleine Wirtshausgerichte.
Tipp: Nicht oben am Hauptportal in die Schlange stellen, sondern links die Treppen runter. Da sitzt man viel intimer und die Warteschlange ist deutlich kürzer.

Anreise
Mit dem Auto kommst du über die A 2 aus West und Ost nach Magdeburg, aus südlicher Richtung nutzt du die A 14.
Leider hat Magdeburg keinen ICE Bahnhof, aber die Regionalbahnen halten alle am Hauptbahnhof.
Die Fernbusse halten am zentralen Omnibusbahnhof ZOB.
Die nächstgelegenen Flughäfen sind Leipzig/Halle, Berlin und Hannover.
Übernachten
Ich habe gemeinsam mit meiner Freundin im IntercityHotel am Hauptbahnhof übernachtet. Das Hotel liegt fussläufig zu allen Sehenswürdigkeiten. Preis-Leistung war in Ordnung. Ein typisches Stadthotel. Allerdings würde ich raten, nicht auf dem hauseigenen Parkplatz zu parken. Erstens weil er nicht überdacht ist und zweitens weil der Stellplatz € 18/Tag kostet.
Tipp: Parke gegenüber im Parkhaus Contipark City Carré und nutze die unterste Ebene (ist gut ausgeschildert). Dort kostet dich der Stellplatz nur € 6/Tag. Die Parkplätze sind breit und das Parkhaus ist gut beleuchtet.



Ich war auch noch nie da.
Mein Neffe hat da seine Zelte aufgeschlagen und Magdeburg als Heimat erklommen.
Irgendwann muss ich den jungen Mann da mal besuchen.
Als wir vor Jahren in Deutschland Urlaub machten und u.a. die Wartburg besuchten, waren wir auch einen Tag in Magdeburg. Das Eindrücklichste fanden wir einen Modeladen neben unserem Hotel, in dem, verführt durch einen charmanten Verkäufer, Kb sich neu und sehr chic einkleidete. Da es Kbs Geburtstag war, gab’s eine nette Feier mit edelstem Whiskies abends.
Das war Magdeburg für uns. Naja, ganz so schlimm war’s nicht. Wir flanierten auch durch die Stadt.
Herzliche Grüße vom sonnigen Meer
The Fab Four of Cley
🙂 🙂 🙂 🙂
Was für eine tolle Geschichte, danke Klausbernd.