Die Königsfloßquelle – Wo man den Teufel hinters Licht führte

Wie die Kostheimer die Kasteler überlisteten – Eine Legende

Das verzauberte Wäldchen in dem sich der Teufelssprung verbirgt

Versteckt in einem kleinen Wäldchen hinter den Krautgärten in Mainz-Kastel findet man ein Rinnsal – den Königsfloßbach. Wer sich hinein traut, wird die Quelle erkennen – auch wenn sie nicht so spektakulär ist.

Der Königsfloßbach

Der Legende nach wurde der Teufel hier hinters Licht geführt. Teufelssprung nennen die Einheimischen den Platz. Auch eine Straße ist danach benannt.

Einst trafen sich die Kostheimer und Kasteler auf dem Feld. Es wurde um die Grenzen gestritten. Eine Einigung schien unmöglich, obgleich ein alter Grenzstein die Territorien abteilte. Ein Kasteler Feldgeschworener schlug vor, die Kostheimer sollten ihren besten Springer holen und dieser solle vom Grenzstein aus in die Kasteler Gemarkung springen und dort wolle man dann die neue Grenze ziehen.

Damit waren alle einverstanden und jeder war sich sicher als Sieger hervorzugehen. Jede Ortsgruppe zog sich in die örtliche Kneipe zum Feiern zurück. Die Kostheimer heckten eine Idee aus, die ihnen den Sieg für immer sichern sollte.

Der Tag, an dem der Teufel die Seele holen wollte

So kam es, das die Kostheimer den Teufel überredeten zu springen. Dieser witterte seinerseits eine anständige Entlohnung und verlangte die erste Seele, die die neue Grenze überschreiten würde. Man wurde sich einig und verabredete sich für den Entscheidungstag.

Als dieser Tag gekommen war, trafen sich die Kasteler und Kostheimer jeweils mit ihren Chronisten und Feldgeschworenen am uralten Grenzstein. Man bildete einen Halbkreis. Der auserwählte Springer der Kostheimer – der Teufel – stellte sich auf den Grenzstein, sprang kraftvoll ab und flog meilenweit ins Kasteler Feld.

Geduldig wartete der Teufel nun auf seine Entlohnung. Doch die Kostheimer waren schlau und brachten in einem Sack einen Hahn mit, den sie nun laufen ließen. Sie scheuchten ihr auf die neue Grenze zu. Als der Teufel das sah, wurde er wütend. Er sprang auf den Hahn zu und zerfetzte ihn in tausend Stücke.

Dann sprang er zurück auf den neuen Grenzstein. Er war so erzürnt, dass er unter Blitz und Donner für immer in der Unterwelt verschwand. Zurücl blieb ein atemraubender Schwefelgeruch.

Als sich die erschrockenen Kostheimer und Kasteler dem nun leeren Grenzstein näherten, erkannten sie den Abdruck des Pferdehufs und der Bocksklaue des Teufels, die sich darin eingebrannt hatten. Unter dem Stein sickerte Wasser hervor. Die Königsfloßquelle war geboren. Das Wasser folgte der ehemaligen Grenzlinie.

Die Quelle heute

Das Wasser sickert noch heute aus der Erde. Der Grenzstein ist leider verschwunden. Aber wer genau hinhört, hört angeblich noch das geheimnisvolle Lied des Teufels, der seinen Zorn bis heute nicht verwunden hat. Und wer weiß, ob die Markierungen in den Bäumen nicht vom Teufel sind…

Welche Legenden gibt es bei euch? Schreibt es mir gerne als Kommentar. Ich finde solche Berichte immer spannend.

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4 Gedanken zu „Die Königsfloßquelle – Wo man den Teufel hinters Licht führte

  1. Liebe Liane,

    solche Legenden und Sagen interessieren mich immer ungemein. Und fast immerzu kommt in unseren Breiten auf die eine oder andere Weise der Teufel darin vor. In einem Waldstück an der Bergstraße jagten die Winzer den Teufel bis hin zu einem Abgrund und bevor er sprang, hinterließ er mit seinem Huf einen Abdruck im Stein. Dieser Abdruck ist bis heute zu sehen…

    Liebe Grüße
    Kasia

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