Tahune AirWalk Tasmanien – Nichts für schwache Nerven

Nervenkitzel am Huon-River

Im Jahr 2015 war ich in Tasmanien. Beim sichten meiner Reisetagebuchberichte, stöberte ich nun in meinen Fotos und dabei kam die Idee auf, einige Erfahrungen aus dieser Zeit nochmal aufleben zu lassen. Dazu gehört auch mein Ausflug zum Tahune AirWalk in der Nähe von Geeveston.

Wandern und Nervenkitzel

Abseits der Hauptstraßen, mitten im Tasmanischen Regenwald befindet sich ein spektakulärer Baumwipfelpfad. Über Swinging Bridges geht es zum grandiosen Ausblick über den Huon-River.

Der Park kostet Eintritt, dafür kann man den Forest Walk und den Air Walk machen. Inzwischen gibt es auch noch eine Zipline, die extra bezahlt werden muss. Diese gab es 2015 noch nicht oder aber ich habe sie damals übersehen. Momentan ist der Park wegen Überarbeitung gesperrt, aber er soll dieses Jahr wiedereröffnet werden.

Anfahrt

Von Hobart aus fährt man über den Highway A 6 bis Geeveston, dann geht es über die Schotterstraße C632 tief in den Regenwald bis zum Tahune AirWalk. Die Strecke beträgt etwa 90 km für die man aber etwa 1,5 – 2 Stunden benötigt.

Wandern und Nervenkitzel

Bereits in Geeveston kann man Eintrittskarten erwerben, aber natürlich ist das auch vor Ort möglich. An den Wochenende und in den australischen Sommerferien kann das aber etwas dauern, denn der Weg ist auch bei Einheimischen sehr beliebt.

Der Forest Walk ist nicht sehr anspruchsvoll. Man kann recht gemütlich laufen. Es gibt keine steilen Anstiege. Dennoch sollte man trittsicher und gut zu Fuß sein, denn der Waldweg kann nach einem Regenschauer matschig und rutschig sein. Gutes Schuhwerk oder zumindest Schuhe mit Profil sollte man tragen.

Meine persönliche Beschreibung des Wegs

Ich trete durch das Portal und beginne mit dem Wanderweg. Immer wieder überquere ich den Huon-River. Die bräunliche Farbe kommt vom Gestein im Flußbett, sagt man mir. Der Fluß hat tückische Strudel und sollte nicht durchquert werden, auch wenn er harmlos aussieht.

Der Weg führt moderat aufwärts. Langsam eröffnet sich Blick über die Baumwipfel des dichten Regenwaldes. Der feuchtwarme Eukalyptusgeruch ist sehr prägnant. Ich mag das. Noch heute, 5 Jahre danach, habe ich den angenehmen Geruch in der Nase, wenn ich daran denke.

Und dann ist er da, der Einstieg auf die wackelig wirkende Metallkonstruktion. Ich bin unsicher, ob ich das wagen soll. Ich mag es nicht, wenn ich weit in den Abgrund sehen kann. Aber ich überwinde meine Angst und setze Schritt für Schritt auf den Steg. Zuerst halte ich mich noch am Geländer fest, aber nachdem ich Vertrauen gefasst habe, laufe ich festen Schrittes weiter.

DieReiseEule setzt sich mutig auf den Weg

Mir stockt der Atem

Traumhaft ist es mitten durch die Baumkronen zu laufen. Bis auf den Moment, an dem sich das freie, instabile Ende zeigt. Freie 50 m über dem Huon schwebend. Ich sehe Menschen dorthin laufen und natürlich sehe ich auch, wie sehr die Metallkonstruktion schwingt. Mir stockt der Atem. Soll ich das wirklich wagen? Bin ich so mutig?

Sicher oder nicht sicher?

Erfürchtig ob des Mutes der Erwachsenen und Kinder gehe ich im Schneckentempo weiter. Bis zur kleinen Plattform werde ich laufen. Aber dann? Ich bin unsicher. Ich merke, wie mir langsam Tränen in die Augen schießen. Ich will ja, aber kann ich auch? Ich will Neues probieren, mich meinen Ängsten stellen, aber werde ich das schaffen?

Die anderen Besucher machen sich auf den Rückweg. Nun habe ich den Steg für mich allein. Das ist schon mal gut, denn dann wackelt es nicht so. Aber ich sehe nun auch, dass sich am Ende eine Glasbrüstung befindet, die den ungeschönten Blick in die Tiefe freigibt. Mein Herz pocht bis zum Hals. Ich halte mich beiderseits am Geländer fest. Doch ich gehe. Millimeter für Millimeter nähere ich mich dem Ausguck.

Freier Blick auf den Fluß

Stolzes Hochgefühl

Ich hab es geschafft! Ich stehe hier. Ich habe mich meiner Angst gestellt. Mir ist immer noch mulmig, aber ich bin auch stolz. Im Stehen traue ich mich allerdings nicht ein Foto zu schießen. Also hocke ich mich hin. Es wackelt. Ein Mann betritt „mein Revier“. Ich stehe auf und stabilisiere mich. Wir kommen ins Gespräch und er bietet mir an, mich zu fotografieren. Ja, es gibt ein Beweisfoto. Doch ich schaue so schrecklich darauf aus, dass ich euch das vorenthalte.

Den weiteren Forest Walk gehe ich beflügelt an. Das Adrenalin kribbelt im Körper. Es sollen noch zwei Swinging Bridges auf dem Rundweg kommen. Ob ich die schaffe?

Ich muss unter querliegenden Bäumen hindurch oder über sie hinüber. Hier lässt man der Natur Spielräume, solange sie keine große Gefahr für den Mensch darstellen.

Die Brücken betrete ich mutig. Die sind gar nicht so schlimm. Das leichte Schwingen stört mich nicht. Der Weg ist auch nicht so „durchsichtig“ wie auf dem Baumwipfelpfad. Ich treffen niemanden mehr an. Die meisten Besucher laufen nur den Airwalk und drehen dann um. Da entgeht ihnen aber einiges. Zum Beispiel der versteckte Hubschrauber-Landeplatz, der aus Sicherheitsgründen vorhanden sein muss.

Helikopter Landeplatz im Regenwald

Ein letztes Mal überschreite ich den Huon-River und dann bin ich wieder auf dem Parkplatz, steige in meinen Kleinwagen und zurück geht es Richtung Kettering.

Huon River

Öffnungszeiten und Preise

Geöffnet: Oktober–März 9–17 Uhr, April–September 10–16 Uhr

Tahune Adventures Preise

Airwalk und Forest walks

Erwachsene$29
Familie (2 Erw., 3 Kinder)$76.60
Kinder (5-16 J.)$18.60
Studenten$ 26.10

Cable Eagle Glider (Zipline)

Nur bei guten Wetterbedingungen. Gewichtsvoraussetzungen 25-120 kg

Extra Kind/Group Rate$16.20
Studenten$18
Familie (2 Erw., 2 Kinder)$61
Kinder (5-16J.)$18
Erwachsene$20

Homepage Tahune Adventures, dort kann man auch online Tickets kaufen

Transparenzhinweis* Die Reise war selbst geplant und gebucht. Niemand hat mich beauftragt darüber einen Bericht zu verfassen. Ich wurde nicht dafür bezahlt. Ich habe keinen geldwerten Vorteil erhalten. Die Beurteilung ist allein auf meinem „Mist“ gewachsen und daher gebe ich auch nur meinen persönlichen, subjektiven Eindruck wieder.

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© Liane und Herr R.

7 Gedanken zu „Tahune AirWalk Tasmanien – Nichts für schwache Nerven

  1. Ja, ich kenne das Gefühl, wenn man auf solchen Pfaden unterwegs ist. Ich liebe es! Auch wenn es in meinem Magen kribbelt und ich jedesmal denke: Okay, will ich da rüber? Ja, will ich!
    Wer nicht so weit reisen und trotzdem einmal über den Baumwipfeln sein möchte, dem sei der Baumwipfelpfad im Bayerischen Wald empfohlen.
    https://www.baumwipfelpfade.de/bayerischer-wald/am-baumwipfelpfad/
    Wobei ich es mir schön vorstelle, den Eukalyptusduft einzuatmen. Allein schon, wenn es so lange in Erinnerung bleibt. Und in Tasmanien zu sein. Vielleicht komme ich auch irgendwann dorthin.

    Für etwas mehr Nervenkitzel ist der der Dachsteingletscher gut. Schon die Fahrt nach oben mit der Seilbahn kann zum Erlebnis werden wenn man die „Cabrio-Gondel“ erwischt. Dort dürfen 10 Personen auf dem Dach stehen. Ich fand es sehr aufregend und schön auf dem Dach einer Großgondel an der Felswand emporzuschweben.
    Oben dann kann man auf einer „Treppe ins nichts“ mehrere hundert Meter über dem Tal stehen und auch eine Brücke überqueren. Oder sich einfach nur auf die, am Ende gläserne Aussichtsplattform stellen. Glasboden!
    https://www.derdachstein.at/de

    Reise einfach weiter, ich freue mich immer über deine Reiseerlebnisse zu lesen. 🙂

Hau in die Tasten! Ich freue mich sehr über einen konstruktiven Text von dir.

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