Rezension: Ins Nirgendwo, bitte!

Ins Nirgendwo, bitte! aus dem Conbook Verlag

Autorin: Franziska Bär (jetzt: Franziska Consolati)

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Inhalt lt. Verlagshomepage:

Ein Paar stellt sich seiner größten Herausforderung

Als sich Franziska und Felix kennenlernen, teilen sie einen Traum: Sie wollen bis an die entferntesten Orte der Welt reisen. Sie wollen das entdecken, wovon es noch keine Geschichten gibt. Und so entwickeln sie gemeinsam den Plan, durch das am dünnsten besiedelte Land der Erde zu wandern – die Mongolei.

Schon die Vorbereitung stellt die beiden vor eine Herausforderung: Sie müssen so wenig Gepäck wie möglich mitnehmen, doch in der Mongolei lassen sich nicht einfach so an jeder Straßenkreuzung die Vorräte auffüllen. Es mangelt dort nicht nur an Straßen – sondern erst recht an Menschen. Wer lebt dort schon, außer ein paar Nomaden, die Fremde nicht gewöhnt sind und deren Sprache Felix und Franziska nicht verstehen?

Die beiden lassen sich mitten im Nirgendwo aussetzen und ziehen los, ausgerüstet mit einem Zelt, mit Astronautennahrung und ein paar uralten russischen Militärlandkarten. Ihr Ziel: ein entlegener Bergsee. Sie kämpfen sich durch reißende Gletscherflüsse und quälen sich mit unverhofftem Gepäck einen Berg hinauf. Mal werden sie von unbekannten Männern in ihrem Zelt überrascht, dann laufen sie tagelang keiner Menschenseele über den Weg. Aber auch in der Einsamkeit kommt es zu magischen Begegnungen – nicht zuletzt zwischen Franziska und Felix.

2. Auflage April 2019

Zu Fuß durch die mongolische Wildnis

Franziska und Felix kennen sich noch nicht so lange, als sie beschließen, gemeinsam das Abenteuer ihres Lebens zu planen. Es soll zu Fuß durch die Mongolei gehen. Doch bereits bei der Planung müssen sie sich mit Hindernissen auseinander setzen. Denn es gibt fast keine Informationen zu Land und Leuten.

Obwohl sich Reiseblogger sonst gefühlt überall auf der Welt rumtreiben und über jede Ecke schon geschrieben haben, ist die Mongolei vermutlich ein letzter, weißer Fleck auf der Landkarte. Das merken Felix und Franziska bei ihren Recherchen schnell. Zum Glück finden die beiden alte, russische Militärkarten. Sie nutzen bereits im Vorfeld Internetsuchmaschinen und Webcams, um sich vorzubereiten. Auf den Online-Landkarten versuchen sie begehbare und sichere Wege zu finden.

Zu Hause macht das Paar einen Probemarsch an einem der heißesten Tage des Jahres, doch was sie in Asien erwartet, ist nicht vergleichbar. Einkaufen in der Mongolei, Vorräte auffüllen, Unterkünfte in den Städten finden – all das ist nicht wie in anderen Ländern. Die meisten Mongolen sind immer noch Nomaden und ziehen zweimal im Jahr mit ihren Jurten und Tieren um. Man geht nicht in einen Supermarkt, um sich mit Nahrung zu versorgen. Doch Franziska und Felix sind darauf angewiesen, wenigsten ab und zu ihre Vorräte aufzufüllen. Nahrung mitzunehmen bedeutet Gewicht, das getragen werden muss und die Körperkraft ist beschränkt. Das Reisekonzept muss bis ins Detail entworfen werden.

Dann geht es endlich los.

Mitreisender Reisebericht

Mal schweben Felix und Franziska auf Wolke 7, dann wieder durchschreiten sie das Tal der Tränen. Ihre noch junge Beziehung wird auf die Probe gestellt. Wird der Masterplan, den sie vor der Reise erstellt haben, funktionieren? Ist das der Beginn einer tiefen Bindung oder werden sie nach der Wanderung für immer getrennte Wege gehen?

Die Mongolen sind Touristen nicht gewöhnt. Schon gar keine Wanderer. Sie sind gastfreundlich – das gehört zu ihrer Tradition. Doch es gibt Unterschiede. Die einen empfangen Franziska und Felix mit offenen Armen, die anderen mit Skepsis und distanzierter Höflichkeit.

Manchmal „dröhnt“ die Stille in den Ohren, gelegentlich ist jeder von beiden in sich gekehrt und braucht Freiraum, um dann zu erkennen, dass der Weg nur gemeinsam beschritten und geschafft werden kann.

Franziska Bär schafft es, mich auf die Tour mitzunehmen. Ich kann mitfiebern und mitfühlen. Fast, als wäre ich mit in der Mongolei.

Kapitelaufbau

Das Buch beginnt vor der Reise. Franziska und Felix haben einen Traum und den wollen sie leben. Sie gehen alles sehr strukturiert an, sie erstellen eine Checkliste und sie kaufen ein. Der Benzinkocher wird getestet – glücklicherweise, denn er ist defekt. Nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn sie das erst in der Monoglei erkannt hätten. Sie entwerfen einen Beziehungs-Masterplan.

Als nächstes wird probegepackt und -gewandert. Schließlich muss der Rucksack täglich stundenlang auf Rücken, Schultern und Hüfte getragen werden und dann ist es gut, wenn man vorher weiß, wo etwas drückt oder scheuert bzw. wieviel Kilogramm tragbar sind.

Es geht endlich los. The Way of no return – was nun nicht dabei ist, kann nicht mehr besorgt werden. Fehler können sich die beiden nicht leisten. Man kann sie nicht mehr korrigieren.

Die Wegstrecke kann anhand der eingefügten Landkarte nachvollzogen werden. Es geht in die einsame Ebene der Mongolei und später ins Gebirge bis zum Endziel.

Aufteilung des Buchs

Das Buch liest sich flüssig. Die Kapitel sind weder zu kurz noch zu lang. Das Buch hätte gerne noch dicker sein können, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte. Es ist klar strukturiert, so wie ich mir das wünsche. Am Anfang ist ein Inhaltsverzeichnis, dann die durchnummerierten Kapitel, zum Abschluß ein Epilog mit Tipps zur Reiseplanung in unbekannte Gebiete.

Qualität des Buchs

Das Buch hat einen festen Paperback-Einband, das Papier ist hochwertig und optimal von der Dicke. Die Schriftart lässt sich gut lesen, die Schriftgröße ist optimal. Das Buch hinterlässt einen hochwertigen Eindruck.

Über die Autorin

Franziska Consolati lebt mit ihrem Mann Felix in Rosenheim. Erst nach der Veröffentlichung des Buchs Ins Nirgendwo, bitte! heirateten die beiden. Gemeinsam bereisen sie die Welt. Im April 2021 erscheint ihr neues Buch In Deutschland um die Welt im CONBOOKVerlag (vorbestellbbar).

Franziska ist Redakteurin, Autorin, Globetrotterin. Sie liebt die Ruhe und Einsamkeit, die unberührte Natur, das Zwitschern der Vögel und das Schweigen des Windes. Gemeinsam mit Felix erlebt sie die Abenteuer, die unglaublichen Mut und absolutes Vertrauen erfordern.

Franziska und Felix haben einen eigenen Blog Ins Nirgendwo bitte, sind auf Facebook und Instagram.

Persönlicher Eindruck/Kritik

Ich habe das Buch verschlungen. Ich war voll dabei und konnte die Mongolei sehen und fühlen: Die Strapazen und Entbehrungen ebenso wie die Glücksmomente. Obwohl Franziska sich auf einer Gefühlsachterbahn bewegt, sieht sie immer Licht am Ende des Tunnel. Ähnlich meinem Wahlspruch

Ich habe mitgefiebert (z.B. beim Überfall im Zelt) und mitgelitten (besonders als es Felix so schlecht ging). Am Schluss konnte ich mir ein paar Tränchen nicht verdrücken. Felix‘ Liebesgeständnis am Schluss war einfach herzerwärmend.

Eine Kleinigkeit möchte ich noch anmerken:

  • Schön, dass persönliche Bilder eingefügt waren.
  • Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn die Seiten mit den Fotos im Buch verteilt gewesen wären.
  • Wie ging die Reise weiter? Es sollte anschließend noch nach Ozeanien gehen und die Geschichte würde ich gerne lesen, denn sicher gab es dort ebenfalls Höhen und Tiefen.

Fazit

Bewertung: 5 von 5.

Ich vergebe 5 von 5 Sternen für dieses Buch. Die Reiseerzählung ist authentisch, flüssig geschrieben und chronologisch aufgebaut. Franziska Bärs Schreibstil ist emotional mitreisend. Mitreisend in Form von (gedanklich) mitreisen, aber auch fesselnd, spannend und faszinierend.

Wer einen kurzweiligen Reisebericht durch ein unbekanntes Land lesen möchte, sei Franziska Bärs Ins Nirgendwo, bitte! aus dem CONBOOKVerlag dringend empfohlen.

Informationen zum Buch

April 2019 (2. Auflage)

Paperback mit Einbandklappen, 288 Seiten

ISBN: 978-3-95889-179-1

€ 14,95 [D] • € 15,40 [A] • SFr. 21,90* [CH]

Das Buch ist im CONBOOK-Verlag erschienen. Ihr könnt es über den örtlichen Buchhandel bestellen oder bei Amazon* |Werbelink erwerben.

Transparenzhinweis

Das Buch Ins Nirgendwo, bitte! von Franziska Bär wurde mir vom Verlag CONBOOK kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dennoch lasse ich meine Meinung davon nicht beeinflussen und gebe meine ganz persönliche Einschätzung hier ab.

Ich danke dem CONBOOK Verlag für das mir entgegen gebrachte Vertrauen und die Zusammenarbeit.

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4 Gedanken zu „Rezension: Ins Nirgendwo, bitte!

  1. Liebe Liane,

    das Buch steht schon seit einer Weile auf meiner Amazon-Wunschliste. Ich mag gut geschriebene Reisebücher. Und beim Blog der beiden – von dem ich gar nicht wusste, dass es ihn gibt – habe ich mich gleich mal festgelesen…

    Liebe Grüße
    Kasia

  2. Liebe Liane,
    zu Fuß mit Rucksack durch die Mongolei zu reisen wäre für mich persönlich ein Alptraum. Ich wäre ja nirgends angekommen oder verhungert. Aber so einen abenteuerlichen Reisebericht zu lesen ist schon spannend. So eine Reise schweißt entweder zusammen oder man will sich danach nie mehr wieder sehen!
    Ein früherer Kollege meines Mannes reiste jedes Jahr in die Mongolei. Seine Frau stammt von dort. Wir haben ihn mal während unseres Urlaubs in Bangkok getroffen. Ansonsten kenne ich das Land nur aus dem Fernsehen, wunderschöne einsame Landschaften.
    Herzlichen Dank für den Buchtipp.
    Liebe Grüße
    REnate

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