11 Tipps für Leipzig – ein 72 Stunden Rendevouz

Leipzig für Einsteiger

Leipzig, Messestadt, die Perle Sachsens – hier lebten und wirkten viele berühmte, deutsche Persönlichkeiten. Johannes Sebastian Bach, Richard Wagner, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Samuel Hahnemann… und das ist nur eine kleine Auswahl. Jeder hinterließ seine mehr oder weniger großen Fußstapfen.

Leipzig blickt auf eine mehr als 800jährige Geschichte zurück. Leipzig ist die Stadt, die sich – auch zu Ostzeiten – nicht angepasst hat. Sie war immer ein bisschen revolutionär. Hier begann 1989 mit den Montagsdemostrationen der Widerstand gegen das DDR-Regime. Leipzig gehört unbedingt auf die Bucket List. Wer noch nie in Leipzig war, für den sind die folgenden Tipps die Must-see’s für die sächsische Stadt.

Transparenzhinweis am Artikelende*

#1 Hauptbahnhof

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Nach Leipzig kann man sehr gut mit der DB reisen. Gleich der Bahnhof ist sehenswert. Aufgebaut ist er ähnlich wie der Schwesterbahnhof in Frankfurt am Main, aber er ist viel sauberer und gepflegter. Die gusseisernen Bögen versetzen den Besucher in vergangene Zeiten. In meiner Fantasie sehe ich hier die Damen in langen Kleidern und mit Sonnenschirm am Arm ihrer solventen Gatten entlang schreiten. Gefolgt von Kofferträgern, die die Überseekoffer und Hutschachteln hoch aufgestapelt haben.

Der Eindruck verstärkt sich noch, wenn man zum Gleis 24 läuft. Dort stehen verschiedene, ausgemusterte Lokomotiven. An jeder klebt ein Zettel mit Informationen zum Werdegang.

Shoppingfans kommen im Bahnhof ebenfalls auf ihre Kosten. Auf 2 tiefen Ebenen reihen sich jede Menge Geschäfte und Restaurants auf. Vom Elektronikmarkt bis zum Asia-Imbiß. Momentan wird der Bahnhof noch von einigen Johann-Sebastian-Bach-Figuren geschmückt, die Schüler bemalt haben. Grund hierfür war das Bach-Fest, welches im Juni stattfand.

#2 Stadtrundfahrt und -gang

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Kaum hast du den Hauptbahnhof verlassen, siehst du bereits die Anbieter der Stadtrundfahrten in der Goethestrasse. Zwei Gesellschaften bieten ihre Touren feil. Teilweise kann man sie mit einer Bootstour kombinieren. Es gibt auch die Möglichkeit, Stadtrundgang und -fahrt* 🛒 als Paket zu buchen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Die Bustour führt an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie die Uni-Kirche, Gewandhaus, Panorama-Tower, Völkerschlachtdenkmal und Panometer vorbei. Das Ticket gilt 24 Stunden und man kann aus- und einsteigen, wie man möchte.

Anschließend kann man sich durch die Altstadt treiben lassen. Dabei entdeckt man – bei genauer Betrachtung – auch den nächsten Punkt meiner Liste, die versteckten Höfe.

#3 Versteckte Höfe, Passagen und Durchgänge

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Die Größe und Geschlossenheit des Systems der Passagen in Leipzig ist einzigartig in Europa. Und das seit mehr als 500 Jahren. Am besten erkundet man sie mit einer Führung* 🛒 , da man sonst leicht daran vorbeiläuft, ohne sie zu entdecken. Zu den bekannten Durchgängen gehört auf jeden Fall die Mädlerpassage, in der man Auerbach’s Keller findet, den J. W. v. Goethe mit seinem Faust berühmt machte.

Besonders hübsche Läden findet man in Specks’s Hof. Bisher konnte man im Barthel’s Hof leckere, sächsische Küche genießen. Zur Zeit ist er leider geschlossen. Oelßners Hof blickt ebenfalls auf eine lange Tradition zurück. Im ansässigen Supermarkt hängt eine Tafel mit den historischen Daten.

Eine Liste der Höfe findet man auch bei Wikipedia.

#4 Kirchen

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Ev. reformierte Kirche

Leipzig war immer ein inspirierender Ort für Künstler und Musiker. Weltweit bekannt ist der Thomanerchor der Thomaskirche. Sebastian Krumbiegel und Tobias Künzel (Die Prinzen) begannen ihre Gesangskarriere hier.

Von der Nikolaikirche ging die Friedliche Revolution der Montagsgebete und -demonstrationen aus, die letztlich mit zum Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands führten. Sehr spannend ist das Buch Und wir sind dabei gewesen: Die Revolution, die aus der Kirche kam* 🛒 von Chr. Führer. Der Pfarrer beschreibt in seiner Autobiografie von der Aufbruchstimmung Ende der 1980er Jahre.

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Unikirche „Paulinerkirche“

Architektonisch besonders spannend ist die neue Universitätskirche neben dem Panorama-Tower. Das moderne Bauwerk passt sich in den historischen Komplex ein. Die Kirche hatte zwar den 2. Weltkrieg unbeschadet überstanden, aber nicht das SED-Regime, welches das Gebäude 1968 sprengen ließ. Erst 2017 wurde der Neubau, der sich an den historischen Vorlagen orientierte, diese aber modern interpretierte, eingeweiht.

Alle Kirchen zu erwähnen würde den Artikel sprengen. Auch hierzu empfehle ich einen Blick in Wikipedia.

#5 Notenspur

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Im Fußweg findet man eingelassene, geschwungene Edelstahlbänder. Folgt man ihnen, kommt man zu den Wohnstätten und Wirkungsorten von z.B. Felix Mendelssohn-Bartholdy, Clara Schumann oder Richard Wagner. Weitere Informationen darüber bekommt man an der Touristen-Information.

#6 Panorama-Tower

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Der Panorama-Tower oder auch City-Hochhaus genannte Turm steht am Augustusplatz zwischen Unikirche und Gewandhaus. Im obersten Stockwerk befindet sich ein nobles Restaurant. Eine Tischreservierung ist meist erforderlich. Wer mag, kann von der Aussichtsplattform, die man auch gegen einen Eintritt von € 4,- betreten darf, einen sensationellen Rundblick über Leipzig riskieren.

#7 Völkerschlachtdenkmal

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Ebenfalls einen genialen Blick über Leipzig hat man vom 91m hohem Völkerschlachtdenkmal. Man sollte allerdings gut zu Fuß und frei von Klaustrophobie sein. Der Aufstieg auf die oberste Plattform erfolgt durch extrem enge Stiegen, die per Ampel freigeschaltet werden, denn es ist unmöglich aneinander vorbei zu kommen.

Doch das Denkmal bietet noch mehr. Die riesigen Figuren im Inneren sind beeindruckend. Die Kuppelhalle hat eine wahnsinnige Akustik, die gerne für Konzerte genutzt wird. Und im künstlich angelegte See der Tränen spiegelt sich der Turm und ist ein beliebtes Motiv für Fotografen aus aller Welt.

#8 Panometer

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Leipzig 1813 im Panometer 2015

Das ehemalige Gasometer dient seit 2003 als 360° Ausstellungsfläche. Yadegar Asisi insziniert hier beeindruckende Rundum-Ausstellungen. 2015 besuchte ich das Panometer. Ich war fasziniert. In der Mitte ist ein Turm, den man besteigen kann. Von jeder Ebene hat man einen anderen Blick auf das Bild. Die wechselnden Lichtverhältnisse von Tag und Nacht und die hinterlegte Musik verstärken den Eindruck noch. Aktuell kann man durch Carolas Garten streifen.

#9 Zoo

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Selten begeistern mich Zoos. Ich finde häufig die Gehege zu klein und mit zu wenig Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere. Doch im Leipziger Zoo ist das anders. Teilweise sind verschiedene Tierarten sogar in einem Gehege, die auch in der freien Wildbahn zusammenleben. Zebras und Giraffen zum Beispiel.

Über Leipzigs Grenzen hinaus ist das Gondwanaland bekannt. Unter einer gewaltigen Kuppel verbirgt sich ein künstliches Tropenparadies. Auf dem Fluß kann man eine etwa 13 minütige Bootsfahrt für € 1,50 Aufpreis machen. Dabei wird man von exotischen Vögeln umflattert.

Zur Zeit ist allerdings das von seiner Mutter verstoßene Elefantenbaby Bên Lòng DIE Attraktion. Gerade an Wochenenden und Feiertagen sollte man daher Geduld am Einlass mitbringen. Am besten kommt man direkt zur Öffnung des Parks.

#10 Alte und Neue Messe

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Das Doppel-M ist das Wahrzeichen der Messe Leipzig. Die Stadt- und Marktrechte wurden bereits 1165 an Leipzig verliehen. Hier wurden Informationen und Waren getauscht und feilgeboten. Ende des 19. Jahrhunderts kam man auf die Idee, nur noch Muster auszustellen und die Waren nach Bestellung anzufertigen und auszuliefern. Daher kommt auch das MM-Emblem, welches für Muster-Messe steht.

In Leipzig fand eine der größten Buchmessen neben der Frankfurter Buchmesse statt und das schon im 17. Jahrhundert. Zu DDR-Zeiten war die Messe bekannt für „verbotene“ westliche Literatur. Die Bücher konnte man zwar zum großen Teil nicht kaufen, aber die findigen Bücherwürmer lasen sie gleich vor Ort oder schrieben sie ab.

Das alte Messegelände befand sich nur 3 km vom Zentrum entfernt in südöstlicher Richtung. Heute finden hier keine Messen mehr statt, sondern es wurde und wird zum Gewerbegebiet umgestaltet.

Die neue Messe befindet sich etwas außerhalb Richtung Flughafen. Die lichtdurchfluteten Hallen bieten nun deutlich mehr Platz.

#11 Red Bull Arena

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Das ist für Fußballfans natürlich ein wichtiges Ausflugsziel. In die Arena passen fast 43.000 Zuschauer. Sie wurde zur WM 2006 umgebaut. Die Konstruktion ist weithin sichtbar.

Das Stadion des RB Leipzig ist momentan nach dem österreichischen Hersteller eines Energydrinks benannt. Dabei steht RB eigentlich für Rasen Ballsport. Die Spieler werden auch die Roten Bullen genannt.

Ich war 2014 zu einem musikalischen Event im Stadion, denn auch dafür wird es gelegentlich verwendet. Die Akustik darin ist sehr speziell. Besucher, die einmal hinter die Kulissen schauen wollen, können eine Stadionführung buchen.

Transparenz

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© Text DieReiseEule Fotos DieReiseEule und HMSB-R.-Kl. 6/2019

11 Tipps für Leipzig

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2 Gedanken zu „11 Tipps für Leipzig – ein 72 Stunden Rendevouz

  1. Liebe Liane,
    danke dir für die tollen Tipps für Leipzig. Mit Leipzig als Reiseziel haben wir uns bisher noch nicht wirklich auseinandergesetzt. Sieht doch sehr interessant aus 🙂
    Liebe Grüße
    Ines und Thomas

    1. Leipzig lohnt sich. Überhaupt sind die Städte im Osten Deutschlands wunderbar.

Hau in die Tasten! Ich freue mich sehr über einen konstruktiven Text von dir.

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