Radfahren macht Spaß? Mit dem E-Bike auf zu neuen Ufern

Vom Radfahrverweigerer zum Fahrradfreak?

FahrradGraffiti komp. Logo

Radfahren macht Spaß? Nein. Wirklich nicht. Es ist anstrengend und der Hintern tut einem innerhalb kürzester Zeit weh. Man kommt total aus der Puste und warum sollte ich mir das freiwillig antun?

Mein Fahrrad steht seit über 2 Jahren unbenutzt im Keller. Ich weiß noch wie froh ich war, als mein Vorderreifen einen Platten bekam und ich mich entspannt zurück lehnen konnte und jedem, der mich zu einer Radtour überreden wollte sagte: „Tut mir leid. Mein Fahrrad hat einen platten Reifen.“Dann lernte ich meinen Schatzl kennen.  „Ich möchte gerne mit dir zusammen eine Radtour machen“, sagte er. Ich argumentierte wieder mit dem defekten Rad und das alle Sättel nichts taugen. Ich habe sehr eng beieinander stehende Sitzbeinhöcker und das bereitet mir wirklich beim Radfahren Schwierigkeiten. Nach wenigen Minuten schläft mir der Poppes ein und ich muss im Stehen weiter fahren.

Also wirklich. Ich fahre nicht gerne mit dem Rad. Ich laufe gerne. Auch weit und lang. Aber Radfahren? Nein, dafür kann man mich nicht begeistern. Oder doch?

Meine Überlegung war schon, ob ich mir nicht ein ElliptiGo zulege. Ein Fahrrad, welches keinen Sattel  hat und bei dem man im Stehen ähnlich wie auf einem Stepper elliptische Bewegungen macht. Aber die sind teuer und ich fand keinen Händler in der Nähe, bei dem ich das Rad hätte ausprobieren können. Ich schrieb die Firma zwecks einer Probefahrt an, aber leider kam nie eine Rückmeldung.

Amrum als Auslöser

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Im Mai waren wir auf Amrum und obwohl es keine autofreie Insel ist, kommt man dort am besten zu Fuß, mit dem Bus oder eben mit dem Rad herum. Da wir per Eisenbahn angereist waren, liehen wir uns direkt am nächsten Tag Fahrräder aus. Amrum ist ja auch so schön flach, sodass man keine weitere Unterstützung nötig hat.

Der Fahrradverleiher dort wechselte meinen Sattel aus, da ich direkt auf den ersten Metern merkte, dass der aufgezogene mir Schmerzen bereitete. Wir fuhren die folgenden Tage mehrfach. Mal nur zum Norddorfer Strand, dann aber auch nach Wittdün. Über den geteerten Wirtschaftsweg, durch den sandigen Wald – alle Wege die sich uns boten. Es ging besser als gedacht. Und wieder kam das Thema Radfahren zu Hause auf.

*Transparenzhinweis am Artikelende

Wieder daheim – Ab ins Fachgeschäft

Meine Entscheidung war gefallen. Mein altes Rad hatte ich günstig verkauft und nun sollte ein neues Fahrrad ins Haus einziehen. Da ich zur Ü50 Generation gehöre, entschied ich mich gegen ein „normales“ City- oder Trekkingrad und für ein Pedelec. Wenn schon, dann will ich die hiesigen Hügel ohne abzusteigen schaffen. Jünger werden wir ja alle nicht und mir ist klar, dass ich mit einem Standardrad nicht glücklich werde und es letztlich nur im Keller einstauben wird.

Wir machten uns zum ortsansässigen Fahrradhändler auf, um uns ausführlich über E-Bikes beraten zu lassen. Bei B.O.C. in Wiesbaden trafen wir auf Herrn Coates. Meine Wünsche:

  • E-Bike mit tiefem Einstieg
  • möglichst nicht viel mehr als € 2000,-
  • einen bequemen Sattel !!!
  • einen Korb für vorne

Er ließ meinen wichtigesten Punkt – den bequemen Sattel – erstmal außen vor und versuchte herauszufinden, welche Gangschaltung ich bevorzuge. Naben- oder Kettenschaltung oder ein Kombination? Er erklärte alles extrem gut und verständlich. Da es für mich zweitrangig ist, ob ich eine Rücktrittbremse habe oder nicht, stand der erste Fahrversuch an. Es folgten jede Menge weitere. Welche Rahmengröße passt zu mir? Wieviel Zoll?  Wieviel Watt und Newtonmeter?

Ich kann jedem nur raten, in ein Fachgeschäft zu gehen, viel Zeit mitzubringen und verschiedene Räder zu probieren. Wir haben letztlich 2 Stunden dort verbracht und letztlich habe ich mich für das Winora Sinus i9* 🛒 entschieden.

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Mein Winora E-Bike mit 9 Gängen

Die Farbe war nicht ausschlaggebend. Ich finde das Anthrazit/Titan schlicht und schön. Den mitgelieferten Damensattel habe ich gegen einen Terry Fitness Comfort Figura GTC Gel max* 🛒 ausgetauscht. Meins ist das Herrenmodell und ich glaube, ich kann mich an den tatsächlich gewöhnen. Das Damenmodell war für mich zu breit, aber das muss eben auch jeder selbst testen. Bei mir wurde der Abstand der Sitzbeinhöcker vermessen. Das bieten inzwischen viele Fachgeschäfte an.

Der Tacho zeigt mir nicht nur die Geschwindigkeit (wahlweise km/h oder mph) an, sondern auch die Uhrzeit, die gefahrenen Tages- und Gesamtkilometer, die Durchschnittsgeschwindigkeit, die gefahrene Zeit und die verbleibende Reichweite der Akkuladung.

Das E-Bike hat eine Schiebehilfe, damit man es leicht am Berg bzw. zum Überwinden von Treppen schieben kann. Denn ein Pedelec ist durch den Akku um einiges schwerer wie ein herkömmliches Fahrrad. Meins wiegt etwa 24kg.

Ich habe mir dann nicht nur den Klickfix Lenkerkorb* 🛒 + , sondern auch noch den Klickfix Citymax 24l* 🛒 Korb für hinten gegönnt. Beide sind mit einem Schloss – Racktime SecureIt* 🛒 – vor Langfingern gesichert.

Ein gutes Schloss gehört dazu – und andere Diebstahlsicherungen

E-Bikes sind gern gesehene Beute von Dieben. Daher sollte man es den Strolchen möglichst schwer machen. Es gibt verschiedene Versicherungen, die spezielle E-Bike-Policen anbieten, denn meist reicht die Hausratsversicherung hier nicht aus. Aber da muss jeder selbst nachhaken. Verpflichtend ist auf jeden Fall ein gutes Schloss. Die meisten Versicherungen schreiben eine UVP von mindestens 50 Euro vor und es darf kein Zahlenschloss sein.

Bisher hatte ich bereits ein Bügelschloss und ein dickes Kabelschloss. Doch nun darf es zusätzlich ein Abus Steel-O-Chain Kettenschloss* 🛒 sein. Das ist schwer, aber eben auch schwer zu knacken. Dank meiner Körbe sollte der Transport kein Problem sein.

Darüber hinaus kann man sein Rad registrieren oder codieren lassen. Teilweise wird dies kostenlos bei den Polizeidienststellen angeboten. Teils bieten die Versicherungsgesellschaften dies als eigene App an, unter der man auch den Diebstahl melden kann. Über google findet man jede Menge Informationen zum Thema.

Was nützt das schönste Rad, wenn man es nicht schützt und nicht wieder findet.

Auf in die Radsaison

Nun teste ich mein E-Bike bereits 3 Tage lang. Der Sattel ist ok. Ich bin pro Tag etwa 10 km gefahren. Ich habe eine Höchstgeschwindigkeit von über 30km/h auf freier Wirtschaftswegstrecke erreicht. Die Bremsen funktionieren hervorragend. Sollte ich dennoch in den nächsten Tagen Mängel feststellen oder den Sattel umtauschen wollen, so kann ich dies problemlos machen, denn mein Fahrradhändler des Vertrauens bietet innerhalb von 14 Tagen nach Erwerb eine Zufriedenheitsgarantie an und nimmt das Rad bzw. den Sattel kostenlos zurück oder bietet Umtausch an.

Das war durchaus ein Grund für den Kauf des Pedelecs. Letztlich kam ich leider nicht ganz mit meinem Budget hin, aber ich hoffe, dass der Aufpreis sich letztlich in der Zufriedenheit meinerseits bezahlt macht.

Es kann also durchaus sein, dass ihr demnächst ein paar Radtour-Vorschläge von mir zu lesen bekommt.

Und wie sieht es bei dir aus? Hast du ein E-Bike und bist du zufrieden damit oder hast du dich ganz bewußt dagegen entschieden? Hast du eine Versicherung für dein Rad abgeschlossen? Gab es Probleme damit? Hinterlasst mir gerne alle relevanten Informationen als Kommentar oder nehmt per Email Kontakt mit mir auf. Ich freue mich auf den Austausch.

Transparenzhinweis2019-2

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© DieReiseEule 6/2019

 

 

 

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4 Gedanken zu „Radfahren macht Spaß? Mit dem E-Bike auf zu neuen Ufern

  1. Herzlichen Glückwunsch zu Deinem neuen Fahrrad. Klasse Teile, nutze hier und da mal das E-Bike meiner Stiefmutter. Im fast flachen Köln lohnt sich das für mich (noch) nicht. Wie Ilona schon schreibt, pass bitte auf dich auf und den Helm nicht vergessen 😘.
    LG Nina

  2. Ich spiel – als langjährige Dauerradelnde – mal kurz den Spielverderber: Bitte rase nicht mit 30km/h durch die Gegend, wenn du keinerlei Fahrpraxis hast. Ehrlich, das ist wirklich gefährlich. Nicht nur, aber gerade für dich. Viele Ü50 machen das gerne, dass sie sich nach etlichen Radlfreien Jahren ein E-Bike zulegen und damit können sie auf einmal so richtig schnell fahren. Ihnen fehlt aber die Praxis und sie überschätzen sich. Auch beim Fahrrad braucht man gewisse Gewohnheiten, nicht nur die BAlance halten, auch bestimmte Situationen entsprechend einschätzen können.
    Als Radlerin bin ich von so einigen „jetzt-mit-E-Bike-geb-ich-Gas“-Radlern auch schon mehr als einmal gefährlich überholt und geschnitten worden.

    Also, nicht falsch verstehen: Ich halte das Fahrrad für das beste Fortbewegungsmittel überhaupt. Aber man darf es nicht unterschätzen. Langsam eingewöhnen!

    1. Danke für den Hinweis. Aber ich fahre eher vorsichtig. Ich habe das auf freier Strecke probiert. Reiner Wirtschaftsweg mit freier Sicht und ohne Kreuzung. Ich habe nämlich keine Lust auf Unfall.
      Doch um das Bike zu testen – Gänge, die verschiedenen Modi – war das mal kurz nötig.
      In der Jugend bin ich sehr viel Rad gefahren. Ich neige nicht dazu mich zu überschätzen. Ganz gewiss nicht.

      LG

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