Auf KulTour durch Geisenheim

Transparenzhinweis2019-2

Geisenheim zwischen Dom und Wissenschaft

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Über Facebook wurden wir auf den KulTour Spaziergang im Rheingau aufmerksam und meldeten uns an. Am vierten April trafen wir uns mit der Kultur- und Weinbotschafterin Jacqueline Palzer und den anderen Interessierten an der Bushaltestelle Ursulinen in Geisenheim. Das Wetter war kühl, aber pünktlich zur Tour hatte der Regen aufgehört.

Frau Palzer ist gebürtige Geisenheimerin, wohnte die ersten 20 Jahre ihres Lebens im Ort und kennt sich daher sehr gut aus. 15 Teilnehmer – größtenteils im Rentenalter – hatten sich eingefunden. Als erstes zeigte uns Jacqueline anhand des Übersichtsplans die vorgesehene Route.

Monrepos Park

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Erstes Ziel war der Monrepos Park mit der Villa Monrepos, die von einem Pariser Architekten 1860-63 im Auftrag von Eduard von Lade erbaut wurde. Jener gebürtige Geisenheimer Herr von Lade war das, was man heute „neureich“ nennen würde, denn er war so wohlhabend, dass er sich im Alter von 44 Jahren bereits zur Ruhe setzen konnte.

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Die Villa Monrepos sollte ihm als Wohnsitz dienen. Da er sich neben Obst-, Garten- und Weinbau auch für Astronomie interessierte, ließ er sich ein Observatorium einbauen. Leider wurde dies im Krieg zerstört, aber der Rest der Villa konnte erhalten werden.

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Der Park ist öffentlich zugänglich und wird gerne von Besuchern genutzt. Die von von Lade angelegten Rosenbeete und Skulpturen gibt es zu meinem Bedauern nicht mehr.

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Vom Erbacher Hof zur Hochschule Geisenheim

Wir liefen zurück bis zu einem netten, aber im ersten Moment eher unscheinbaren Tor. Hinter dieser Tür, die zum Erbacher Hof gehört, befindet sich das Geburtshaus von Philip Hofmann, einem berühmten Architekten und Baumeister. Unter anderem hat er die Fassade des Rheingauer Doms (s.u.), die Bonifatiuskirche Wiesbaden und die russisch-orthodoxe Kirche am Neroberg errichtet.

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Im Spaziergangmodus liefen wir zur Hochschule Geisenheim University. Diese ist weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Gegründet wurde sie 1872 als „Königlich Preußische Lehranstalt für Obst- und Weinbau“ auf Drängen von Eduard von Lade.

Seit 2013 gibt es nun die Hochschule Geisenheim University. Gelehrt werden neben den Klassikern Önologie, Gartenbau und Landschaftsarchitektur weitere 16 Bachelor- und Masterstudiengänge, wie z.B. Getränketechnologie.

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Jacqueline versorgte uns mit einer ganzen Menge interessanter Fakten rund um die Uni, während wir durch den erwachenden (Frühlings-)Garten liefen. Jährlich im August findet hinter der Hochschule der Kinderzauber statt, ein Kinderfest mit langjähriger Tradition.

Die KulTour ging nun parallel zur Bahnstrecke. Diese mussten wir dann kreuzen. Dafür gab es eine Unterführung, die mit vielen Graffitis geschmückt war.

Das Bachelin-Haus

Nächster Halt: Das Bachelinhaus. Ehemals war es das Wohnhaus der namens gebenden Familie, heute beherbergt es das Bürgerbüro. Das Gebäude weist im Obergeschoss eine Besonderheit auf. Hier findet man im ehemaligen Hauptwohnraum die älteste, in einem bürgerlichen Haus bekannte, handbemalte Papiertapete von 1823. Der Raum wird heute gern von Brautpaaren zur Vermählung genutzt und muss sehr sehenswert sein.

Für mich war jedoch – wer schon länger bei mir liest, kennt diese Leidenschaft – der vor dem Haus befindliche Kanaldeckel noch interessanter.

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Die Sommerlinde

Bäume können alt werden. Sehr alt. Das weiß man. Alte Bäume brauchen manchmal Hilfe, genau wie ältere Menschen. Die ca. 700 Jahre alte Sommerlinde auf dem Lindenplatz, gegenüber dem Rathaus, wird durch etliche Stützen in Form gehalten.

Früher wurde unter der Linde getanzt, aber auch Gericht abgehalten. Heute ißt man hier bei sommerlichen Temperaturen gerne ein Eis. Unter der Linde findet man viele Informationen zur Stadt Geisenheim. Zum Beispiel, dass diese 772 erstmals erwähnt wurde und 1864 die Stadtrechte verliehen bekam.

Vom Rathaus aus hat der aktuelle Bürgermeister Christian Aßmann den perfekten Blick auf die alte Sommerlinde, aber auch die Türme des Doms kann er erblicken.

Der Rheingauer Dom

Unsere Schritte führten uns nun durch die Prälat-Werthmann-Straße zum weitläufigen Bischof-Blum-Platz. Vor uns erhebt sich die Fassade der katholischen Pfarrkirche Heilig Kreuz, die Rheingauer Dom genannt wird. Offiziell handelt es sich nicht um einen Dom, denn dafür müsste es ein Bischofssitz sein. Nur wegen seiner Bedeutung in der Region und der außergewöhnlichen Größe erhielt die Kirche die Bezeichnung.

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Bischof-Blum-Platz mit Weingut Graf-Müller
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„Rheingauer Dom“ – Pfarrkirche Heilig Kreuz Geisenheim

Die spätgotische Hallenkirche entstand Anfang des 16. Jahrhunderts. 1829 mussten die Türme wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Der gebürtige Geisenheimer Baumeister Philip Hofmann nahm sich des Projekts an und errichtete die neuen Türme, die bei genauer Betrachtung nicht gleich sind.

Leider war der Dom geschlossen, obwohl es eine Zusage gab, er sei für uns geöffnet. So schlimm war das aber nicht, da alle Teilnehmer aus Geisenheim und Umgebung kamen und man jederzeit den Besuch nachholen kann.

Tourausklang

Zum Abschluß wurde uns im angrenzenden Weingut Graf-Müller ein Glas Riesling Kabinett feinherb im Hof kredenzt. Auf eigene Kosten entschieden sich fast alle KulTour-Gänger den ca. 1,5 stündigen Rundgang bei einem Mahl und einem weiteren Glas Wein im Gutsausschank ausklingen zu lassen.

Allgemeine Informationen

Wer Lust auf KulTour bekommen hat, kann sich an Jacqueline Palzer unter 06722-910851 oder per Email Jacqueline.Palzer@gmx.de.  Ihr könnt ihr auch gerne auf Facebook folgen. Sie und die anderen Gästeführer bieten auch noch andere Touren an. Homepage: Jacqueline Palzer Kuweibo

Wie hat euch mein Beitrag gefallen? Habt ihr auch schon mal an einer geführten Tour teilgenommen? Ich freue mich über Rückmeldungen, Likes und Kommentare.


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© DieReiseEule 4/2019

Auf KulTour durch Geisenheim

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2 Gedanken zu „Auf KulTour durch Geisenheim

  1. Der Beitrag gefällt mir, und macht mir Lust auch mal bei ähnlicher Tour in meiner Umgebung mit zu machen und darüber zu berichten.
    Geisenheim kenn ich nicht, und weis auch gar nicht wo das liegt.

Hau in die Tasten! Ich freue mich sehr über einen konstruktiven Text von dir.

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