Castelo São Jorge Lissabon

Die Geschichte des Burgbergs

Die Festung São Jorge befindet sich auf dem Alfama-Hügel Lissabons. Sie wurde von den Mauren im 11. Jahrhundert erbaut. Sie besteht aus der Burg, dem Wohnviertel der Eliten der Stadtverwaltung und dem alten Königspalast.

Obwohl die Mauren die Burg gründeten, mussten sie diese nach der Eroberung durch die Portugiesen 1147 dem ersten portugiesischen König Alfonso Henriques überlassen. Dieser und die folgenden Könige prägten in den nächsten Jahrhunderten die Festung. Es wurde umgebaut und saniert, damit der Königshof, der Bischof und das königliche Archiv untergebracht werden konnten.

Später übernahm das Militär bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts die Oberhand und drückte dem Castelo erneut einen Stempel auf. Bei dem großen Erdbeben von 1755 wurden einige Teile zerstört, dann aber neu aufgebaut.

Heute ist das Castelo ein Nationaldenkmal. Das Gelände umfasst 6000m² und kann sehr gut auf eigene Faust oder mit einer Führung erkundet werden. In einer ständigen Ausstellung können die Spuren der Vergangenheit kennengelernt werden.

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Der Haupteingang befindet sich links, rechts ist die Aussichtsterrasse

Unser Rundgang und unsere Eindrücke

Es ist 10 Uhr morgens als wir den Burgberg erklimmen. Wir sehen bereits jetzt eine Schlange vor dem Ticketschalter stehen. Doch es geht zügig vorwärts. Wir erhalten eine Broschüre auf Deutsch und die Eintrittskarten und bewegen uns an den Rand der Terrasse, wo wir zuerst unsere Blicke über die Stadt zu unseren Füßen schweifen lassen. Noch hängt der Morgendunst zwischen den Häusern. Den Tejo erahnt man eher als das man ihn sieht.

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Unterhalb der Mauer liegen Gärten und ein Park. Den haben wir durchschritten und dort gab es jede Menge Graffitis, die ich euch in einem gesonderten Artikel vorstellte.

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Schnell wird klar, dass das Burggelände viel größer ist, als es auf den ersten Blick wirkt. Zum Glück. Denn ich kann mir vorstellen, dass es im Sommer recht belebt ist und man kaum einen Platz an der Balustrade bekommt. So verläuft sich das und mit etwas Geduld kann man die schönsten Plätze ohne Personen ablichten.

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Dafür braucht die Weinverkäuferin zu dieser frühen Stunde Geduld, denn noch möchte niemand ein Glas Wein trinken.

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Nochmal zurück an die Balustrade entdecken wir mit der Zeit einige der Lissabonner Sehenswürdigkeiten, dank der gefliesten Übersichtstafel. Man sieht den Elevador de Santa Justa, den Praça do Comérçio und den Arco triunfal.

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Die historischen Kanonen sind nur noch Attrappe bzw. werden als Dekomotiv für Selfies und typische Urlaubsfotos „mit Mutti“ genutzt.

Hasimausibär und DieReiseEule wollen auch abgelichtet werden und setzen sich Arm in Arm Flügel in einen Baum, bevor wir sie wieder einstecken und Richtung Innenhof laufen. In diesem Teil befindet sich auch die ständige Ausstellung, auf die wir aber momentan keine Lust haben.

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Königliche Bewohner

Zuerst sehen wir eine Statue, dann geballte Besuchergruppen. Warum sind denn hier so viele Menschen? Weil hier etliche Pfauen zu bestaunen sind. Jungtiere mit grauen und hellen Feder, Männchen mit den klassischen Schmuckfedern und die eher unscheinbaren Weibchen. Sie sitzen und scharren im Sand und erstaunlicherweise auch auf den Mauern. Und dann sehe ich wie sie in einen Baum hochklettern. Erstaunlich. Ich hätte nicht gedacht, dass die Pfauen das schaffen.

Jedenfalls sind sie wunderschön anzusehen. Oder findest du nicht?

Die Burg mit den 10 Türmen

Durch das Tor des Mauerturms, der ehemals das Archiv beherbergte, betreten wir die Festungsanlage. Sofort fühlt man sich ins Mittelalter versetzt. Es gibt etliche Treppenaufgänge zu den Türmen. Wir gehen nach oben. Einige Wege sind schmal, so dass kaum 2 Leute aneinander vorbei kommen, andere dagegen sehr breit.

Im Mauerturm befindet sich die Camera Obscura, ein Periskop, mit dem man die Menschen in der Stadt auf eine Leinwand projiziert beobachten kann. Alle 30 min wird man eingelassen. Da aber jeder diese Attraktion mitnehmen möchte, bildet sich eine lange Besucherschlange, woraufhin wir beschließen, uns nicht anzustellen. Man muss nicht immer alles sehen.

Die Burgzinnen sind mit Lichterketten geschmückt. Es ist Weihnachtszeit und das macht im Abendlicht eine schöne, festliche Stimmung.

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Da die Wege doch weiter sind als vermutet, bin ich froh, dass ich flache, bequeme Schuhe* anhabe, die mich auf allen Reisen begleiten und ihre eigene Geschichte erzählen könnten.

Der Ausblick ist gewaltig. Man erkennt die verschiedenen Miradouros an den Bäumen, die dort stehen. Eine tolle Kulisse. Selbst wir lassen uns zu einem sonst so ungeliebten Selfie auf dem Zisternenturm hinreißen. Das wird hier aber nicht gezeigt. Sorry.

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Archäologische Ausgrabungsstätte

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Wir verlassen die Burganlage wieder durch den Mauerturm, wenden uns nach links, gehen an der äußeren Festungsmauer vorbei und finden letztlich den Aufgang, der uns am Tor des Moniz vorbei zur Ausgrabungsstätte leitet.

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Die Ruinen wurde mehr oder weniger zufällig entdeckt, als man hier einen Parkplatz bauen wollte. Noch sind die Archäologen damit beschäftigt, herauszufinden, was man dort gefunden hat.

Sicher steht fest, dass hier das Wohnviertel der Eliten stand. Zwei Wohnhäuser wurden von drei Strassen und ein paar anderen Gebäuden umrahmt. Die Wände der Säle waren mit geometrischen Motiven auf Kalkputz geschmückt. Außerdem fand man Überreste des Palastes der Grafen von Santiago. Und eine Küche. Zumindest vermutet man, das es eine war, da an einer Feuerstelle Töpfe, Amphoren und Tiegel ausgegraben wurden.

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Burgcafé

Wir sind nun seit 3 Stunden unterwegs und deshalb beschließen wir eine Pause einzulegen. Zum einen gibt es das Restaurant Casa do Leão – uns war aber nur nach einer Tasse Kaffee – und zum anderen das Burgcafé. Hier gibt es an der Selbstbedienungstheke Getränke und kleine Snack sowie Kuchen zu kaufen.

Da es warm ist, setzen wir uns draußen auf die Terrasse und können am Nachbartisch beobachten, wie sich die Pfauen und Tauben über die Speisereste hermachen. Man sollte besser sein Tablett sofort abräumen.

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Mittagszeit. Es ist voll geworden auf dem Burgberg. Auch wenn wir nicht jeden Stein umgedreht haben, haben wir genug gesehen. Wir beschließen zu gehen. Vorbei an funktionslosen Springbrunnen und an einer sitzenden Statue.

Als wir das Burggelände verlassen, sehen wir die unendliche scheinende Warteschlange vor dem Ticketschalter. Wie gut, dass wir gleich morgens da waren. Bis zur Straße Rua de Santa Cruz do Castelo stehen die Massen. Plärrende und quengelnde Kinder, müde Senioren mit und ohne Gehhilfen – alle stehen doppelreihig, ungeordnet an und müssen den auffahrenden Taxen Platz machen. Immerhin sind die Temperaturen angenehm im Winter. Nicht auszudenken, wie das im Sommer ist. Wer da kein Getränk dabei hat ist der Sonne unerbittlich ausgesetzt. Bestimmt fährt dann mehrmals pro Stunde der Krankenwagen hierher.

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Wer schlau ist, bucht sich vorab ein Ticket über das Internet. Das geht z.B. über GetyourGuide* und man hat einen erfahrenen Guide an der Seite.

Information, Öffnungszeiten und Preise

Täglich außer am 1.1., 1.5. und 24. + 25. + 31.12. geöffnet. In den Sommermonaten März bis Oktober kann das Castelo von 9 bis 21 Uhr und in den Wintermonaten November bis Februar von 9 bis 18 Uhr besichtigt werden.

Die Camera Obscura ist von den Wetterbedingungen abhängig, aber eigentlich von 10 bis  17.20 Uhr zugänglich.

Castelo de S. Jorge, Rua de Sta Cruz, 1100-129 Lissabon

info@castelodesaojorge.pt          www.castelodesaojorge.pt

Tickets

Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt, ebenso die Einwohner Lissabons

Erwachsene zahlen € 10, Behinderte und Senioren über 65 Jahren entrichten € 8,50 und Jugendliche bis 25 Jahre zahlen € 5

Fazit

Ein Besuch des Castelo gehört zu einem Lissabon Besuch unbedingt dazu. Der Ausblick ist grandios und die Vielzahl der Pfauen mit ihren schillernden Federn muss man einfach gesehen haben.

Ich empfehle euch auf jeden Fall, gleich morgens bei Öffnung in die Burganlage zu gehen, dann kann man das alles viel mehr genießen.

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Warst du auch schon im Castelo São Jorge? Wie waren deine Erfahrungen? Wenn ihr Anregungen dazu habt, dann freue ich mich über einen Kommentar.


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© DieReiseEule 2/2019

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6 Gedanken zu „Castelo São Jorge Lissabon

    1. Hey Tobias,

      danke für die lieben Worte. Vielleicht rufst du meinen Bericht ja nochmal auf, wenn du eine Lissabon-Reise planst. Würde mich freuen, wenn ich dich inspirieren und begeistern kann und die Tipps hilfreich sind.

      Herzliche Grüße
      Liane

    1. Hallo Dagmar,
      jeder Hügel hat seinen eigenen Charme. Lissabon war wirklich toll.

      Liebe Grüße

  1. Danke für die tolle virtuelle Führung! Wir sind Mitte März in Lissabon und wollen natürlich auch auf die Burg. Wir haben zum Glück eine Unterkunft ganz in der Nähe ergattert, das heißt, wir werden vermutlich wirklich früh dort sein. Ich freue mich schon darauf 🙂 Lg Barbara

    1. Hallo Barbara,
      gerne habe ich dich mitgenommen.
      Viel Spaß auf der Burg. Ich bin mir sicher, sie wird euch gefallen und wenn ihr gleich morgens da seid, ist das echt super.

      Liebe Grüße

Ich freue mich sehr über einen konstruktiven Text von dir

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