[Reisetagbuch] Von der Vinkerklip Lodge nach Okaukuejo im Etoscha NP

Noch ein Geburtstag

Tja, nachdem gestern irgendwas am Auto kaputt gegangen ist, warten wir auf den Mechaniker, der extra aus Windhoek mit Ersatzteilen und einem Ersatzreifen anreist. Angeblich ist er um 6 Uhr losgefahren und müsste gegen 8 Uhr eintreffen. Wir treffen uns erstmal alle zum Frühstück.NAM_8361

Kurt und Heidi schauen irgendwie wieder etwas sauertöpfisch aus. Nur kurze Zeit später stellt sich heraus warum. Eine Phalanx der Bediensteten kommt ein Geburtstagsständchen trällernd auf uns zu. In der Hand eine mit Bougainvillae geschmückte Sektflasche.

Oh Mist, stimmt ja. Kurt hat heute Geburtstag. Haben wir total aus den Augen verloren. Wir stimmen ins „Happy birthday“ mit ein und gratulieren.

Etwas verspätet trifft der Mechaniker ein. Gustav geht dann mal schauen, was los ist und ob wir heute noch weiterfahren können. Wir haben dafür nun Zeit, in Ruhe zu packen und vor allem, die Umgebung, das Eagle’s Nest, dessen Besuch uns gestern verwehrt blieb und die Honeymoon Suite in der Helligkeit des Tages zu erkunden.

* Transparenzhinweis am Textende

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Hinter unserem Häuschen auf dem vorspringenden Felsen steht das Eagle’s Nest. Der Ausblick über die Ebene soll grandios sein, doch uns steht zu Beginn der Aufstieg bevor. An sich kein Problem, bis wir den Treppenturm entdecken. Mir rutscht das Herz in die Hose. Die „Geier“ kreisen schon über dem Abgrund. Da soll ich hoch?

Der Turm wirkt wackelig und besteht mal wieder aus diesen Metallplatten, durch die man direkt in die „Hölle“ schauen kann. Zumindest fühlt es sich so an. Also, nochmal Mut tanken und nur nach oben schauen.

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Gefühlt 15 min. später habe ich die Stiege überwunden. Über den Abstieg mache ich mir dann später Gedanken. Der Blick ist wirklich großartig und atemberaubend. Wir stellen uns auf die Plattform und bewundern die Weite.

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Im Restaurant sitzt das Flitterwochen-Pärchen und frühstückt ganz allein und entspannt. Wie haben die denn ihr Gepäck hier rauf geschafft? Selbst getragen?

Die Antwort entdecken wir nur wenig später. Ein Gepäcklift bringt nämlich gerade die Koffer wieder zur Talstation.

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Eigentlich heißt es, wenn das Heavens Gate geschlossen ist, darf man dort nicht hin. In Absprache dürfen wir die nun freie Honeymoon-Suite von außen anschauen. Ein blütengesäumter Weg führt dort hin.

Die Suite hat große Fensterfronten. Ein abendlicher Blick in den Sonnenuntergang mit einem Glas Wein, während man am Beckenrand des Minipools den Tag ausklingen lässt, sind traumhafte Aussichten.

Dann geht es wieder zurück. Mit noch mehr Herzklopfen beim Abstieg. Der Mechaniker ist noch beschäftigt, rechnet aber damit, dass wir gegen mittag starten können. Solange trinken wir noch einen Kaffee und entdecken niedliche Ratten. Diese sind ortsansässig und wohl vollkommen harmlos.

Eidechsen sonnen sich auf den Sukkulenten und Kakteen. Am Wasserloch ist nichts los.

Endlich ist das Auto fahrbereit und los geht’s. Daumen drücken, dass dies die letzte Autopanne war.

Am Anderson Gate werden wir kontrolliert und registriert. Die Gates sind nur von Sonnenaufgang bis -untergang geöffnet. Man muss rechtzeitig Etoscha verlassen oder – sofern gebucht – eines der drei Camps im Park aufgesucht haben. Da die Wildtiere hier frei leben und viele davon Raubtiere sind, kennen die Ranger keinen Spaß. Die Strafen sollen ziemlich empfindlich ausfallen, wenn man erwischt wird.

Das haben wir aber nicht vor. Wir entdecken Hartebeest (Kuhanilopen), Springböcke, Giraffen, Trappen, Erdhörnchen, Zebras, Kudus, verschiedene Vögel, Sträuße und Streifenhörnchen.

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Wir beziehen unsere Zimmer im Okaukuejo Camp. Die Zimmer sind geräumig und um das Doppelbett gibt es ein Moskitonetz. Das Bad wirkt leider nicht ganz sauber. Für Selbstversorger hat man eine kleine Küche, die wir aber nicht nutzen, da wir Abendessen im Restaurant mit dabei haben.

Doch vor Sonnenuntergang unternehmen wir nochmal eine Fahrt durch die angrenzende Gebiete, die Augen erforschen den Park. Wer entdeckt das nächste Tier? Das macht richtig Spaß.

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Und dann überrascht uns doch so plötzlich der Sonnenuntergang und wir kommen gerade noch rechtzeitig zurück, bevor die Tore des Okaukuejo Camps geschlossen werden.

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Wir machen uns frisch und hoffen auf ein leckeres Abendessen. Doch dieses staatliche Camp ist nicht vergleichbar mit den privat geführten Lodges der Umgebung. Das Buffet ist zwar reichhaltig, aber das Essen ist kalt. Die Steaks sind viel zu dünn geschnitten und obwohl sie angeblich Medium zubereitet wurden, sind sie durchgebraten und zäh.

Alles erinnert an billiges Kantinenessen. Eine Massenabfertigung mit wenig Charme. Das gefällt mir nicht. Auf der ganzen Reise bis hierher habe ich mich noch nie so unwohl gefühlt. Es ist voll, der Geräuschpegel ist hoch. Die Kellner überfordert.

Wir werden irgendwie satt, aber ich bin froh, dass wir nur eine Nacht hier sind. Dabei soll das Wasserloch abends sehr gut besucht sein. Hier soll man Nashörner, Löwen, Elefanten und viele andere Tiere sehen können. Doch auch hier sind so viele Leute, es wird geredet und geschnattert und folglich lässt sich kein Tier im dezenten Scheinwerferlicht sehen. Da wir müde sind, gehen wir ins Bett und freuen uns einfach auf morgen.

Aus Schutz der handelnden Personen der Reisegruppe sind die Namen künstlerisch angepasst.

Wie hat euch mein Bericht gefallen? Seid ihr auch schon in einer der Unterkünfte gewesen und wenn ja, wie waren eure Erfahrungen? Ich freue mich über das Drücken des Gefällt mir Knopfes und fröhliche Kommentare.

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* Enthält unbezahlte und unbeauftragte Werbung in Form von Nennung von Lokalitäten. Die Empfehlung/Kritik ist auf meinem eigenen Mist gewachsen. Die komplette Reise wurde von mir selbst finanziert.


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© DieReiseEule 10/2018

4 Gedanken zu „[Reisetagbuch] Von der Vinkerklip Lodge nach Okaukuejo im Etoscha NP

  1. Hallo Liane,
    wunderschöne Tierbilder. Da hast du ja wirklich viel gesehen! Die Lodge sieht auch richtig urig aus! Ich bin auch schon mal gerne über meinen Geburtstag in Urlaub.

    Zu kaputten Autos kann ich beitragen, dass unser deutscher Guide mal das Auto falsch betankt hat und es dann kaputt war. Erst röhrte der Motor immer lauter, dann ging nicht mehr viel. Ich war nur froh, dass ich nicht daran Schuld war.

    Viele Grüße
    Renate

  2. Oh, diese ganzen Tiere, das ist so toll! Mir gefällt die Giraffe sehr gut 🙂
    Ich finde es auch immer ärgerlich, wenn Menschen nicht leise sein können um die Faszination der Tierwelt du beobachten. Schade, dass ihr da leer ausgegangen seid! 🙁

    <3
    Michelle

    1. Ach naja, wir haben insgesamt so viele Tiere gesehen, dass ich nicht unglücklich nach Hause geflogen bin. Das ist halt Natur. Wenn die Tiere nicht wollen, dann sind sie eben nicht da.
      Insgesamt ist es mir in freier Wildbahn lieber als in Zoos.

Ich freue mich sehr über einen konstruktiven Text von dir

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