10 Tipps für Erfurt – Ein 48 Stunden Rendevouz

Erfurt für Anfänger

Wo fährst du hin? Nach Erfurt. Was willst du denn da? Da ist doch nichts los. Wenn schon nach Ostdeutschland, dann fährt man nach Leipzig oder Dresden.

Obwohl Leipzig und Dresden sicher bekannter sind und wirklich tolle Städte, kann ich einen Ausflug nach Erfurt nur empfehlen. Die Stadt hat Charme und Flair und gehört sicher zu den unterschätzten Städten Deutschlands. Die Altstadt ist sehr gut erhalten und den Erfurtern ist durch ihr Engagement zu verdanken, dass Stadtteile wie das Andreasviertel nicht dem Erdboden gleich gemacht und durch langweilige Neubauten ersetzt wurden, sondern in neuem Glanz erstrahlen.

Natürlich sollte man ein paar bekannte Sehenswürdigkeiten erkunden, aber es gibt auch einige Tipps für den zweiten Blick.

 * Transparenzhinweis am Textende

Tipp 1 – Die Zitadelle auf dem Petersberg

Sie gilt zu Recht als eine der am besten erhaltenen und größten Zitadellen in ganz Europa. In den letzten Jahren wurde viel saniert und das zahlt sich aus. Die Anlage ist riesig. Gebaut wurde sie zwischen 1665 und 1707. Johann Philipp von Schönborn, der kurmainzer Kurfürst und Erzbischof gab den Befehl zum Bau.

Jener Herr von Schönborn ist uns Mainzern bekannt, steht doch am rechtsrheinischen Ufer in Mainz-Kastel die Bastion von Schönborn. Also fast wie zu Hause und doch so anders. Man findet noch mehr Gemeinsamkeiten der beiden Städte. Beide haben das Rad als Stadtwappen und unterhalb der Zitadelle ist der einzige Weinberg der Stadt Erfurt. Es gibt eine Patenschaft mit Bechtsheim/Rheinhessen.

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Wir hatten am letzten Septemberwochenende Glück, denn gerade wurde der Wein geerntet und gekeltert und man konnte natürlich auch einen leichten weißen Müller-Thurgau oder einen fruchtigen roten Dornfelder Cuvee probieren.

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Von der Zitadelle aus hat man einen fantastischen Blick über die Stadt, den Dom St. Marien und St. Severi. Besonders zur blauen Stunde oder im abendlichen Lichterglanz ist die Zitadelle bei den Erfurtern ein beliebter Treffpunkt.

Tipp 2 -Die Ruinen der Barfüßerkirche

Heute stehen nur noch Ruinen der im 14. Jahrhundert gebauten Barfüßerkirche. Architektonisch galt sie als Meisterwerk. Leider wurden große Teile 1944 bei einem Bombenangriff zerstört. Dennoch sind die Ruinen sehenswert.

Der Chor wurde 1982 rekonstruiert und ist eine Außenstelle des Angermuseum. Die Buntglasfenster sind ein Highlight, dass es zu besichtigen lohnt.

Tipp 3 – Auf Details achten

In Erfurt sollte man nicht nur auf die Suche nach dem großen Ganzen gehen, sondern die kleinen Details bewundern. Diese findet man wirklich überall. Manchmal sind es die Blumenarrangements am Fallrohr, dann die vielen Figuren, die die Häuser verschönern oder auch Kanaldeckel und begrünte Geschäfte.

Tipp 4 – Die Gera entlang oder hindurch schlendern

Die Gera ist der Fluß, der unter der Krämerbrücke hindurch fließt. Das Wasser ist kristallklar. An den meisten Stellen ist das Flüßchen sehr flach. Durchschreiten kann man die Gera am besten hinter der Krämerbrücke an der Furt.

Überall in der Stadt trifft man wieder auf die Gera. Wer genau hinschaut, kann Forellen und andere Fischlein im Wasser stehen und auf Beute lauern sehen. Die Enten ziehen ihre lautlosen Runden. Idyllisch!

Tipp 5 – Lecker essen

In Erfurt findet man sie noch, die kleinen süßen Lädchen und Restaurants, die sich vom Trend der deutschen und internationalen Ketten abheben. Ich kann euch nur ganz dringend raten, die Kleinunternehmer zu unterstützen, denn deren Leidenschaft und Können schlägt sich in Top-Qualität nieder.


Bei 48 Stunden konnte ich natürlich leider nur eine kleine Auswahl testen, aber ich habe auf jeden Fall zwei Empfehlungen für euch. Mittagshunger? Dann sucht das Eat in der Pilse 7 auf. Wir kamen ins Plaudern mit Nadine und Isabell. Alle Speisen sind hausgemacht. Unsere Entscheidung fiel auf ein Pulled Pork Sandwich, die Handmade French Fries mit 2 Dips und Bitterballen.

Boah, es war eine Explosion für den Geschmacksinn. Und – das Auge ißt mit – toll angerichtet auf Schieferplatten. Anschließend waren wir so satt, dass wir eigentlich hätten rausrollen müssen.

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Auch für euren Hund ist gesorgt. Er kann sich in ein Körbchen kuscheln und ein Wassernapf steht auch bereit.

Mein zweiter Tipp betrifft die Kaffeestunde. Solltet ihr noch Lust auf eine Heiße Schokolade, einen Kaffee oder einen Tee haben und möchtet dazu leckeren, hausgemachten Kuchen essen, dann solltet ihr in der Mundlandung auf der Krämerbrücke einkehren.

Mit Blick auf die Rathausbrücke und Pittiplatsch gönnten wir uns ein Stück Gugelhupf mit frischen Himbeeren und eine Art Käsekuchen mit Zimt und Zucker. Yummy!

Tipp 6 – Graffiti

Leider sieht man in Erfurt viel „Kritzeleien“ an den Häuserwänden. Doch ab und zu sind auch echte Künstler am Werk. Schlendert durch die Gassen und lasst euch drauf ein.

Tipp 7 – Kika-Figuren suchen

Ein Stadtrundgang macht Kinder oft eher mäßig Spaß. Doch in Erfurt ist das anders, denn hier können die Kleinen auf Schatzsuche nach den beliebten Figuren des ansässigen Kinderkanals gehen. Neben Tabaluga und dem Sandmann kann man noch 8 weitere Figuren finden. Darüber habe ich bereits Auf Schatzsuche nach den Kika Figuren durch Erfurt – nicht nur für Kids ein Spaß veröffentlicht.

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Rendezvous mit Tabaluga – eine einseitige Liebe?!

Tipp 8 – Echte Erfurter Puffbohnen

Woran erkennt man eine Original Erfurter Puffbohne? Er besitzt ein Plüschtier in rosa oder hellblau, denn diese kann man nicht kaufen. Jedes Neugeborene, dass in der Stadt das Licht der Welt erblickt hat, erhält das Plüschtier im Krankenhaus. Wer später zuzieht, kann nur noch die grünen Puffbohnen käuflich erwerben.

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Puffbohnen sind eigentlich ein Gemüse, dass man in anderen Teilen Deutschlands auch als Saubohne kennt. Diese Bohnen sind besonders groß und dick und werden und wurden rund um Erfurt angebaut. Früher war das ein Arme-Leute-Essen. Es war günstig und durch den hohen Gehalt an Proteinen und Stärke sättigte es.

Der Name Puffbohne kommt von der Zubereitungsart. Während man die Bohnen weich kochte pufften sie auf, d.h. sie vergrößerten ihr Volumen. Die wahren Erfurter hatten immer ein paar Puffbohnen im Säckel. Wenn sie an einem Bohnenfeld vorbei kamen, lüpften sie ihren Hut und grüßten die Puffbohnen, um ihre Hochachtung auszudrücken und um eine gute Ernte zu bitten. So ergab sich der Name für die Einwohner Erfurts.

Tipp 9 – Klassische Sehenswürdigkeiten, Kirchen und Co

Letztlich möchte ich euch die gewöhnlichen Touristen Hotspots nicht vorenthalten. Natürlich sind der Dom St. Marien und St. Severi auf ihrer Anhöhe einen Besuch wert. Übersehen kann man beide Kirchen nicht.

Warst du nicht auf der Krämerbrücke, warst du nicht in Erfurt. So easy lässt sich das auf den Punkt bringen. Den Menschenmassen entflieht man am besten, indem man in die kleinen Läden hineinschaut. Jeder für sich ist ein Kleinod. Kultig ist der Besuch der Goldhelm Schokoladen Manufaktur und des Eiskrämers.

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Das neugotische Rathaus ist neben vielen anderen alten Gebäuden ein Schmuckstück. Im Boden unter den Arkaden findet man alle Partnerstädte angeordnet.

Weitere Sehenswürdigkeiten Erfurts: Thüringische Staatskanzlei, mittelalterliche Mikwe, Alte Synagoge, egapark, Zoopark, Augustinerkloster, Predigerkirche, Glockenspiel Bartholomäusturm, Andreasviertel, Ägidienkirche mit Turmbesteigung……

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Wenigemarkt Brunnen und Ägidienkirche

Tipp 10 – Einheimische Getränke probieren

Seid offen und gesprächig. Wir kamen an der Bar mit der Rezeptionistin Caro von Hotel Brühlerhöhe ins Gespräch. Nach und nach gesellten sich noch andere Hausgäste dazu, wir probierten das leckere Heimathafen Bier der Erfurter Braumanufaktur. Die echte Puffbohne Jan Schlennstedt lernte sein Handwerk in Hannover, kehrte 2016 in die Heimat zurück und braut seit dem 22. April 2017 in einer Güterhalle im Erfurter Zughafen die drei Sorten GaBi (Helles), Egon (Pils) und Jack (Pale Ale).

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Außerdem sollten man den heimischen Wein probieren. s. Tipp 1. Der Weinberg ist klein, aber der Wein ist süffig. Der Weinberg gehört zum Anbaugebiet Saale-Unstrut und die Lage heißt Erfurter Petersberg.

Du magst es lieber etwas süßer? Dann probiere dich durch die Liköre. Von Espresso über Himbeer bis Eierpunsch ist alles dabei.

Noch viel mehr Insights findet ihr bei Jessika von feels-like-Erfurt und ihren 101 Dingen, die du in Erfurt gemacht haben musst.

Danke

an Nadine und Isabell von Eat, die mir bzw. uns so viel erzählt haben und mir die Erlaubnis gaben, sie und das Ambiente abzulichten. Ihr seid ein Spitzenteam und solltet ihr nach Mainz ziehen und euer Konzept hier ansiedeln wollen, dann sind wir auf jeden Fall die ersten Gäste.

Transparenz

* Enthält unbezahlte und unbeauftragte Werbung in Form von Nennung und Verlinkung von Lokalitäten, die einfach kultig sind und zu Erfurt dazu gehören. Außerdem bieten sie Spitzenqualität und heben sich von der Masse ab. Die Empfehlung ist auf meinem eigenen Mist gewachsen, weil ich von der Qualität überzeugt war.

Ich freue mich über eure Kommentare und Likes. Nur zu. Falls ihr einen Artikel zum Thema habt, sendet mir eine Nachricht. Gerne verlinke ich passende Beiträge. Vielen Dank für euer Interesse.


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© Text DieReiseEule Fotos DieReiseEule und HMSB-R.-Kl. 10/2018

4 Gedanken zu &8222;10 Tipps für Erfurt – Ein 48 Stunden Rendevouz&8220;

Ich freue mich sehr über einen konstruktiven Text von dir

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