Schon mal was von Zons gehört?

Sturm auf die Zollfest Zons

Zons ist eine mittelalterliche Stadt, die bereits im 7. Jahrhundert erstmals erwähnt und 1373 zur Stadt erhoben wurde. Heute ist Zons ein Stadtteil von Dormagen.

Regelmäßig finden in Zons Veranstaltungen wie „Sturm auf Zons“ – eine Nachstellung der Stürmung der Burg mit Markplatz und Feldlager statt. Leider war es letztes Wochenende extrem heiß und Schattenplätze waren rar, daher habe ich nur einen Teil der Inszenierung mitbekommen. Die verkleideten Ritter in ihren schweren Rüstungen taten mir leid. Fotos mit Personen habe ich mir verkniffen. Die DSGVO lässt grüßen.

Dafür nehme ich euch mit zu einem bildlichen Rundgang durch Zons. Viele Häuser stehen unter Denkmalschutz und sind farbenprächtig renoviert. Eine Augenweide.

Wegen der Veranstaltung wurden wir auf einen großen Wiesenparkplatz geleitet, daneben befand sich das Feldlager. Wir betraten die Stadt, rechts die Windmühle, links das Freilichtheater. Im Innenhof der Burg Friedestrom linkes Foto oben fand der mittelalterliche Markt statt. Gegen 11 Uhr öffneten gerade die Stände. Es war noch recht übersichtlich.

Wir gingen weiter zum Schlossplatz. Dort befindet sich die Tourist Information. Im Inneren kann man ein Stadtmodell bewundern. Das Personal war sehr freundlich und offen. Genau gegenüber dieses Gebäudes befindet sich das Kreismuseum. Momentan findet dort die Sonderausstellung „Von Schmetterlingen und Drachen“ statt. Drin waren wir allerdings nicht. Wir bewunderten nur die Drachen vor dem Eingang.

Auf unserem Rundgang durch Zons entdeckten wir natürlich noch den Schweinebrunnen. Errichtet wurde er 1959 als Erinnerung an die Schweinefehde im 16. Jahrhundert. Dabei ging es um den Rheinzoll. Der Kölner Erzbischof Salentin von Isenburg setzte sich mit dem Kölner Domkapitel auseinander. Letztlich wurden von den erzbischöflichen Soldaten 50 Schweine von der Zonser Weide gestohlen.

Die Zonser wurden mit Geld entschädigt und gingen als Sieger aus dem Konflikt hervor. Zu dem ursprünglichen Steinbrunnen gesellten sich 1987 noch 5 Bronzeschweine hinzu, die daran erinnern sollen und ein schönes Fotomotiv abgeben.

Geht man vom Brunnen aus links durch die Wendelstraße, kommt man als nächstes an der Kirche vorbei, die besonders schöne Türen hat.

Weiter geht es über die Hubertusstraße, die in der Mauerstraße endet. Links sieht man den Krötschenturm. Dieser ist Teil der Stadtmauer und diente einstmals als Verlies und Gefängnis, aber angeblich auch als Isolierstation für Pestkranke. Manche behaupten, daher käme auch der Name – in der Mundart bedeutet „krötsch“ = krank. Doch das ist nicht korrekt, denn ursprünglich war es der Creutzthurm. Noch heute liegen die Kreuzgärten drum herum.

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Der Krötschenturm

Da es bereits mittag war und ich noch nicht gefrühstückt hatte, sahen wir uns nach einem Restaurant um. In der Rheinstraße entdeckten wir die Torschänke. Wir fanden noch einen Platz auf der Terrasse mit Blick über die Grünflächen und genossen hausgemachte Limonaden und leckere Ofenkartoffeln.

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Gestärkt schlenderten wir durch die Gassen, vorbei an den achteckigen Wachtürmen „Pfefferbüchsen“ genannt.

Eigentlich wollten wir einen Blick vom Juddeturm über Zons schweifen lassen, doch dieser war geschlossen und konnte nur von außen bewundert werden. Der Name hat nichts mit Juden zu tun, sondern er erhielt ihn vermutlich von der Familie Judde, einer Patrizierfamilie aus Köln, der der Turm einst gehörte.

Viele Legenden ranken sich um das Gebäude, in dessen Inneren sich ein elf Meter tiefes Verlies befindet, in dem Räuber, Diebe und anderes Gesindel eingekerkert waren.

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Juddeturm

Den Abschluss unseres Ausflugs bildete ein Besuch der Windmühle. Im Inneren findet man viele Informationen und Artefakte aus der Zeit der Müller. Steigt man bis in den Kopf der Mühle, hat man einen tollen Ausblick über die Stadt.

Unter Kanonendonner der Inszenierung des Sturms auf Zons wurden wir verabschiedet. Wir fuhren anschließend noch nach Düsseldorf, setzten allerdings nicht mit der Fähre über, wie wir das ursprünglich geplant hatten, da wir wegen Straßensperrungen anders fahren mussten.

Leider hatten wir versäumt uns vorab zu informieren, sonst wären wir sicher nicht in die nordrhein-westfälische Landeshaupstadt gefahren, die an diesem Tag wegen des jährlichen Japantags aus allen Nähten platze.

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Stadtmauer

Wir hatten einen tollen Ausflug, wenngleich wir abends ziemlich platt waren und uns auf einen chilligen Abend auf der Couch freuten.

Wenn ihr mögt, schreibt mir über eure Erfahrungen mit Zons oder Düsseldorf. Ich freue mich über Kommentare und/oder Likes.


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© DieReiseEule 6/2018

3 Gedanken zu &8222;Schon mal was von Zons gehört?&8220;

  1. oh, einiges gelernt über Zons, in dem ich jedes Jahr ein-,zweimal bin. Es ist ein nettes Kleinod in der Gegend. Und über Düsseldorf höre ich auch nur Gutes , täglich sogar. *lächel*. Da bin ich auf den nächsten Beitrag gespannt. VG aus Ddorf

Ich freue mich sehr über einen konstruktiven Text von dir

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