[Aus dem Fotoalbum] Argentinien 1995

Willkommen in der Vergangenheit

Die letzten Tage habe ich meine alten Fotoalben zur Hand genommen und darin geblättert. Dabei sind ein paar schöne Erinnerungen wach geworden. Damals fotografierte ich mit einer kleinen Kompaktkamera von Ricoh, bei der das Objektiv ausgeklappt wurde. Für die 90er Jahre machte sie sehr schöne, klare Fotos.

Natürlich ist das nicht mit der heutigen Fotografie zu vergleichen. Die Bilder habe ich eingescannt. Das macht zusätzlich einen Farbverlust aus.

Dennoch brachte mich das nostalgische blättern auf die Idee, eine neue Kategorie auf dem Blog einzuführen und euch einen Einblick in längst vergangene und fast vergessene Reiseziele und -geschichten zu gewähren.

Argentinien 1995 – Anflug mit Prickelfaktor

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1995 in Feuerland – Pinguine und Seelöwenkolonie

1995 verschlug es mich direkt am Anfang des Jahres nach Argentinien und Uruguay. Die Tour sollte 2 Monate gehen. Wir – mein Partner und ich – buchten Flüge nach Buenos Aires, wobei klar war, dass dies nur Umsteigestation sein sollte, denn das erste Ziel sollte Feuerland sein.

Der Anflug auf den Flughafen in Ushuaia war spektakulär und bleibt wohl für immer in meiner Erinnerung. Zu dieser Zeit lag der Airport nur wenige Meter von der Stadt entfernt im Beaglekanal.

Zwischen den Anden musste der erfahrene Flugkapitän die passende Schneise finden, dann direkt in eine Rechtskurve starten, dabei kräftig an Höhe verlieren. Kaum über Ushuaia, welches mit seinen niedlichen, bunten Häusern an einem steilen Hang „klebte“, wurde eine scharfe Linkskurve eingeleitet, bei der man beim Blick aus dem Fenster den Eindruck hatte, die Oberleitungen mit dem Fahrwerk sicher zu kappen.

Die Landebahn sah man erst als man schon aufsetzte. Nur wenige Meter nach dem letzten Haus. Sofort ging es in die Eisen, denn die Landebahn war nicht sehr lang und endete im Kanal. Ursprünglich war sie nicht für Boeings konzipiert. Kein Wunder, dass alle klatschten, als die Maschine zum Stillstand kam.

Dabei hatten wir noch Glück gehabt, denn im Beaglekanal herrschen häufig noch starke Winde. Die nächsten Tage sahen wir einige Flieger mehrmals durchstarten, weil der Seitenwind die Flugzeuge erwischte und eine Landung unmöglich machte.

Doch ein neuer Flughafen war bereits im Bau und wurde noch im selben Jahr eröffnet. Seitdem ist die Landung immer noch eine Herausforderung, aber durch die Querlage auf einer künstlich geschaffenen Insel, bei der die Steilkurven wegfallen, ist es um einiges leichter geworden.

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1995 Feuerland – Greifvogel mit Beute

Tierische Begegnungen

Tierra del fuego wie Feuerland auf spanisch heißt, ist für jeden Naturliebhaber ein Eldorado.  Wir hatten unzählige Tierbegegnungen. Viele große Greifvögel lebten dort ebenso wie Kaninchen, die sich zum Mißfallen der Einwohner „wie die Karnickel“ vermehrten, da ihnen die natürlichen Feinde fehlten.

Doch ein besonderes Highlight erwartete uns noch. Wir sahen zum ersten Mal Pinguine und Seelöwen(-hunde?) in freier Wildbahn. Nicht nur 3 oder 4, sondern unzählige Exemplare. Ich meine mich zu erinnern, dass es sich hierbei um Humboldpinguine handelte. Ohne Gewähr allerdings.

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1995 Feuerland – Pinguinkolonie

Später ging die Reise noch weiter in die Anden rein, nach Salto und Bariloche. Wir waren an den Wasserfällen von Iguazu, jeweils auf der argentinischen und brasilianischen Seite und wir fuhren durch Uruguay. Wobei mir Montevideo als sehr niedliche kleine Großstadt in Erinnerung geblieben ist.

Vielleicht sollte ich nach so vielen Jahren mal wieder nach Südamerika reisen. Die chilenische Seite von Feuerland soll ebenfalls eine Reise wert sein.

Ich hoffe, euch gefällt meine neue Kategorie. In unregelmäßigen Abständen werde ich meine eingestaubten Alben für euch durchblättern und alte Geschichten aufwärmen.

Falls ihr mir einen Kommentar hinterlassen möchtet, freue ich mich sehr. Vielleicht könnt ihr ja anhand der Bilder die Seelöwen und Pinguine näher einordnen. Darüber würde ich mich sehr freuen.

© DieReiseEule 2/2018

13 Gedanken zu „[Aus dem Fotoalbum] Argentinien 1995

    1. Das Foto ist total schön, es wirkt so natürlich und absolut nicht gekünstelt.
      Ich mag das viel lieber als unsere nahezu immer bis ins letzte Detail durchgeplante, oft heuchlerische Glitzerwelt wo SCHEINBAR alles zu 100% perfekt sein muss.
      Du kannst ja heute schon gar kein Foto mehr machen realitätsnahe abbildet, alles wird geschärft, die Farben optimiert, der Kontrast gesteigert usw.

  1. ganz toll und ich kann Sigrid nur zustimmen ! Auch ich habe in meinen letzten Beiträge mit eingescannte Papierfotos gearbeitet weil es einfach keine digitalen gibt, mir aber die Beiträge sehr wichtig sind und das wird auch so bleiben !!! Also bin gespannt auf „Neues“ !!!

  2. Es geht doch nicht darum, immer nur perfekte Fotos zu zeigen, sondern um die Erlebnisse, die dir niemand mehr nehmen kann. Du hast einen Reiseblog und da kommt es meiner Meinung nicht immer nur auf die Fotos, sondern auf den Bericht an, der mit Fotos „illustriert“ ist. Es geht darum Eindrücke zu vermitteln, oder? Das ist dir jedenfalls gut gelungen. Liebe Grüße von ☼Sigrid☼

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