Martini on the (Glacier)rocks

Am Qooqqup Sermia

Nachdem wir Itilleq und Igaliku hinter uns gelassen haben, führt uns die Fahrt mit dem Zodiak in den Fjord Qooqqut.

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Von Ferne erhaschen wir einen Blick auf die Schneemassen, während uns unser Bootsführer Jay-Jay umsichtig durch die Eisberge chauffiert.

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Im Schritttempo fahren wir näher an den Gletscher mit dem unaussprechlichen Namen Qooqqup Sermia heran. Jay-Jay erzählt uns, dass eine Woche vorher ein Eisbär im Fjord gesichtet wurde. Normalerweise halten sich diese Tiere viel weiter nördlich auf. Doch er zeigt uns Fotos, die er mit seinem Smartphone gemacht hat.

Eisbären, wenn sie sich hierhin verirren, sollte man weiträumig aus dem Weg gehen, denn sie sind hungrig. Zwar werden sie sich bevorzugt Robben suchen, aber wenn keine vorhanden sind, gehen sie auch gegen die Menschen und die Boote.

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Gilles beugt sich über Bord und fischt eine Eisscholle aus dem Wasser. Diese wird mit dem Eispickel bearbeitet und in „mundgerechte“ oder eher bechergerechte Stücke zerhackt.

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Das jahrtausendalte Eis wird mit gekühltem Martini übergossen. Eine Überraschung, die die beiden Guides für uns vorbereitet haben. Wir prosten uns zu und wünschen uns gegenseitig alles Gute und viel Glück. Ein wenig Wehmut mischt sich mit darunter, denn erst jetzt wird uns richtig klar, dass das Abenteuer Grönland übermorgen beendet sein wird und jeder wieder seiner Wege zieht.

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Das Zodiak bringt uns zurück nach Qassiarsuk ins Leif Eriksson Hostel, wo unsere Rucksäcke die letzten zwei Wochen verwahrt wurden.

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Der Hafen von Qassiarsuk

Wir beziehen ein 8-Bett-Zimmer. Oje, ich ahne schreckliches für die beiden Nächte. Am Abend gibt es im großen Gemeinschaftsraum ein wohlschmeckendes Abendessen. Allerdings ist es ziemlich schwierig sich zu unterhalten, da auch alle anderen Gruppen zur gleichen Zeit essen.

Habt ihr schon mal mit einer Gruppe von fast 20 Spaniern und 8 Italienern gespeist? Da geht es hoch her. Da wird diskutiert, mit den Händen gerudert, über den Tisch geschrien, geklappert, gekichert usw. Was einerseits von Lebensfreude zeugt, ist für mich mit meiner HSP eine Herausforderung.

Ich will nicht unhöflich sein und einfach aufstehen und verschwinden, aber ich halte die Geräuschkulisse auch nicht mehr aus. Einzelne Tränen fließen meine Wange herab. Ich bin damit überfordert und ziehe mich dann doch auf die Außenterrasse zurück. Hier kommen nur noch gedämpfte Stimmen an und mit Blick auf den Fjord entspanne ich mich. Ich gehe frühzeitig zu Bett, damit ich hoffentlich noch etwas Schlaf bekomme.

Das ist halt der Nachteil einer Gruppenreise, dass man sich nicht immer ausklinken kann. Doch das Motto lautet: Neuer Tag, neues Glück.

Der letzte Tag in Grönland liegt vor uns und morgen soll Kajak gefahren werden. Wie das ablief berichte ich euch das nächste Mal. Und auch vom traditionellen Inuitessen.

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© DieReiseEule 12/2017

12 Kommentare zu „Martini on the (Glacier)rocks

    1. Einen Eisbär hätte ich von weit genug weg schon gerne gesehen. Aber da muss man wohl eher an die Westküste nach Ilulisat reisen. Und dann am besten einen Hubschrauberflug oder so.
      Danke für’s Lob

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