Rundgang durch Qaqortoq und die Reise ins „Mooncamp“

Die bunte Perle Südgrönlands – Qaqortoq

Die Nacht war ok. Das Fenster konnte gekippt werden, sonst wären wir in dem winzigen Hotelzimmer wohl erstickt. Falls ihr nicht wisst, wovon ich schreibe, so lest den letzten Bericht nochmal nach.

Ruckzuck packen wir unsere Habseligkeiten zusammen. Selbst auf dem Flur kommen wir uns dabei dauernd in die Quere. Im Zimmer wäre es unmöglich. Das Gepäck wird unter der Treppe gelagert und später wieder mit dem Taxi zum Hafen gebracht.

Frisch gestärkt vom Frühstück wandern wir los. Wir wollen den Aussichtsberg erklimmen und die bunten Häuser aus der Nähe betrachten. Es bleibt genug Zeit dafür, bis wir das Zodiak besteigen werden.

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Der Blick auf die Aussichtberge

Wir entdecken ein „Hardrock Cafe“ und einen „deutschen“ Burgerladen – Germania oder Burger Mania? – Interpretationssache. Laufen am Fischmarkt, an der Kirche und an der Stadtbibliothek vorbei.

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Im Fjord hat heute morgen ein Kreuzfahrtschiff angelegt und dies schippert seine Gäste nun mit kleinen Booten in den Hafen. Es wird voll im Ort. Touri-Alarm. Na gut, wir sind auch Touris, aber wir sind nur zu acht und nicht zu Hunderten unterwegs.

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Das Kreuzfahrtschiff ankert vor der Hafeneinfahrt

Wir „flüchten“ steil bergauf. Die Kreuzfahrer stürmen die Touristeninformation mit Andenkenlädchen und das kleine ortsansässige Museum. Wir entdecken kunstvoll bemalte Häuser. Erstaunlich, wieviel Autoverkehr hier unterwegs ist.

In ein paar Jahren wird das sicher noch mehr. Angeblich ist ein Flughafen in der Nähe geplant. Die Straße dorthin befindet sich schon im Bau. Vom Meer aus konnten wir sie sehen.

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Die letzten Meter auf den Berg gibt es keinen befestigten Weg. Wir kraxeln über lockere Steine und monumentale Felsen. Hier oben ist es ruhig und friedlich. Das Wetter könnte sonniger sein, aber es ist, abgesehen von etwas Feuchtigkeit durch Nebel, trocken.

Die farbigen Bauten sehen einfach süß aus. Da kriegt man automatisch gute Laune. Bunte Punkte im Einheitsgrau. Würde ich mir auch in der Heimat wünschen.

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Wendet man den Blick nach rechts, sieht man den See Tasersuaq. Hätten wir mehr Zeit, könnten wir ihn innerhalb eines halben Tages umrunden. In der anderen Richtung sehen wir den Eisfjord, durch den wir vor ein paar Tagen gefahren sind.

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Zurück in der Stadt werfen wir noch einen Blick auf einige Skulpturen des „Sten og Menneske“ Projektes aus den Jahren 1993/94. Die ortsansässige Künstlerin Aka Høegh hatte dieses initiiert und 18 Künstler aus nordischen Ländern sind ihrem Ruf gefolgt und haben die Granitwände bearbeitet oder Skulpturen geschaffen. Ich habe nicht alle 30 Kunstobjekte entdecken können.

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Parkbank auf grönländisch

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Auch wir entern noch den Souvenirladen und schauen uns um. Hier gibt es allerlei Kinkerlitzchen und Kleidung aus der einzigen Gerberei Grönlands – Great Greenland – die direkt am Hafen von Qaqortoq ansässig ist und besichtigt werden kann. Hier kommen Schuhe und warme Jacken her, die der Kälte trotzen.

Zur Mittagszeit beladen wir das Zodiak. Es zieht sich langsam zu. Wir mummeln uns ein, Fotoapparat im Anschlag. Vielleicht haben wir ja Glück und entdecken nochmals Wale. Doch diesmal ist uns das Glück nicht hold. Es wird eine lange, nasse, stürmische Schiffstour durch die Eisfelder des Tunulliarfik Fjords.

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Das Eiscamp Qaleraliq – „Mooncamp“ genannt – erwartet uns. Warum es so heißt, wird uns klar, als wir die Kuppelzelte erspähen. Mitten im braungrau der kargen Landschaft fügen sich die Zelte farblich ein. Man könnte wirklich meinen, man wäre auf dem Mond gelandet. Wären nicht drumherum die Eisberge, der Qaleraliq Gletscher und das Inlandeis.

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Die kleineren, weißen Zelte sind mit je 2 Doppelstock-Feldbetten bestückt. Es gibt sogar je einen Plastiksessel und einen Tisch drinnen. Weil der Boden außen sandig ist, sind die Zelte mit Paneelen ausgelegt. Ein Besen steht in der Ecke. Der wird auch in den Folgetagen fleissig genutzt, sonst würden wir innerhalb kürzester Zeit nur durch Dünen waten.

Die Türen müssen stets geschlossen gehalten werden, da hier ständig Wind um die Ecken fegt. Leider zeigt sich ziemlich schnell, dass das Kondenswasser nicht entweichen kann. Es tropft. Hasischatzimausibär und ich liegen oben und kriegen des Nachts gelegentlich Tropfen ab. Über Tag lagern wir daher unsere Schlafsäcke auf den unteren Pritschen. Drei Nächte werden wir hier bleiben.

Die großen Zelte sind Versorgungszelte. Hier wird gekocht, gegessen, geschwätzt, gelacht, geflucht und geheult. Je nach Stimmung. Die Zelte sind kreisförmig um den „Campplatz“ angeordnet. Hier stehen ein paar Bänke und angeblich gibt es hier sogar Free WiFi. Das Warten auf den Empfang von Nachrichten und das Laden der Handys kann schon mal länger dauern. Oder was wollen uns die Gebeine sagen? Grönländischer Humor 🙂

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Was wir in den Tagen des Camps erlebt haben, welchen Tieren wir begegnet sind und wie die Tour auf das Inlandeis ablief? -> der nächste Artikel kommt.

Liebe Kommentare nehme ich wie immer sehr, sehr gerne entgegen. Traut euch ruhig. Ich beisse nicht. Und ich versuche auch jedem zu antworten. Sollte ich das vergessen, so ist das keine böse Absicht.

© DieReiseEule 10/2017

 

2 Kommentare zu „Rundgang durch Qaqortoq und die Reise ins „Mooncamp“

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