Tallinn/Estland

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Mädelsausflug. Zweimal im Jahr fahre oder fliege ich mit Freundinnen innerhalb Europas in eine Metropole. Ende April war der erste Ausflug mit meiner Freundin und gleichzeitig Nachbarin und ihrer Schwester angesagt.

Bei der Planung hatten wir uns relativ schnell auf das Baltikum geeinigt. Zur Auswahl standen die drei Hauptstädte Vilnius, Riga und Tallinn. Die Entscheidung gegen Vilnius fiel relativ schnell, das wir auch an die Ostsee wollten.

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Meine Freundin beauftragte unser Reisebüro mit der Suche nach einer passenden Unterkunft und Flügen. Da Tallinn günstiger für das Wochenende über den 1. Mai war, entschieden wir uns für Estland und buchten.

Abflug

28. April 2017. Wir fuhren mit guter Laune – die unseren Taxifahrer etwas zur Verzweiflung brachte – zum Frankfurter Flughafen. Warum eine Rohrzange beim Sicherheitscheck inzwischen zum Running Gag wurde, beschrieb ich ja schon.

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Aufgang zum Domberg

Am Flughafen Tallinn warten wir auf unser Gepäck, welches zügig kam. Aber – oh Schreck – bei meinem Koffer war das Gestänge gebrochen. So führte uns der erste Weg zum Reklamationsschalter. Ich erhielt eine Bestätigung (wichtig, damit man später Ansprüche bei der Fluggesellschaft stellen kann) und trug nun meinen Koffer, anstatt ihn hinter mir her zu ziehen. Zum Glück war er nicht allzu schwer.

Ein Taxi brachte uns in die Altstadt. Wir bezogen unsere Zimmer im historisch-anmutenden Imperial Hotel. Mein Zimmer hatte den direkten Blick auf den Domberg.

Da die Sonne schien, machten wir uns gleich auf die Socken. Wir genossen den Blick vom Domberg über die Altstadt, die sich wie eine Filmkulisse vor uns ausbreitete.

Komischerweise gab es kaum Restaurants oberhalb der Stadtmitte. Wir fanden dann doch noch eins und ließen uns das Essen und das Bier schmecken, während wir die Kunst an den Wänden bewunderten.

Tallinns Sehenswürdigkeiten

Die estnische Hauptstadt hat viele wunderschöne, alte Gebäude. Man fühlt sich leicht ins Mittelalter zurück versetzt. Das grobe Kopfsteinpflaster tut sein übriges dazu. Mit Absätzen ist Frau hier schlecht bedient.

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehört die im zarten Rosé gehaltene Burg (Castrum Danorum), die Alexander-Newski-Kathedrale, der Marktplatz, der Domberg, die Nikolaikirche (Niguliste kirik), die Stadtmauer, der Tallinner Dom, Kiek in de Kök  und der Fernsehturm.

Beeindruckend sind auch die gesichtslosen Mönchsfiguren im Danish King’s Garden.

Tallinner „Merkwürdigkeiten“

Vor einigen Geschäften in der Innenstadt laden lebensgroße Puppen den Touristen ein, die Souvenirgeschäfte zu betreten.

Was macht das Fahrrad im ersten Stock außen am Balkon? Wer ist der Herr mit dem Narr in der Hand? Und warum steht Bambi in Tallinn? Einige Skulpturen sind wunderschön anzusehen, aber hinter die Geheimnisse sind wir nicht gekommen.

Im versteckten Ecocafé fanden wir noch diese seltsamen Wandbeschriftungen, wobei uns der Hinweis in der engen Toilette am meisten schmunzeln lies. Hände waschen nicht erwünscht oder in der Toilettenschüssel?

Kulinarisches

Die älteste Chocolaterie Tallinns findet man in der Pikk 30 – eine der Hauptstraßen der Altstadt. Anneli Viik stellt dort traumhaft leckere kleine Kunstwerke aus Schokolade her. Ein Duft von Zimt, Kaffee und Schokolade begrüßte uns schon am Eingang. Ich habe mir eine Box mit 9 Kostbarkeiten als Mitbringsel zusammen gestellt.

Allein die Namen wie Romeo & Juliet, Peer Gynt oder The Swan liesen mich tagträumen.

Gute, moderne, estonische Küche findet man am Marktplatz im Dom. Im historischen Ambiente kreiert der Chefkoch kleine Meisterwerke und erkundigt sich persönlich, ob es Beanstandungen gibt.

Für jeden Geschmack findet sich ein Lokal. Sogar ein veganes Restaurant haben wir entdeckt. Am Abend waren wir im Irish Pub, dass eine riesige Auswahl seltener und guter Whiskys bereit hält.

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Schnee im April

Das Wetter kann Ende April noch recht wechselhaft sein. Tallinn liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Stockholm. Das wir im Norden waren, merkten wir am zweiten Tag, denn es begann zu schneien. Dadurch kühlte es merklich ab.

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Ein Kirchturm, wie gemalt. Dabei nur bei Schneefall fotografiert.

Am Folgetag war der Schnee zwar wieder geschmolzen, aber dafür kam kräftiger Wind auf. Direkt an der Ostsee konnte man es nicht lange draußen aushalten. Die Regenbilder zeige ich euch nicht.

Wir vertrieben uns die Zeit dazwischen im Hop on/Hop off Bus und erfuhren allerlei interessantes. Oder wusstest du, dass in Estland bereits in der Grundschule täglich mit Tablet im Internet gearbeitet wird?

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Blick auf die „Sardinenbüchse“, wie man diese Ansicht Tallinns auch nennt

Am Abflugtag strahlte dann wieder die Sonne und es gelangen noch ein paar schöne Fotos und DieReiseEule wurde von einer Möwe kritisch beäugt. Bevor sich die zwei in die Federn kommen konnten, rettete ich die Eule sicherheitshalber.

Tallinn Handy (143)

Warst du auch schon in Tallinn? Wie hat es dir dort gefallen? Hast du noch Tipps für meine Leser? Dann freue ich mich über einen Kommentar unter dem Beitrag.

Update 8/2017: Einen weiteren schönen Artikel über Tallinn findet ihr bei Steffistraumzeit

© DieReiseEule 5/2017

 

9 Kommentare zu „Tallinn/Estland

  1. Noch keine Woche vom Sängerfest in Tallinn zurück, was äußerst beeindruckend ist und bei mir (natürlich) mit der Bedeutung des Chores im Gesamt-Kunstwerk Richard Wagners u. der griechischen Tragödie steht.
    Zu Tallinn muss ich sagen, dass es (für mich) mit RIGA, wo ich 2008 beim Opernfest war, nicht mitkommt.
    Tallinn ist sicher toll, aber es war bei mir durch schlechtes Wetter im 2. Teil geprägt.
    Wenn man in Riga war, braucht man eigentlich nicht mehr nach Tallinn, außer wenn eine Veranstaltung damit
    zu verknüpfen ist (Sängerfest).
    Außerdem ist es ratsam vorher gutes Wetter mitzubuchen, was aber leider nicht geht…
    Werte z.Zt. die Fotos aus.
    herrrothwandertwieder

    1. Schlechtes Wetter kann die spannenste Stadt in einen Moloch verwandeln.
      Und bei Sonnenschein ist es (fast) überall schön.
      Viel Spaß beim Auswerten der Fotos. Da sind sicher trotzdem Highlights mit dabei.

  2. Ich glaube Tallinn würde mich auch gefallen. Sieht noch sehr historisch aus, was ja gant mein Ding ist. Die gesichtslosen Mönche erinnern mit an die Nazgul von Herr der Ringe 😉 Hingegen würden mich die Puppen eher daran hindern die Souvenirgeschäfte zu betreten! Schöner Bericht. Liebe Grüße Steffie

Ich freue mich über einen netten Kommentar

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