Luxemburg – 1 Tag und 1 Nacht

Luxemburg

Mitten in Europa und doch so unbekannt. Wer hat die UNESCO-Welterbestadt schon auf dem Schirm?

Also ehrlich gesagt, habe ich mir um Luxemburg vorher auch nie Gedanken gemacht. Ich wusste, das liegt gleich neben den Niederlanden und Belgien, grenzt an Deutschland und ist klein. Punkt. Ende.

Relativ kurzfristig ergab sich nun dieser Städtetrip ins Großherzogtum. Die Überlegung, die mich dort hin führte war: Stadt, nicht in Deutschland, mit dem Auto erreichbar in max. 2-3 Stunden. Von Wiesbaden aus ging es über die Hunsrückhöhenstrasse (Hilfe, dort ist noch „tiefster“ Winter!) in die Hauptstadt des gleichnamigen Landes.

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Über das Internet hatte ich ein Zimmer im Ibis Hotel in der Nähe des Bahnhofs vorgebucht. Das Zimmer war in Ordnung. Klein und funktional, aber für eine Nacht kein Problem. Das größte Problem war die Tiefgarage. Die Einfahrt ist wirklich eng und es geht in eine enge Kurve, bevor man die ebenfalls engen Parkplätze erreicht. Mit einem SUV oder einem Kombi hätte man keine Chance. Am besten mit einem Smart anreisen 😀

Das Hotel liegt nur wenige Meter vom Hauptbahnhofsgebäude entfernt (sehr hübscher Altbau). Bis zur Altstadt läuft man ca 15 min. Rund ums Hotel gibt es einige Etablissements, die für Frauen nicht zugänglich sind – sprich: Rotlichbezirk. Da ich nicht alleine unterwegs war, war das allerdings kein Problem. Die Übernachtung inklusive Frühstück hat € 90,- + € 18,- für die sensationelle Tiefgarage gekostet. Ein akzeptabler Preis für das eher hochpreisige Luxemburg.

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In der Altstadt gab es nach der Anreise, die am frühen Morgen erfolgte, erst mal ein leckeres Frühstück. Durch Zufall kamen wir am Chocolate House von Natalie Bonn vorbei. Im Erdgeschoss befindet sich ein süßes Ladengeschäft mit allerlei Leckereien. Ein Paradies. Im ersten Stock ist ein kleines Designercafe. Das reichhaltige Frühstück hat sich gelohnt. Nur für die Bedienung muss man etwas Geduld aufbringen. Die Uhren ticken hier anders.

Hot Chocolate

Dafür ist die Hot Chocolate ein Traum. Man bekommt heiße, aufgeschäumte Milch serviert und sucht sich dazu eine Schokolade am Stiel aus. Es gibt Vollmilch, verschiedene Kakaoanteile (30%,60%,70%…), aber auch exotische Sorten, wie Ingwer, Chili, Raspberry…

Die Schokoladenstiele kann man dann auch in der unteren Etage zum Mitnehmen erwerben. Ein schönes Mitbringsel.

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Anschließend erfolgte – bei leider ziemlich kühlem, wolkigem und windigen Wetter – der Rundgang durch die Stadt. Was sofort auffiel, sind die vielen Baustellen. An jeder Ecke wird gebaut.

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Luxemburg macht einen sehr internationalen Eindruck. Liegt sicher auch daran, dass hier der Sitz der Europäischen Wirtschaftgemeinschaft ist. Auch der Europäische Gerichtshof und der Europäische Rechnunghof haben ihren Sitz hier. In der Stadt hört man ein goldiges Sprachmischmasch aus Englisch, Deutsch, Niederländisch, Flämisch, Französisch und Letzebuergsch.

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In der Fußgängerzone findet man alle gängigen Modeketten und Geschäfte. Daneben auch Designerläden von Louis Vuitton, Cartier und Co. Für Powershopper sicher ein lohneswertes Ziel. Ich selbst bevorzuge dann eher die niedlichen Cafes und Bars, um die Menschen zu beobachten.

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Luxemburg Stadt ist auf Hügeln gebaut. Eine tiefe Schneise teilt die Stadtteile und bietet Naherholung in der Metropole. Wer gut zu Fuß ist, sollte unbedingt mal in die Schluchten hinab steigen. Man schlendert entlang des Baches unter Bäumen, trifft auf einen gigantisch großen und tollen Skater- und Freizeitpark und findet wundervolle Spielplätze, bei denen man sich wünscht, nochmal Kind sein zu dürfen.

Überhaupt scheinen alle in der Mittagspause joggend unterwegs zu sein. Selten habe ich so viele Leute im Freien sporteln sehen.

Jetzt im Frühjahr grünt und blüht es überall. Genau mein Ding. Am Tag 2 kam dazu noch die Sonne raus, es wurde wärmer und dann machen Städtetouren doppelt viel Spaß.

Die Bockkasematten

Luxemburg ist eine ehemalige Festung. Die Stadt wurde immer wieder in der Geschichte angegriffen. Die Lage an den Hängen führte dazu, dass sie gut verteidigt werden konnte. Unterirdisch wurden kilometerlange Gänge – die Kasematten – angelegt. Zur Zeit sind nur die Bockkasematten für Besucher zugänglich. Der Eintritt kostet € 6,- für Erwachsene.

Man betritt ein wahres Labyrinth. Der Besuch dauert durchaus länger als man eventuell meint, macht aber richtig Laune. Sollte es regnen, wäre dies der perfekte Ort, um sich die Zeit zu vertreiben.

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Wie in vielen Städten kann man Luxemburg natürlich auch per Touribus oder mit einem kleinen Bähnchen erkunden. Das habe ich aber nicht gemacht. Ich war nur zu Fuss unterwegs, denn meiner Ansicht nach entdeckt man da am meisten.

Wusstet ihr schon, dass es auch hier eine kleine Meerjungfrau gibt? Sie sitzt am Ufer unterhalb der Bockkasematten.

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Kunst und Skulpturen, Brunnen und Parks. Es gibt viel zu entdecken.

Auch meiner Leidenschaft der Kanaldeckel konnte ich nachgehen und wurde fündig. Nicht jeder Gullideckel hat es vor meine Linse geschafft. Dafür waren es zu viele. Hier die 3 Highlights.

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Abendessen war ich in einem italienischen Restaurant. Es machte einen noblen und gediegenen Eindruck. Das Essen war sehr lecker. Hausgemachte Pastagerichte (Pizza gab es nicht), liebevoll angerichtet und schmackhaft gewürzt. Dazu einen luxemburgischen Rotwein, der gekühlt serviert wird.

Das Preisniveau ist allerdings auch etwas gewöhnungsbedürftig. Die 500 ml Karaffe Wein hat um die € 20,- gekostet und das war noch im unteren Preissegment angesiedelt. Entsprechend kostete auch das Essen. Aber auch in anderen Lokalen kommt man nicht viel günstiger bei weg. Uns hat es jedenfalls geschmeckt und ab und zu kann man sich auch was gönnen. Längerer Urlaub könnte allerdings teuer werden.

Stadtansichten

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Mein Fazit:

Luxemburg Stadt ist einen Ausflug wert. Bestimmt ist das Land an sich auch nochmal spannend zu erkunden und wer weiß, ob ich nicht eines Tages die Umgebung erkunden werde. Man ist letztlich schneller dort, wie gedacht. Das nächste Mal würde ich aber eher im Mai fahren, wenn wirklich alles im satten Grün ist.

Vielen lieben Dank an meine fantastische Reisebegleitung, die mich sicher und angstfrei (auch wenn es nicht so aussah – ich bin einfach ein schlechter Beifahrer, sorry) mit dem Auto hin- und zurück chauffierte. Ich freue mich auf die nächsten Reisen in Begleitung eines wahren Gentlemens. Merci!

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Und, nein! – ich schieße meinen Begleiter ganz sicher nicht auf den Mond! 😀

© DieReiseEule 4/2017

5 Kommentare zu „Luxemburg – 1 Tag und 1 Nacht

  1. Ich mag Luxemburg sehr und zwar nicht nur die Hauptstadt, in der man problemlos einen ganzen Tag verbringen kann, sondern das ganze Land. Es macht Spaß, mit dem Auto über die schmalen Landstraßen und durch die zahlreichen Dörfer und kleine Städte zu fahren. Auch wenn das Großherzogtum nicht besonders groß ist, hat es doch einiges an Vielfalt zu bieten. Die Weinberge an der Mosel, der etwas städtischere Süden mit Düdelingen und Esch, wo die Universität in einem ehemaligen Stahlwerk untergebracht ist, der bergigere Norden mit seinen Serpentinen und Stauseen und der alten Burg von Vianden, die Altstadt von Echernach usw. Meiner Meinung nach auf jedenfall ein lohnendes Reiseziel, in dem man es ein paar Tage aushalten kann, vor allem, wenn man sich sowohl für die Stadt als auch für die Natur begeistert.

  2. Liebe ReiseEule, super, Dein Bericht! Der interessierte mich besonders, weil ich in wenigen Wochen selbst (geschäftlich) nach Luxembourg fliege und anschliessend noch einen Tag alleine in der Stadt verbringe. So richtig weiss ich noch nicht, wo ich dann übernachten und was ich anschauen soll und ob ich dann wirklich ganz alleine unterwegs sein oder mir noch jemanden suchen soll? Die Schlucht sieht aber wirklich spannend aus! Und auch die unterirdischen Gänge für den Fall, dass es regnen würde. Liebe Grüsse, Miuh

    1. Dann wünsche ich dir jetzt schon mal viel Spaß bei deiner Geschäftsreise, Miuh!
      Im Businessbezirk war ich nicht, den habe ich nur von Ferne gesehen. Sehr modern.
      Im Hotel waren viele Geschäftsreisende. Wahrscheinlich, weil es so nah am Bahnhof liegt, denn die meisten waren nicht mit dem Wagen da. Auch der Flughafen ist nicht wirklich weit entfernt.

      Es grüßt
      DieReiseEule

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