Clay Cliffs – wie im wilden Westen

Die Clay Cliffs

Auf Neuseelands Südinsel findet man eine Felsformation, die ich eher in den USA vermutet hätte. Ich fühlte mich in einen Karl-May-Spielfilm à la Winnetou versetzt. Ohne den Tipp meiner Gastgeber auf der Farm in Twizel wäre ich niemals dort hin gefahren.

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Wahrscheinlich hätte ich es auch gar nicht gefunden, obwohl es, wenn man ganz genau hinschaut, sogar ausgeschildert ist. Die Anfahrt ging vorbei an Lupinenfelder aller Farben. Ein Augenschmaus. Die Straße ging irgendwann in eine Gravelroad über, bevor ich an einem Gatter anhalten musste. Ein Schild wies mich darauf hin, dass ich nun Privatgrund betrete und das eine Gebühr von NZ$ 5,- zu entrichten sei. Ein Kästchen auf Vertrauensbasis hing parat. Natürlich habe ich meinen Obolus entrichtet.

Ich fuhr am Ahuriri River entlang, öffnete ein weiteres Gatter und dann sah ich sie: die gigantische, senfgelbe Felswand.

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Um 9 Uhr morgens waren außer mir nur noch zwei andere Personen unterwegs. Dadurch konnte ich das Panorama in vollen Zügen genießen und auf mich wirken lassen. Ich kraxelte durch die Felsspalten und sah Fußspuren von Rindern und Schafen, bei denen ich mich fragte, wie die Tiere diesen Weg geschafft hatten. Er war nicht nur steil, sondern auch rutschig und der Durchlass ziemlich schmal. Für Schafe kein Problem, aber meine Logik sagte mir, die Rinder müssten eigentlich alle stecken bleiben.

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Auf den Felsvorsprüngen hatten es sich Vögel gemütlich gemacht. Die konnte man nicht aus der Ruhe bringen. Sie hatten eindeutig den besten Überblick.

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Nach und nach kamen dann doch noch mehr Besucher und es füllte sich (im überschaubaren Rahmen). Das Gelände ist groß genug.

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Der Blick ins Tal war nicht weniger imposant. Der Fluß leuchtete in einem unglaublichen Türkis und die violetten Lupinen schafften einen fabelhaften Kontrast dazu. Ich konnte mich weder an der Weite des Tales noch am Schnee auf den Bergspitzen satt sehen und hätte mir dort am liebsten ein Häuschen hin gebaut.

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Bis nach Dunedin stand mir allerdings noch einiges an Wegstrecke bevor und so sattelte ich meinen Toyota Corolla gerade rechtzeitig, bevor ein Reisebus seine zahlreiche Kundschaft ausspuckte.

Am Flußufer stoppte ich noch einmal kurz. Irgendjemand hatte seine Weingläser dort vergessen und so kam es zu diesem Schnappschuss.

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Hat euch der Bericht gefallen? Wart ihr selbst schon dort? Hinterlasst mir eine Notiz. Ich freue mich darüber.

© DieReiseEule 1/2017

9 Kommentare zu „Clay Cliffs – wie im wilden Westen

  1. Die Clay Cliffs habe ich bisher immer nur im vorbei fahren auf dem Lindis Pass gesehen. Beim nächsten Neuseeland Trip werde ich mir die auch mal aus der Nähe ansehen. Durch das 1. Gitter kann man also durchfahren, wenn man die 5 NZD zahlt ? Wie weit ist es denn ab da, in km ?

    Danke Dir auf jeden Fall für den Bericht. Ist immer schön, wenn andere Blogbeiträge einem zeigen, was man so verpasst hat 🙂 Und auch wenn ich überhaupt kein Blumentyp bin, aber die Lupinen machen immer eine gute Figur auf Bildern ! Sehr schön !

    Gruss,
    Schwerti

    1. Hi Schwerti,
      du kannst auch ohne zu bezahlen durch das erste Gatter fahren, aber ich finde, wenn jemand schon seinen eigenen Grund und Boden der Öffentlichkeit zugänglich macht, sollte man das auch investieren.

      Vom ersten zum zweiten Gatter ist es nicht mehr so weit. Ich schätze 1-1,5 km.

      VG DieReiseEule

  2. Wow, das sieht ja mal bizarr aus. Eine wirklich interessante Formation. Und deine Überschrift passt zu gut, tatsächlich hätte ich das, rein von den Bildern her, auch eher nach Nordamerika gesetzt 😀

    Ich freue mich schon über weitere Berichte 🙂

    Liebe Grüße,
    Lynn

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