Vom Doubtful Sound bis zum Fox Glacier

5. Reisebericht

Nachdem ich den ersten Teil des Keplertracks gewandert war, habe ich am Tag danach einen weiteren Teil erlaufen. Doch mir steckte etwas Müdigkeit in den Knochen, sodass ich mich mit einer Kurzstrecke vom Rainbow Reach Carpark bis zur Motorau Hut zufrieden gab. Von dort bot sich ein schöner Blick über den Lake Manapouri, den ich am folgenden Tag mit dem Boot überquerte.


Vom 12ten auf den 13ten Dezember hatte ich ein weiteres Highlight meiner Reise auf dem Plan. Die Overnight Cruise auf dem Doubtful Sound. Von Manapouri aus legt man mit einem kleineren Boot ab und quert den Lake Manapouri. Am Ende des Westarms befindet sich ein riesiges Wasserkraftwerk und dort warteten bereits 2 Busse auf uns. Diese bringen die Gäste auf eine der steilsten und teuersten Straßen des Landes über die Berge bis zum Hafen des Doubtful Sound.

Dort erwarteten mich und die anderen ein großes, modernes Schiff. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung erfolgte die Aufteilung der Kabinen. Ich hatte eine Vierbettkabine gebucht, die ich mir mit Amber – einer jungen Chinesin aus Shanghai- teilte. Eine angenehme Reisebegleitung. 

Die Tour war nicht komplett ausgebucht und so blieben die anderen Betten frei. Die Betten waren allerdings extrem schmal. Und die meisten Mehrbettkabinen haben nur einen Vorhang, der sie voneinander trennt. Wir hatten den Luxus einer Tür und einer eigenen Toilette und Dusche in der Kabine.

Während bei der Anreise das Wetter noch trüb und regnerisch war, klarte es zunehmend auf und die Sonne kam raus. Wir sahen einen majestätischen Albatros seine Kreise ziehen, fuhren an den Seehundbänken vorbei und entdeckten Pinguine im kalten Meerwasser.

Natürlich mussten wir selbst nicht hungern. Ein leckeres Dinner Buffet und am nächsten Morgen das Frühstück waren im Preis inkludiert. Wer wollte konnte mit dem Beiboot oder einem Kayak an der Küste entlang noch einige Vögel entdecken. Ein paar Hartgesottene sprangen auch ins Wasser und planschen bei nur 12 Grad. Brrr…

Über Nacht ankerte das Schiff an einer ruhigen Stelle bevor es am nächsten Morgen zurück ging. Wir sahen dann eine Gruppe von Little Blue Pinguinen – die sind winzig – und dann tauchten Mama und Kind Delfin neben dem Boot auf und begleiteten uns. Es kam ein dritter und vierter Delfin dazu, dann noch ein Baby und am Schluss sprangen 6 Delfine um unser Schiff, bevor sie kurz danach abdrehten.

Im Sound of Silence stoppten die Motoren und sämtliche Gespräche verstummten. Man hörte nur noch ein leises Rauschen der Wasserfälle und den eigenen Herzschlag. Dann ging es endgültig zurück.

Mein Weg führte mich nach Wanaka – man nennt es auch „das kleine Queenstown“. Während Queenstown für alle Abenteurer als das Mekka des Adrenalin gilt, ist Wanaka deutlich beschaulicher, obwohl es ebenfalls von vielen Touristen besucht wird.

Ich wurde überschwänglich von Caroline und Suzie im Criffel Peak B&B begrüßt. Noch so eine tolle Unterkunft, die besonders von der Herzlichkeit der beiden Gastgeberinnen lebt. Noch am Nachmittag machte ich mich auf und genoss das Panorama Wanakas vom Hausberg, dem Mount Iron.

 Dem Tipp von Caroline folgte ich tags darauf und lief den Lake Diamont Rocky Hill Circuit. Der Weg wird in meinem Wanderführer als moderat bezeichnet, hat meiner Ansicht aber einige schwierige Passagen. Vor allem, wenn man klein ist, denn die Stufen sind oft richtig hoch und rutschig. Die Aussicht ist dafür toll.

Anschließend fuhr ich ins Tal zum Rob Roy Glacier und dem Mount Aspiring hinein. Es begann allerdings zu regnen und die Furten,  die man durchfahren muss stiegen an, sodass ich mich zur Umkehr entschloss.

Und wieder einen Tag später erklommen ich den Roy’s Peak. Da bestätigte sich dann „all seasons a day“, denn ich startete bei Sonnenschein, durchlief den Nieselregen, kam am Gipfel bei Nebel an und dann schneite es. Es wurde ziemlich kalt und ungemütlich.

Start war auf 330 m, Gipfel bei 1578 m. Vier Stunden habe ich hoch und nur zwei für runter gebraucht. Aber ich möchte die Tour nicht missen. Sie bietet auf jedem Höhenunterschied sensationelle Panoramen. 

Gestern war Abschied angesagt. Es ging am Lake Hawea vorbei über den Haastpass nach Fox Glacier. Ein eigentlich beschaulicher Ort der total vom Tourismus lebt. Der Gletscher ist berühmt, obwohl ich geschockt war, wie sehr er in den letzten 25 Jahren zurück gegangen ist. Die Erderwärmung lässt grüßen.

Der Regenwald verzaubert dafür. Moosumwundene Baumstämme, herab hängende Flechten, angenehmer Geruch und befeuchtetes Grün überall.

Ich bin dann noch zu Neuseelands wohl bekanntestem See, dem sogenannten „mirror lake“ Lake Matheson gefahren und habe ihn umrundet. Allerdings ohne den genialen Spiegeleffekt sehen zu können. Denn die Oberfläche war aufgewühlt und die Berge hüllten sich in Regenwolken.

Heute Morgen spiegelte sich bei Sonnenschein im Privatsee vor meiner Behausung dann der Berg. Heißt wohl mit Absicht Reflection Lodge. 😉

Trotzdem bin ich nach dem Frühstück nochmal zum Lake Matheson gefahren und konnte ein paar Fotos machen, bevor sich erneut Wolken formierten.

Anschließend fuhr ich zum Gillespie Beach. Aber darüber schreibe ich jetzt nichts weiter, da ich noch viel zu aufgewühlt bin. Ein magischer Ort!

Ich weiß jetzt wieder, warum ich nochmal nach Neuseeland mußte…

© DieReiseEule 12/2016

6 Kommentare zu „Vom Doubtful Sound bis zum Fox Glacier

  1. Liebe ReiseEule, was für schöne Fotos, besonders die beiden letzten hinterlassen einen besonderen Eindruck! Alles Gute für die restliche Reise und eine gesunde Rückkehr. Auch ich habe heute endlich den letzten Teil meiner Fortsetzungen „Wohnmobilreise“ in die Tasten gehauen und mit Fotos versehen. Nun ist erst mal Pause angesagt und eine ruhige Weihnachtszeit. Liebe Grüße, Sigrid

    1. Dir auch eine gute Weihnachtszeit und die Tage schaue ich auch mal wieder bei dir vorbei. Mit dem wackeligen Internet ist das leider nicht immer so spassig, aber kurz vor Jahresende bin ich ja wieder daheim

Ich freue mich über einen netten Kommentar

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