Anekdötchen und mehr

3. Reise- und Frustbericht

Seit mehreren Tagen versuche ich nun schon erfolglos einen Bericht zu schreiben. Dem absolut stabilen Internet sei gedankt 🙂

Eben habe ich dann den kompletten Bericht endlich tippen können und dann brach alles zusammen. Frust. Mehrere Stunden umsonst. Aber ich lasse mich nicht abhalten und starte einen neuen Versuch. So schnell gebe ich nicht auf. Wäre ja noch schöner.

Mein letzter Bericht ist bereits eine Woche her (dazwischen hat ja DieReiseEule mal ihre Freunde vorgestellt) und es ist einiges passiert. Am 3. Dezember verließ ich die Farm in Twizel mit Ziel Otego Peninsular bei Dunedin. Mein Gastgeber riet mir, einen Abstecher zu den Clay Cliffs zu machen, was ich auch tat.

Ich kam mir vor wie in einer Winnetou-Filmkulisse. Da die Cliffs auf privaten Grund sind, muss man zwei Gatter öffnen und schließen und wird gebeten 5 NZ-Dollar in einer Box zu hinterlassen.

Weiter ging es über die Scenic Route nach Dunedin. Ach herrje, Ampeln und Verkehr! War ich gar nicht mehr gewöhnt. Da muss man sich echt auf einmal konzentrieren. Dann sogar ein Stück Motorway (Autobahn) fahren. Sonst meide ich die großen Strassen.

Ankunft in Portobello bei Jenny. Eine herzliche Begrüßung und da ihr Mann Bruce gerade nicht da war (er war zu irgendeinem Golfturnier an der Westküste), lud sie mich spontan ein, mein Dinner mit ihr zusammen zu mir zu nehmen. Sie wollte nicht alleine essen. Wir kauderweltschten sehr angeregt miteinander und sie erzählte mir von ihren 5 Kindern und den Enkeln.

Am nächsten Tag machte ich mich auf zum Albatross Center, welches aber noch geschlossen hatte. Jenny hatte mir geraten, zu den Pyramids und dort zum Strand zu gehen, weil dort die Seehunde sein sollten. Waren sie auch. Manchmal entdeckt man die allerrdings erst, wenn man fast schon über sie stolpert. Entweder, weil sie auf den Felsen so gut getarnt sind oder weil man denkt, dass ein Fels auf dem Strand liegt, der sich plötzlich bewegt.

Am nächsten Tag war dann auch Bruce da, der ebenso nett und herzlich war. Er empfahl mir, vom Saundy Mount über the Chasm und Lovers Leap zum Sandfly Beach zu wandern. Der Rückweg würde etwas anspruchsvoller sein. Jo, kann man so sagen 😉

Erst ging es mitten durch die Schafwiesen mit grandiosem Ausblick über Klippen, Meer und Strand. Dann änderte sich der Weg zum Pfad, wurde immer schmaler und fiel steil ab. Rechts und links Gestrüpp, welches mir bis zur Achselhöhle ging. Sie fast aus wie Ginster, ich weiß aber nicht, ob es welcher ist.

Der ganze Berg war eine einzige, riesige Sanddüne. Runter war das lustig. Einen Schritt machen und 3 Schritte vorwärts kommen. Tja, lieder sollte man bedenken, dass man auch einen Rückweg hat…

Ich habe dann einige Stunden am Strand verbracht. Den Seehunden kann man lange zuschauen, ohne das es langweilig wird. Dann habe ich mich irgendwann ans stille Ende gesetzt und nachdem ich ca. 30 min mit Blick auf die Brandung verbracht hatte, watschelte plötzlich einer der seltenen Gelbaugenpinguine an mir vorbei. Er entstieg den Fluten, passierte mich mit max. 10 m Abstand und wackelte die Düne hoch. Mein absolutes Highlight!

Man soll ihnen eigentlich nicht so nahe kommen, da sie sich schnell stressen lassen, aber hätte ich mich hektisch bewegt oder wäre aufgestanden, wäre das sicher mehr Stress für Pingu gewesen. So blieb ich sitzen und konnte ein Video drehen (auf FB zu sehen).

Danach machte ich mich auf den Rückweg. Oje, ich sags euch. Der hat mich echt Nerven und Energie gekostet. Nicht nur, dass man 2 Schritte vorwärts macht und einen zurück schliddert, nein, ich bin auch noch falsch gelaufen, da die Markierungen von dieser Richtung nicht auszumachen waren. Also Sanddüne hoch, um festzustellen, dass sie im Gestrüpp endet. Wieder runter. Zweiter Anlauf: wieder die falsche Abzweigung. Ich versuchte mich dann, mich so durchs Gestrüpp zu schlagen, was aber nur zur Folge hatte, dass meine Hose, grüne Streifen davontrug und ich irgendwann komplett darin versank und gar keinen Überblick mehr hatte.

Versuch Nr. 3 war dann von Erfolg gekrönt, da ich zufällig ein deutsches Pärchen traf, die auch den Weg suchten. Zusammen haben wir dann die Hälfte der Strecke zurück gelegt, bis wir zum schmalen Pfad fanden. Sie drehten dann allerdings um, weil sie merkten, dass dies kein Rundweg war und ihr Auto ganz woanders stand. Ich kraxelte weiter bergan. Ich glaube, alle 15 Schritte musste ich pausieren, so anstrengend war die Wanderung durch den losen Sand. Selten war ich so happy wie in dem Moment, als ich endlich mein Auto sah! Spontan beschloss ich am nächsten Tag einen Ruhetag einzulegen, was ich dann natürlich doch nicht tat.

Aber ein opulentes Dinner im Cafe 1908 – ein sehr gediegendes Ambiente mit hervorragender Küche (und schauderhafter Hintergrundmusik) – musste sein. Zum Dessert gab es einen Chili-Chocolate Brownie mit salted caramell Topping. It was a dream!

Nikolaustag. Ich musste Jenny und Bruce verlassen. Ich kann euch das Callies B&B in Portobello nur empfehlen. So herzliche, liebe Menschen. Sie haben mich bestens umsorgt, tolle Tipps gegeben und der Abschied fiel mir echt schwer.

Bevor nun mein Internet wieder zusammen bricht, beende ich den Bericht und schreibe morgen den nächsten Teil, denn auch die waren nicht ereignislos. Ganz im Gegenteil.

© DieReiseEule 12/2016

13 Kommentare zu „Anekdötchen und mehr

  1. Der Pinguin ist super. Meine Gelbaugenpinguine sind in der Abenddämmerung in Oamaru ( HQ des Steampunks😊) an Land gegangen. Leider zu weit weg und zu wenig Licht.
    Tigrito

  2. Hallo Liane,

    das sind tolle Bilder. Vor allem der Pinguin und Seehund im Sand – letzterer anfangs nicht gleich zu erkennen. Ein schlauer Kerl 🙂 Ich wünsche Dir noch eine schöne Reise und genieße deine Zeit.

    VG
    Iris

  3. Hallo ReiseEule! Oft schreibe ich meine Beiträge erst mal auf einem Schreibprogramm, das ich dann komplett als Beitrag bei WordPress einfüge. Dafür braucht man ja kein Internet.
    So wäre zumindest dein Text nicht verloren. Mir ging’s nämlich auch schon so. Beitrag geschrieben und dann hat WordPress immer gemeldet – „konnte nicht gespeichert“ werden. Echt frustrierend. Für Fotos mache ich Platzhalter und füge sie erst ganz zum Schluss an der richtigen Stelle ein.
    Wenn ich das alles richtig interpretiere, dann erlebst du einen wunderschönen Urlaub – trotz allem. Liebe Grüße Sigrid

    1. Ach so, ja dann ist das schwierig. Vielleicht solltest du einfach deine Reise ganz in Ruhe genießen und die Beiträge erst nach Rückkehr schreiben. Ich selbst hätte da gar keinen Kopf dafür während ich unterwegs bin. Ich mache mir Notizen und bewahre Quittungen etc. auf, um später darauf zugreifen zu können. Es besteht doch gar kein Druck direkt vor Ort zu schreiben. Viel Spaß noch, Sigrid

    2. Ich schreibe auch nur, weil ich Lust dazu habe. Ich mache mir keinen Druck. Aber es ist dann umso ärgerlicher, wenn man den Text fertig hat und dann verschwindet er auf nimmer Wiedersehen.

Ich freue mich über einen netten Kommentar

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