Auto & Technik Museum Sinsheim

Sonntag, der 30. Oktober 2016

Bei strahlendem Sonnenschein habe ich mich auf den Weg nach Sinsheim ins Auto und Technik Museum gemacht. Schon von der Autobahn aus sieht man eine Concorde und eine Tupolev, die auf dem Dach des Museums montiert sind. Somit ist die Anreise ein Kinderspiel.

Auf dem Parkplatz eingetroffen erspäht man die nächsten Objekte, die auf Stelzen befestigt sind. Parkraum ist in ausreichender Anzahl vorhanden. Es gibt nicht nur PKW und Busparkplätze, sondern auch extra Plätze für Caravans.

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Obwohl ich um kurz vor 10 Uhr eintraf hatten sich schon mittellange Schlangen an den Kassen gebildet. Es ging aber zügig voran und so konnte ich wenige Minuten später die Halle 1 betreten. Sofort wurde ich einer Zeitreise zurück in die 50er Jahre unterworfen. Autos, bei denen das Design im Vordergrund stand und der Benzinverbrauch noch keiner Ölkrise unterworfen war, funkeln im Scheinwerferlicht. Dazwischen findet man liebevoll arrangierte Puppen, stilecht im Fifties Look gekleidet.

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Nächster Abschnitt ist der Militärbereich und das Afrikakorps, dessen Innenbereich ich zunächst links liegen ließ und mich dem Außenbereich widmete. Hier sind jede Menge Panzer und andere Militärfahrzeuge aufgestellt.

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Danach ging es im Innenbereich weiter. Mit viel Sand wurde eine möglichst authentische Atmosphäre geschaffen. Dennoch hat mich die Militärabteilung nicht ganz überzeugt, was aber nur an meiner persönlichen Abneigung gegen alles was mit Krieg zu tun hat liegt. Nahtlos schließt sich die Flugzeughalle an.

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Nicht nur auf dem Boden, sondern auch in der Luft gibt es viel zu entdecken. Flugzeuge, Hubschrauber usw. schweben über den Köpfen der Besucher. Die Hallen sind so voll, dass man gar nicht alle Exponate mit einem Blick erfassen kann. Unbedingt Zeit nehmen und langsam die Wege abschreiten ist mein Tipp. Etwas mehr Ausstellungsfläche wäre super. Dann könnte man alles noch mehr genießen.

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Irgendwie dreht sich alles um Räder. Soviel unterschiedliche – Wahnsinn!

Als nächstes kam die Fahrzeugabteilung dran. Landwirtschaft und Nutzfahrzeuge. Brauereifahrzeuge, Traktoren, Dampfwalzen und, und, und.

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Zum Abschluss in der Halle 1 habe ich mir noch die Sonderausstellung Jockels Rennrad-Sammlung  und alles rund um den Radsport angeschaut. Pokale, Accessoires, Räder und Originaltrikots von Jan Ullrich, Miguel Indurain, Hanka Kupfernagel findet man dort ebenso wie viele Exponate von Rudi Altig.

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Bevor ich euch mitnehme in Halle 2 und auf die Dächer des Auto & Technik Museums kommt noch ein bisschen Geschichte dran. 1980 trafen sich ein paar Technikliebhaber und beschlossen, ihre liebevoll restaurierten Stücke einem breitem Publikum zugänglich machen zu wollen. Man gründete einen Förderverein, dem heute über 2500 Unterstützer aus aller Welt angehören. Bereits am 6. Mai 1981 wurde das Auto und Technik Museum Sinsheim mit einer Fläche von 5000m² eröffnet. Von Anfang bis heute finanziert es sich ausschließlich aus den Mitgliedsbeiträgen der Fördermitglieder, Privat- und Firmenspenden und Eintrittgeldern.

Anlaufschwierigkeiten gab es nicht. Es stellte sich schnell als Besuchermagnet heraus. Inzwischen ist die Gesamtfläche auf über 30.000m² ausgeweitet worden.

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Willkommen in der Welt des Motorsports! Wer durch das Hauptportal in Halle 2 eingetreten ist, wird zuerst mit alten und neuen Rennboliden aus den verschiedenen Motorsportsparten konfrontiert. Michael Schumachers Weltmeisterfahrzeug Benetton-Renault von 1995 steht zwischen Formel 1 Autos von Alain Prost, Nigel Mansell oder dem unvergessenen Ayrton Senna. Doch nicht nur die Formel 1 Wagen faszinieren, auch Ferrari, Lamborghini und andere funkelnde Karosserien wissen von glänzenden Motorsportzeiten zu berichten.

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Kennst du The Blue Flame? Nein? 1970 stellte der Amerikaner Gary Gabelich mit diesem raketenangetriebenen Fahrzeug einen bis heute ungebrochenen Geschwindigkeitsrekord auf. 1014,656 km/h war die Durchschnittsgeschwindigkeit, die auf einem ausgetrockneten Salzsee erreicht wurde.

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Ich schlenderte weiter durch die Halle und blieb mit meinen Blicken an den vielen Oldtimern kleben. In Sinsheim befindet sich die größte Privatsammlung historischer Maybach-, Kompressor-Mercedes und Bugatti Automobile. Echte Schmuckstücke! Teilweise erinnern sie mich an den Film Titanic, wo Kate und Leonardo alias Rose und Jack ihr Schäferstündchen im Schiffsrumpf in einem ähnlichen Wagen hatten.

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Im weiteren Verlauf sah ich noch viele Motorräder, Harley Davidsons, „Brutus“, Kinderwagen aus verschiedenen Epochen, VW Bulli, Lokomotiven und andere Fahrzeuge. Da lasse ich am besten Bilder sprechen.

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Inzwischen war ich schon bald 4 Stunden hier und ich schwanke zwischen „Wow, so toll. Ich will mehr sehen“ und „Ich kann nicht mehr. Die Füße tun weh und mein Kopf ist voll“. Dennoch ließ ich mir die Galerie nicht entgehen. Hier ist eine Zukunftsausstellung. Sehr spannend. Und dann befinden sich oben noch nostalgische Gefährte der jüngeren Vergangenheit, wie z.B. der Kabinenroller, BMW Isetta, VW Käfer.

Ich machte mich auf Richtung Treppe, um auf das Dach des Museums zu gelangen, wo noch einige begehbare Flugzeuge auf mich warten. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich noch eine Spielzeugeisenbahn, Nähmaschinen und das etwas verloren wirkende 2-Personen-Tauchboot „Tigerhai“.

Das  Flight Deck

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Im Vordergrund die Concorde, hinten die Tupolev 144

Besucherlieblinge auf dem Flight Deck sind die beiden einzigen, jemals in Serie gebauten  Überschall-Passagierflugzeuge Concorde und Tupolev 144. Bitte geduldig in die Schlange stellen, man kommt doch schneller dran, wie man denkt. Aus sicherheitstechnischen Gründen darf nur eine bestimmte Personenanzahl die Flieger betreten, denn sie sind in schwindelerregender Höhe montiert. Ein bisschen Wagemut sollte man also mitbringen, aber der Blick in den ehemaligen Passagierbereich und das Cockpit lohnt sich.

Direkter Vergleich der Cockpits: links Concorde, rechts Tupolev

Noch ein Vergleich: Die Bestuhlung. Wie oben links Concorde, rechts Tupolev

Ein paar Detailaufnahmen will ich euch auch nicht vorenthalten, weil die beiden Maschinen so einzigartig sind.

Für mich waren die Informationen, wie diese beiden Riesen der Luftfahrt überhaupt den Weg nach Sinsheim gefunden haben, besonders fesselnd. Eine logistische Meisterleistung.

Vor lauter Euphoire jedoch bitte nicht die anderen Flugzeuge außer Acht lassen, denn die sind ebenso spektakulär, auch wenn sie den meisten Menschen wohl nicht ganz so bekannt sind. Ausnahme bildet nur die als „Tante JU“ bekannte Junkers JU 52. Gut erkennbar am geriffelten Blech.

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Innenraum der Tante Ju

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Manchmal wird das Museum auch von Segelfliegern überflogen

Für Kinder und jung gebliebene Erwachsene gibt es noch eine Rutsche, mit der man wieder in die untere Etage kommt. Ein Adrenalinkick mit Jauchzeffekt! Unbedingt probieren!

Nun beende ich meinen Rundgang durch das Auto und Technik Museum in Sinsheim. Ich hatte einen wunderbaren Tag und das Wetter spielte für Ende Oktober auch mit. Im neuen Jahr möchte ich mir unbedingt das Pendant in Speyer anschauen. Dort gibt es noch die Bereiche Schiff- und Raumfahrt, die mich auch brennend interessieren.

Für mehr Informationen und Geschichten um das Museum empfehle ich den offiziellen Museumsführer, der beide Museen enthält und das Buch Museumsgeschichten, dass es im Souvenirshop zu kaufen gibt.

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Das IMAX-Kino habe ich übrigens nicht probiert. An diesem Tag gab es einerseits Schwierigkeiten, wie man mir bereits an der Kasse sagte, andererseits vertrage ich 3D-Kino nicht. Übelkeit lässt grüßen.

 

Allgemeine Hinweise

Öffnungszeiten

Das Museum ist täglich von 9 bis 18 Uhr, an Samstagen/Sonntagen/Feiertagen sogar bis 19 Uhr geöffnet. Nur am 24. und 31.12. schließt das Museum früher. Am besten auf die Homepage schauen. www.technik-museum.de

Es ist weitestgehend Barrierefrei. Eine Besichtigung im Inneren der Flugzeuge auf dem Flight Deck ist jedoch nur möglich, wenn man laufen kann. Auch für Familien mit Babies und Kleinkindern kann es hier schwierig werden, für Rollstuhlfahrer ist es unmöglich.

Eintrittspreis

Der Eintrittspreis ist abhängig davon, ob man auch ins IMAX Kino und/oder ins Museum Speyer möchte. Kombitickets sind vergünstigt. Normalpreis beträgt für Erwachsene € 15,- /€ 19,- mit Kino und für Kinder von 5-14 Jahren € 12,50/€ 15,- mit Kino. Unter 5 Jahren kommt man kostenlos hinein. Für Gruppen gibt es ebenfalls Sonderpreise.

Anreise mit dem Auto

Das Museum liegt an der A 6, gegenüber der Fußballarena der TSG Hoffenheim, Ausfahrt Sinsheim-Süd (33b). Einfach der Beschilderung folgen.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

In direkter Nähe befindet sich die Haltestelle Museum/Arena von DB und VRN. Die Bahnlinie Heidelberg-Heilbronn führt hierher. Der Sinsheimer Stadtbus hält direkt am Museum.

Ich danke dem Auto & Technik Museum Sinsheim für die unaufgeforderte Unterstützung,  die Genehmigung zum Einstellen der Fotos und Überlassung von Informationsmaterial. Mein Artikel wurde dadurch nicht beeinflusst und spiegelt – wie bei allen meinen Beiträgen – meine persönliche, durch nichts zu trübende Meinung wieder. Evtl. geäußerte Kritik soll weder verletzen noch negativ, sondern als Ansporn verstanden werden.

© DieReiseEule 11/2016

6 Kommentare zu „Auto & Technik Museum Sinsheim

  1. Ich war schon 2 x dort und meine Fotos gingen immer in die Hose. Habe zwar einen Beitrag in meinem Blog aber die Fotos sind nicht vergleichbar mit deinen ! Also großes Lob !!!

    1. Vielen Dank. Über ein Lob freut man sich immer. Du hast aber sehr schöne Aufnahmen auf deinem Blog. Besonders die Nachtaufnahmen. Da muss ich noch viel üben 😀
      Es grüßt
      DieReiseeule

    2. Danke dir vielmals ! Ja die Nachtaufnahmen sind gerade mein Thema ! Unter der Rubrik findest du noch mehr Highlights wie den Stuttgarter Flughafen Teil 1 + 2 und die Autobahn. Wenn du Lust hast !
      Schönen Abend ! Manni

    1. Die Oldtimer waren sehr schick. Davon hätte ich gerne den einen oder anderen mitgenommen 🙂
      Aber noch atemberaubender waren die Flugzeuge. Mit zitternden Knien bin ich ein- und wieder ausgestiegen. Steile Angelegenheit, sage ich dazu.

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