Rom – Ewig in der Stadt!?

Rom (253)7. bis 10. Mai 2016

Drei Tage Rom. Bella Italia. Meine erste Flugreise mit Handgepäck stand unmittelbar bevor. Dazu kam noch, dass ich mich – ebenfalls zum ersten Mal – auf die moderne Technik eines Smartphones verlassen musste/wollte und per App eincheckte. Immer mit dem Hintergedanken, dass das nicht funktionieren kann.

Die Jugend lacht jetzt sicherlich. Ihr werdet damit groß und kennt es nicht anders, aber mittelalte Semester wie mich verblüfft die Technik immer noch. Dennoch stelle ich mich Herausforderungen und probiere gelegentlich Neues aus und siehe da: es funktioniert. Mehr oder weniger ohne Probleme. Einzig das ich meinen reservierten und gesondert bezahlten Sitzplatz beim Hinflug doch nicht bekam und darüber vorab auch nicht unterrichtet wurde, hinterlässt einen kleinen Beigeschmack. Meine Beschwerde darüber bei Lufthansa wurde kompetent und rhetorisch geschult abgeschmettert mit dem Hinweis auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Alles können sie über die App mitteilen, nur den neuen Platz nicht? Das erfährt man dann erst am Gate. Dafür danke ich den netten und wirklich kompetenten Purserinnen im Flugzeug, die es schafften, mich noch auf einen flugangstconformen Platz zu platzieren.

Schneebedeckte Alpen
Schneebedeckte Alpen

Nachdem ich die noch immer schneebedeckten Alpen überflogen hatte, landete ich vorzeitig auf dem Leonardo da Vinci Flughafen (Rom-Fiumicino), etwas außerhalb der Stadt. Ich wurde von meiner Freundin und ihrem Partner abgeholt und wir fuhren in die Stadt. Dort hatten sie mir eine Privatunterkunft bei einer netten, engagierten Italienerin besorgt. Eine wirkliche Unterhaltung war zwar nicht möglich, da sie weder englisch noch deutsch sprach und ich nur 10 Wörter italienisch, aber mit Händen und Füßen und etwas Hilfe wurden wir uns immer einig.

Zuerst brachten mich meine Freunde auf den Gianicolo, einen Hügel oberhalb des angesagten Stadtteils Trastevere, mit seinen vielen Kneipen und Restaurants. Von hier bekommt man einen guten, ersten Überblick über die Ausmaße der Stadt.

Danach machten wir einen ersten Rundgang durch die Stadt. Wegen des langen Wochenendes (Christi Himmelfahrt) war es sehr voll auf den Strassen. Ein Konglomerat aus allen Sprachen dieser Welt umschwirrte meine Gehörgänge. Wir beschlossen, an diesem Tag an den Sehenswürdigkeiten nur vorbei zu schlendern und uns nicht in die Warteschlangen einzureihen. Es ging vorbei am Colloseum, dem Forum Romanum, der Fontana di Trevi in Richtung Piazza Navona.

Ein bisschen kam ich mir vor wie auf den Spuren des Films Illuminati. Rom ist ein einziger Schauplatz von alten Gemäuern, Historie und unzähligen Kirchen. Stundenlang kann man hier laufen und ständig etwas geschichtlich relevantes entdecken. Aber auch meine Leidenschaft für Kanaldeckel und Bodenschätze wurde mehr als befriedigt. Dafür werde ich eine extra Diashow dort zeigen. Es waren einfach zu viele. Sogar einen in Dreiecksform habe ich gefunden.

Am Folgetag waren wir außerhalb unterwegs zum Kloster Farfa (Abbazia di Santa Maria di Farfa), einer ruhigen Benediktinerabtei. Das Dörfchen drumherum lädt zum Verweilen ein. Katzen liegen friedlich schlummernd auf Bänken oder in Blumenkästen, Hunde streifen durch die Gassen. Der Ort verströmt Gelassenheit und Zeitlosigkeit. In den  kleinen Läden gibt es vieles zu entdecken, wie z. B. gutes Olivenöl aus eigener Produktion und außerdem sind sie liebevoll eingerichtet.

Wir fuhren noch ein wenig weiter und gönnten uns ein sehr geschmack- und gehaltvolles Mittagessen in einer Trattoria am Straßenrand.

Zu fortgeschrittener Stunde, lange nach Einbruch der Dunkelheit, fuhren wir zum Petersplatz, da wir uns erhofften, dass dieser nachts nur noch von wenigen Besucher aufgesucht würde. Wenig ist hierbei relativ. Ich möchte gar nicht wissen, was tagsüber hier für Besucherströme flanieren. Bisher kannte ich die Piazza nur aus dem Fernsehen. Ich war überrascht, wie riesig dieser in der Realität ist.

An meinem dritten Tag in Rom suchte ich einige bekannte Kirchen und Kathedralen auf, darunter der Pantheon, die Lateranbasilika, Santa Maria Maggiore und Sant’Ignazio di Loyola in Campo Marzio (die mir besonders gut gefallen hat). Ich lief an unzähligen Brunnen vorbei bis ich letztlich am Tiber entlang zur Engelsburg (Castel dell’Angelo) gelang.

 

Die Engelsburg ist heute ein Museum, das zum Rombesuch dazugehört, wie ein echt italienischer Espresso. Errichtet unter Hadrian, einem römischen Kaiser wurde es im Laufe der Jahrhunderte von den Päpsten als Schutzburg genutzt. Man überschreitet den Tiber am besten über die Engelsbrücke, die, wie der Name schon sagt, von Engelsfiguren gesäumt wird.

Rom (229)

Die Burg hat mehrere Ebenen, die besichtigt werden können. Viele prunkvolle Räumen zeugen vom Glanz vergangener Zeiten. Auf jeden Fall sollte man bis auf die Dachterrasse vordringen, denn auch von hier hat man wieder einen sensationellen Überblick über den Vatikanstaat bis zum Peterdom und über Rom. Die Figur des Erzengels Michael auf dem Dach ist weltberühmt.

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Erzengel Michael auf der Engelsburg

Rom ist eine Reise wert. In drei Tagen sollte man sich auf einige wesentliche Punkte und Sehenswürdigkeiten beschränken, denn die ganze Stadt ist ein riesiges, historisches, kulturelles „Museum“. Immer einkalkulieren, dass man sich in lange Warteschlangen (z.B. am Collosum) einreihen muss.

Wer Kathedralen und Basiliken besichtigen will sollte kleidungstechnisch vorbereitet sein: entweder Oberbekleidung mit kurzen Ärmeln tragen oder eine Bluse/Jacke oder ein großes Tuch dabei haben, dass man sich überwerfen kann. Rock und/oder Hosen sollten mindestens bis zum Knie gehen. Highheels sind wegen des Kopfsteinpflasters eher ungeschickt.

In vielen Kirchen darf nicht fotografiert werden – weder mit noch ohne Blitz. Auch daran sollte man sich halten. Dieser Jahr sind dafür wegen eines Jubiläums etliche Gebäudeteile für die Öffentlichkeit zugänglich, die normalerweise gesperrt sind. Auf nach Rom 2016!

Rom (467)
Blick über Rom von der Engelsburg

12 Kommentare zu „Rom – Ewig in der Stadt!?

  1. Hallo liebe Reiseeule!

    Ich habe mit „nur“ vier Tagen angefangen.. aus einer Schnapsidee heraus in Rom gelandet.. und seither bin ich unwiderruflich „Romverseucht“. Infiziert, bis in die kleinste Zelle – unheilbar.. Ein Jahr, ohne mindestens einmal in der schönsten aller Städte gewesen zu sein, ist trostlos..

    Selbst unter meine Haut hat es die Capitale in Form eines Tattoos inzwischen geschafft (und das im fortgeschrittenen Alter) – aber was will man machen? 🙂

    Sehr schöner Bericht aus „meiner“ Stadt der Städte!

    Ich würde gern aus einem meiner Blogbeiträge auf Deinen Bericht verlinken wenn ich darf – schau mal vorbei und sag mir Bescheid, ob dir das recht ist

    http://www.le-mie-foto.de/blog-2

    1. Hallo Annik,
      gerne darfst du verlinken. Ich empfinde das als eine Ehre, danke!
      Rom ist wirklich eine, wenn nicht sogar mehrere Reise(n) wert.
      Es grüßt
      DieReiseEule

  2. Ich war selbst auch schon in Rom, aber die Zeit die man in der Regel dort verbringt, ist immer zu kurz um alles zu sehen. Dies haben mir deine Fotos auch wieder gezeigt. Vielen Dank dafür, du hattest bestimmt eine schöne Zeit, trotz der vielen anderen Touristen.

Ich freue mich über einen netten Kommentar

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