Ich liebe… (die Rückfahrt)

die Ausflüge mit der DB. Ich glaube, ich erwähnte das schon 🙂

Montag, 25. April 2016

Nachdem ich mir mit einem Freund zusammen zweieinhalb Tage lang Nürnberg angesehen habe, soll es nun wieder gen Heimat gehen. Da wir das perfekte Aprilwetter erwischt hatten, welches aus viertelstündlichem Wechsel zwischen Regen, Graupel, Schnee, Wind und Sonnenschein bei gefühlten 4 Grad plus lag, begaben wir uns vorzeitig zum Hauptbahnhof.

Unser ICE stand noch nicht auf der Anzeigetafel. Wir schlenderten gemütlich durch die Arkaden und sahen von der oberen Etage in die Ankunftshalle herunter. 18 Uhr sollte unser Zug starten. Etwa 15 Minuten vorher meinte WKA dann zu mir, dass unsere Bahn nun angeschlagen stünde und ob wir uns nicht zum Bahnsteig auf machen wollten.

Wollten wir. Ich riskierte im Vorbeigehen noch einen Blick auf die Tafel, als mir jenes wohlbekannte weiße Band ins Auge schoss. Also nochmal zurück und schauen, was dort steht: 110 min. Verspätung!

Wir konnten und wollten das nicht glauben, sahen aber, wie sich bereits eine Warteschlange vor der Auskunft bildete. Während des Wartens bemühte ich die App, die mir eine Verspätung von 120 min. versprach. „Wegen eines Notarzteinsatzes kommt es zu Verspätungen und Zugausfällen auf der Strecke von und nach München“ – in beide Richtungen Vollsperrung.

Brav warteten wir in der Schlange auf persönliche Auskunft. Da wir recht früh gebucht hatten, waren wir eigentlich gebunden. Die nette Dame am Schalter – bewundernswert, hatte sie doch echt noch gute Laune, obschon sie viele Reisende vertrösten musste, die bestimmt nicht alle nett, freundlich und ungestresst reagierten – stempelte uns das Ticket ab (was war ich froh, dass ich es ausgedruckt hatte. Hätte sie den Stempel sonst auf den Display meines Handys gedrückt? Hatte jemand schon mal den Fall, nur noch ein Onlineticket zu haben und dann lief es nicht? Ich frage mich wirklich, was dann passiert…), gab uns den Briefumschlag mit dem Rückerstattungsantrag mit und bot uns drei Optionen an:

  1. Auf den ICE 120 min warten
  2. Auf den folgenden ICE warten, der komischerweise nur 70 min Verspätung hatte, aber auch erst eine Stunde später gefahren wäre – also letztlich das selbe in grün
  3. „Bimmelbahn“ (Regionalexpress) mit zusätzlichem Umstieg in Würzburg fahren

Wir entschieden uns für die Letztere, da man da wenigstens das Gefühl des Vorwärtskommens hatte.

Nach einer Weile fragte uns unser Sitznachbar, ob wir evtl. seine Zeitschrift lesen wollten. Er wäre fertig damit und würde sie sonst entsorgen. Es entspann sich ein Gespräch, welches sehr interessant war. Er erzählte, er sei Kurier für Knochenmarksspenden und würde dies in seiner Freizeit machen. Momentan sei er auf dem Weg nach Frankfurt zum Flughafen, um eine Knochenmarksspende in die USA zu begleiten.

Bisher hatte ich mir nie Gedanken dazu gemacht, wie solche Spenden von A nach B kommen, obwohl ich selbst aus dem medizinischen Sektor komme. In Würzburg trennten sich unsere Wege. Ich hätte gerne noch mehr darüber erfahren.

In Anbetracht der Lage und weil ich langsam müde und lauffaul wurde, schrieb ich meine Freundin Suricata per SMS an und informierte sie über die Verspätung und unsere neu gewonnene Frankenrundfahrt. Es entspann sich ein wildes Geschreibsel, da mein Freund ihr gleichzeitig per WhatsApp seine Sicht der Dinge durchgab, während ich die klassische SMS bevorzugte.

Erst im letzten Jahr hatte ich die große, kostenlose „Hessenrundfahrt“ bei der Bahn gewonnen, nun die durch Bayern. Sie beneidete mich deshalb und ihr Herr Gatte mutmaßte, ob wir wohl auf eine Draisine umgestiegen seien und warum es so lange dauere. Ob ich nicht genug anfeuere?

Wir hielten in mir bis dato unbekannten Ortschaften entlang des Mains an, nahmen Reisende auf oder entließen sie und tuckerten gemütlich ohne weitere, nennenswerte  Zwischenfälle nach Frankfurt.

Der Rest unserer Reise verlief dann mehr oder weniger planmäßig, außer das die S-Bahn auch noch Verspätung hatte, was aber bedeutete, dass wir dadurch die frühere Bahn, weil zu spät, doch noch bekamen.

Mit „nur“ noch 1,5 Stunden Verspätung kamen wir an unserem Endziel an. Meine Freundin und Nachbarin Suricata holte uns am Bahnhof bei strömendem Regen ab. Merci, meine Liebe.

Nun steigt die Vorfreude auf die nächste Bahnfahrt, die im Juni geplant ist. Mal sehen, was ich dann berichten kann….

Ein Kommentar zu „Ich liebe… (die Rückfahrt)

  1. …und dabei sagt man: eine Seefahrt die sei lustig. Aber da kannte man die Bahn und dich noch nicht. Man könnte aber vermuten, das es so gewollt ist, die Bahn soll über deine Artikel stolpern, damit du eine Jahreskarte für unbegrenzte Kilometer von der Bahn bekommst. Aber sei es wie es ist, vielleicht wirst du ja auch „nur“ Ehrenlokführer. Viel Spass weiterhin

Kommentare sind geschlossen.