Nürnberg

Die Franken sind auch nur bessere Bayern!

Da fange ich gleich provokant an. Das hören die Franken nämlich gar nicht gerne. Ich erlaube mir das, weil meiner mütterlichen Gene aus Franken sind und ich dort jede Menge Verwandschaft wohnen habe. Ich selbst fühle mich als echte Hessin und die Verwandten sind Bayern. Punkt.

Woran ich in Nürnberg dennoch gemerkt habe, dass ich nicht in Bayern bin? Man wird nicht mit blau-weißem Rautenmuster  konfrontiert. In München findet man in jeder gutbürgerlichen Gaststätte dieses Muster als Tischdeko, auf jeder Burg/an jeder Sehenswürdigkeit weht das Fähnlein. In Nürnberg Fehlanzeige!

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Blick über Nürnberg von der Kaiserburg aus

Dafür gibt es an jeder Ecke die echten Nürnberger Rostbratwürste im Brötchen – hier wird mit „3 im Weckla/Weggla“ geworben. Ich konnte mir das nicht merken und sprach dauernd von „3 Weckla im Glas“. Nun habe ich einen neuen running gag heraufbeschworen. Natürlich habe ich sie probiert. Im Handwerkerhof beim Bratwurstglöcklein. Warum letztlich 4 Würstchen im Brötchen waren, weiß ich nicht… Vielleicht muss das so. Damit man sich freut, dass man mehr bekommt alswie man erwartet.

Wer sich jetzt wundert oder aufregt, dass ich alswie schreibe, dem sei gesagt, dass ich mit als und wie so meinen persönlichen Disput habe. Mir erschließt sich die Regel nicht, obwohl man mir diese versuchte beizubringen. Da die Hessen kreativ sind, sagt man hier sowieso gerne alswie. Damit liegt man immer zu 50% richtig. Daher werde ich das auch in Zukunft gerne anwenden.

Im Folgenden sind die Beschreibungen von Sehenswürdigkeiten, die ich besichtigt habe. Sie zeigen nur einen minimalen Ausschnitt, was die Frankenstadt zu bieten hat. Mehr schafft man an einem Wochenende nicht, denn wer will schon durchhetzen und alle Highlights abhaken?

Historische Felsengänge

 

In der Tiefe unter Nürnberg sind viele ehemalige Gewölbekeller und Stollen miteinander verbunden. Im zweiten Weltkrieg dienten sie als Schutz vor Luftangriffen. Dadurch kamen gegenüber anderen Städten nur wenige Menschen ums Leben. Heute kann man sie mit einer Führung, die am Brauereiladen startet, besichtigen. Die Führung dauert ca. 70 min. Gelegentlich finden Sonderführungen mit Bier- oder Whiskeyverkostung statt.

Wer sich die NürnbergCard besorgt hat, kann kostenlos nach Reservierung (auch über die Touristinformation möglich) teilnehmen. Ich finde, es lohnt sich.

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Museen

Ich war überrascht über die Anzahl und Vielfalt der Museumskultur in Nürnberg. Für jeden Geschmack und für jede Altersklasse ist etwas dabei. Man sollte sich klar darüber sein, dass man einem Wochenende nur einen Bruchteil ansehen kann. Mein Pech war, dass ich von Samstag bis Montag in der Stadt weilte. Montags haben die meisten Museen geschlossen.

Um einen Besuch des Germanischen Museums kommt man fast nicht herum. Allerdings ist es gewaltig groß. Am besten macht man sich vorab Gedanken, welche Bereiche man unbedingt sehen möchte, denn man kann das nicht an einem Tag erfassen. Ich entschied mich für Musikinstrumente, Kleidung des 18. bis 20. Jahrhunderts, medizinische Apparaturen und besuchte die Sonderausstellungen  „Niederländische Zeichnungen“ und  „Zwischen Venus und Luther“.

Der Eingang vom Museum ist in der Strasse der Menschenrechte, welche von 27 neun Meter hohen Betonsäulen gesäumt wird. Der israelische Künstler Dani Karavan hat sie geschaffen. Jede Säule hat einen Artikel der Menschenrechte als Grundlage, jede in einer anderen Sprache.

Als nächstes stand ein Besuch des Spielzeugmuseums an, schließlich ist Nürnberg international bekannt durch die jährlich stattfindende Spielwarenmesse. Im Erdgeschoss findet man Holzspielzeug, in der nächsten Etage befindet sich die „Welt aus Blech“, im dritten Stock sind Puppen und Puppenstuben aus alten Zeiten zu bewundern. Gerade die Puppenstuben sind Kunstwerke bis ins kleinste Detail. Teilweise hat jedes Zimmer ein eigenes Parkettmuster, echtes Porzellangeschirr im Miniformat und vieles mehr.

Im Obergeschoss findet man die „neueren“ Spielwaren, wie Schucobahnen, Lerncomputer, den Zauberwürfel, Lego und Playmobil- um nur einige wenige zu nennen.

Gerne hätte ich mir das Museum für Kommunikation und das DB-Museum angeschaut. Leider stand ich am Montag vor verschlossenen Türen.

Kaiserburg

Nürnbergs berühmtes Wahrzeichen liegt – wie bei Burgen üblich – oben auf dem Berg. Ein steiler Anstieg über Kopfsteinpflaster brachte mich ins Schnaufen. Oben angekommen hat man einen fantastischen Überblick über die Stadt (wenn es nicht gerade wie wild anfängt zu schneien – und das Ende April – damit hatte ich nicht gerechnet).

Kaiserburg
Kaiserburgturm Nürnberg

Die Anlage kann teilweise oder ganz besichtigt werden. Audioguides gibt es in deutscher, englischer, französischer, russischer, italienischer und spanischer Sprache ebenso wie einen Guide für Kinder.

Albrecht-Dürer-Haus

Albrecht Dürer, bekannter und geschätzter Maler und Bildhauer, wohnte ganz in der Nähe der Burg in einem Fachwerkhaus. Heute ist hier eine große Sammlung seiner Werke ausgestellt. Allerdings handelt es sich fast ausschließlich um Kopien, da die Originale auf der ganzen Welt verteilt sind.

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Der Dürerhase von J. Goertz – erinnert eher an einen Biber

Sehr stolz präsentiert sich momentan die Sammlung Diehl im Obergeschoss. Karl Diehl, Ehrenbürger der Stadt, überlies dieser eine bedeutende Schenkung von Radierungen, Zeichnungen und Holzschnitten. 35 ausgewählte Werke können nun bewundert werden. Dafür ist nur der normale Eintrittspreis von € 5,- für Erwachsene zu entrichten. Auch hier kommt man mit der NürnbergCard kostenlos herein.

Auf dem Platz vor dem Fachwerkhaus steht eine moderne Skulptur von Dürers Hasen.

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Die ReiseEule schließt Freundschaft mit dem Dürerhasen

 

Ehekarussell

Hans Sachs, noch ein berühmter Sohn der Stadt und einer der Meistersinger, dichtete einst „Das bittersüße eh’lich Leben“. Hierauf nimmt der Brunnen vor dem Weißen Turm (der nicht weiß ist, aber mal war) Bezug. Die Figuren zeigen die verschiedenen Stationen des Ehelebens. Anfangs konnten sich die Nürnberger nicht mit dieser Kunstform anfreunden, die Kinder fanden den Brunnen aber von Anfang an toll und so akzeptierte man ihn notgedrungen.

Für alle, die sich einen ersten Überblick verschaffen wollen, gibt es mehrere Anbieter von Stadtrundfahrten. Ich habe mich für die Altstadtrundfahrt entschieden, welche am Schönen Brunnen (der leider z. Zt. saniert wird und unter einer Plane versteckt ist – aber der Wunschring ist frei!) am Hauptmarkt beginnt und endet. Die Fahrt dauert ca. 35 min und kostet € 7,50 Erwachsene/ € 3,- Kinder.

NürnbergCard + Fürth

Die NürnbergCard gibt es bei der Touristinformation und verschiedenen anderen Verkaufsstellen in der Stadt. Sie kostet € 25,- pro Erwachsenen, Kinder von 6-11 Jahren zahlen € 5,-, unter 6 Jahren fährt man kostenlos. Mit der Karte hat man an zwei aufeinander folgenden Tagen einmalig freien Eintritt in alle Sehenswürdigkeiten und Museen sowie freie Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie gilt auch in und nach Fürth.

Wer viel unterwegs ist und viel sehen möchte, für den lohnt sich die Karte. Besonders auch für Familien mit Kindern, denn auch der Tiergarten, das Planetarium, die Sternwarte und die ganzen Museen sind mit im Boot.

Impressionen

Abschließend noch ein paar Fotos vom Stadtbummel.

Ein Kommentar zu „Nürnberg

  1. Ich fand Nürnberg auch toll als ich einen Teil meiner Familie da besucht habe. Ich war besonders von den Mittelalterlichen Lochgefängnissen sehr beeindruckt 🙂

Ich freue mich über einen netten Kommentar

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