Rüsselsheim

Mitten im Rhein-Main-Gebiet, in unmittelbarer Entfernung zum Flughafen Frankfurt liegt Rüsselsheim. Eine von Industrie geprägte Stadt, die den meisten sicher nur durch das Opelwerk bekannt ist. Was also gibt es hier zu entdecken?

Nichts!? Auch wenn die Stadt sicher kulturell und architektonisch nicht mit bekannteren Städten konkurrieren kann, lassen sich bei näherer Betrachtung kleine Highlights finden.

Rüsselsheim hat nicht ganz 62.000 Einwohner und liegt im Landkreis Groß-Gerau. Erste geschichtliche Erwähnung findet der Ort als Rucilensheim in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts. An den Hängen rund um den Ort wird seit Jahrhunderten Wein, vornehmlich Riesling, angebaut. Adam Opel beginnt 1862 in seiner Heimatstadt mit dem Bau von Nähmaschinen. Nur wenige Jahre später beginnt er mit der fabrikmäßigen Produktion und ca. 20 Jahre später wird die Produktion auf Fahrräder ausgeweitet, bevor ab 1899 auch Autos produziert werden.

Rüsselsheim hat vier europäische Partnerstädte: Evreux (Frankreich), Rugby (Großbritannien), Varkaus (Finnland) und Kecskemet (Ungarn).

Momentan ist es recht schwierig die Stadt zu genießen, denn die Stadt richtet „Das Fest der Hessen“ – den Hessentag 2017 aus und befindet sich dadurch in einer Umstrukturierungsphase, die den meisten Einwohnern eher bitter aufstößt. Der ganze Ort gleich einer Großbaustelle. Rund um den Marktplatz und in vielen Haupt- und Seitenstraßen wird zeitgleich gebuddelt. Autofahrer brauchen gute Nerven und viel Geduld, besonders zur Rushhour. Die schattenspendenen Bäume am Markt konnten gerade noch so vor der Fällung gerettet werden.

Der Rüsselsheimer Marktplatz in der Umbauphase
Der Rüsselsheimer Marktplatz in der Umbauphase

Die städtische Fußgängerzone könnte so schön sein, wäre sie nicht verwaist. Leider stehen viele Geschäftsräume leer. Die Nähe zu drei Großstädten (Frankfurt, Mainz, Wiesbaden) und das zunehmende Bestellverhalten im Onlinehandel sind sicher Grund dafür.

Seit kurzem gibt es in der Stadt wieder eine kleine, feine, gut sortierte Buchhandlung. In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof, gegenüber des Opelportals. Hier kann man in aller Ruhe schmökern und wird freundlich und kompetent beraten. Gelegentlich finden auch Lesungen in den Räumen statt. Letztes Jahr hat hier Stefanie Bender, eine junge Autorin, die in Rüsselsheim groß geworden ist, ihre Kurzgeschichte über Adam Opel (enthalten im Buch: Die dunkelbunten Farben des Steampunk) und aus ihrem Debütroman „Dastan – Rebellion der Engel“ gelesen.

Auch wenn die Besucherzahl sehr überschaubar war, bleibt zu hoffen, dass diese Kleinod lange erhalten bleibt und auch anderen aufstrebenden Autoren eine Plattform bietet.

Rüsselsheim
Buchhandlung Kapitel 43

Wer die Stadt besucht sollte unbedingt am Mainufer entlang schlendern. Bei Sonnenschein kann man hier entspannen. Der Uferweg ist befestigt und erst seit ein paar Wochen ist der Opelsteg eröffnet, der den Anschluss zwischen Bischofsheim und der Innenstadt geschafft hat. Nun läuft oder fährt man direkt über den Fluss am Opelwerk vorbei. Es ist ein Teil der Regionalpark Rhein-Main Rundroute, die gerne von Radfahrern genutzt wird. Ich selbst bin die Rundroute vor zwei Jahren innerhalb von 8 Tagen gewandert und habe das Rhein-Main-Gebiet nochmal ganz neu kennengelernt. Es lohnt sich!

Zu guter Letzt folgen hier noch ein paar Eindrücke von meinem Stadtrundgang.

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